(04-02-2014, 12:33)Scheingreis schrieb: Tut mir leid, aber auf eine solche Frage bekommt man garantiert keine richtigen Antworten. Das liegt daran, daß die Fragestellung ja bereits suggeriert, Gotteswort und Menschenwort seien einander ausschließende Größen. Das setzt aber einen dem Konzept der Verbalinspiration verpflichteten Gotteswortbegriff voraus, und das ist in der christlichen Glaubenslehre nun einmal alles andere als konsensfähig, auch wenn derzeit mal wieder ein stark biblizistisch geprägter Fundamentalismus weltweit auf dem Vormarsch ist.
Nun, dann nimm den Wortlaut der Gallup-Umfrage:
"Welche der folgenden Aussagen kommt Ihren Ueberzeugungen am naechsten:
1. Die Bibel ist das tatsaechliche Wort Gottes und muss woertlich genommen werden, Wort fuer Wort.
2. Die Bibel ist das inspirierte Wort Gottes, aber nicht alles in ihr sollte woertlich genommen werden.
3. Die Bibel ist ein altes Buch mit Fabeln, Legenden, Geschichte und moralischen Vorstellungen, gesammelt von Menschen.
Das gibt eine etwas andere Aufteilung (30-49-17), die Dir vielleicht entgegen kommt. Der Anteil der Literalisten bleibt mit etwa einem Drittel gleich, und dies ueber viele Jahrzehnte.
(04-02-2014, 12:33)Scheingreis schrieb: Es gibt theologisch gut etablierte Alternativen zu einem solchen Bibelverständnis, aber die fallen in der Umfrage anscheinend unter den Tisch.
Na ja, die sind wahrscheinlich fuer Theologen interessant. Die meisten "normalen" Menschen haben nur eine sehr verschwommene Vorstellung davon, was ueberhaupt in der Bibel drinsteht, und das schliesst die Glaeubigen mit ein (eigentlich ist die Unkenntnis bei Glaeubigen sogar etwas staerker verbreitet). Dies fuehrt zu einer mehr gefuehlsmaessigen Antwort auf solche Fragen.
Dass die Antworten in diesem Thread eher ausweichend waren, sehe ich aber im Prinzip auch. Ob das unbedingt an der Frage liegt, sei einmal dahingestellt. Es koennte auch schlicht an einer in die Frage hineininterpretierten Absicht liegen.

