Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Ich glaube nicht an die Evolutionstheorie, möchte es aber (-;
#83
(05-01-2014, 18:40)paradox schrieb: Wenn sie nichts umbringen konnte, dann setzt die Evolution weitgehend aus? Bedeutet das, dass Evolution nur dort auftritt, wo ein Lebewesen nicht "gut angepasst" ist?
Wenn Evolution rein zufällig geschieht, wieso verändern sich manche Lebewesen im Laufe der Zeit eher weniger als andere Lebewesen?

(05-01-2014, 18:47)paradox schrieb: Sind zB siamesische Zwillinge Teil dieser Evolution? Oder auch die unzähligen Tumorarten?

Kann dies denn ein Vorteil auf eine sich ändernde Umwelt sein? Oder sind solche Veränderungen einfach "fehlgeschlagene" Evolution? Woher weiß man das?

Hab mich gerade an einen Lehrer aus der Schule erinnert, der mal in einem Moment hochgreifender Weisheit fragte, ob Autismus nicht gar ein Teil der Evolution sein könnte, anstatt eine Störung zu sein. Er hat, kurz gesagt, nicht begriffen, was Evolution ist.

Ich halte es immer für schwierig, Evolution als Prozess zu bezeichnen. Natürlich ist es ein Prozess, der da in aller Regel abläuft, aber es einen Prozess zu nennen, suggeriert leider, dass das etwas ist, was anfangen und wieder aufhören kann. Einfacher ist es imho, Evolution als Prinzip zu begreifen. Das Prinzip lautet, extrem verkürzt: Besser angepasste Individuen produzieren verhältnismäßig mehr Nachkommen. Dieses Phänomen ist kein Prozess, auch wenn es zu einem führt. Auf keinen Fall hört es auf oder greift an einem Punkt nicht mehr.

Evolution ist kein Aufseher, der außerhalb der Reproduktionsprozesse der Natur steht, dort einen Schubs gibt uns sich an anderer Stelle heraushält. Jede Veränderung des Genotyps, die den Phänotyp ändert, kann als Komponente des Prinzips Evolution angesehen werden. Ist die Phänotypänderung vorteilhaft, wird sie mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an mehr Nachkommen vererbt als eine weniger vorteilhafte Änderung.

Die Evolution hat bei Krokodil und Nautilus nicht einfach aufgehört. Weil sie nichts ist, was einfach aufhören könnte. Bisher war der Selektionsdruck für solche Tiere aber nicht groß genug, um eine großartige Änderung zu bewirken. Dennoch gilt auch hier natürlich, dass das bestangepasste Individuum die meisten Nachkommen erzeugt. Ist die Population als Ganzes an die derzeitigen Bedingungen ausreichend angepasst, führen einzelne Phäntypänderungen nicht mehr zu einem Überlebensvorteil, da die verschiedenen Änderungen an verschiedener Stelle sich gegenseitig herausmitteln, bevor innerhalb der Population ein ausreichendes Verhältnis des neuen und alten Phänotyps für eine langfristige Populationsänderung besteht. Das ist nur möglich, weil der Zufall dahinter steckt. Wäre der Entwicklungsprozess intelligent gesteuert, könnte man sich ja überlegen, dass bspw. Flügel ganz cool für die Krokodile wären, um neue biologische Nieschen zu erobern - und dann langsam die Entwicklung von Flügelansätzen in die Wege leiten.

Eine Doppelfehlbildung, also das Entstehen siamesischer Zwillinge, ist meiner Kenntnis nach deshalb kein evolutionärer Faktor, weil der Genotyp nicht verändert wird. Siamesische Zwillinge bekommen nicht selbst häufiger siamesische Zwillinge, wenn sie Kinder bekommen. Der Genotyp bleibt unverändert.
Tumorerkrankungen sind aber teilweise erblich. Oder man vererbt die Prädisposition dafür. Vielleicht vererbt man genetische Schalter, die beim Ausbruch einer Krebserkrankung aktiv werden. Ich halte es für denkbar, dass daraus ein Vorteil entstehen könnte - ich denke da gerade an die Sichelzellanämie, die hier als Krankheit bewertet wird, aber anderswo einen Vorteil bietet. Von "fehlgeschlagener Evolution" kann man aber auf keinen Fall reden. Weil Evolution kein Prozess ist, der auf ein Ziel hinausläuft. Da es nichts zu erreichen gibt, kann auch kein Ziel verfehlt werden.

Evolution läuft ab, weil sich durch Rekombination und Mutation Genotypen ändern - ständig - und solche Änderungen Konsequenzen haben. Rekombination geschieht letztendlich durch Zufall, Mutation passiert zufällig, und auch die sich ändernden Umweltbedingungen sind im Grunde eine zufällige Komponente. Ob es zu einer Änderung geführt hat, kann man immer nur (ziemlich lange) im Nachhinein beurteilen. "Ein Teil der Evolution" ist es nach meinen Begriffen trotzdem, weil das Prinzip immer gilt.


Nachrichten in diesem Thema
RE: Ich glaube nicht an die Evolutionstheorie, möchte es aber (-; - von Keksdose - 06-01-2014, 13:24

Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Ist Atheismus ein Glaube? Athon 199 93935 17-05-2022, 21:30
Letzter Beitrag: Ekkard
  1.) Dass es einen Gott nicht gibt, können wir mit einer an Sicherheit grenzender... richard 15 21107 29-11-2009, 22:49
Letzter Beitrag: Schmettermotte
  atheistischer "glaube" petronius 108 193018 05-06-2009, 19:46
Letzter Beitrag: petronius

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste