19-05-2014, 10:24
Zitat:Heißt das, wenn sich der Mensch von einem Turm stürzt muss Gott ihn auffangen?Jetzt wirst du bewusst albern. Es geht hauptsächlich um das teilweise monatliche, oft extrem qualvolle Leiden bei schweren Krankheiten, das auch der best-ausgebildetste, gutwilligste Arzt und auch der liebevollste Angehörige nicht lindern kann. Darauf nimmt keiner von euch, weder du noch Bridge, richtig Bezug. Stattdessen kommst du (siehe nächstes Zitat) mit der beliebten Ablenkung, dass Leute, die an Gott zweifeln, aus bösem Willen an ihm zweifeln. Man kann aber genauso wenig seine Zweifel steuern wie seinen Glauben.
Zitat:Ist für mich nachvollziehbar wie Menschen zappeln und strampeln um zu beweisen dass es Gott nicht gibt weil sie sonst alle Menschen lieben müssten.Da ist sie ja, die Ablenkung. Warum? Hast du Angst, mir zustimmen zu müssen, wenn du über meine Worte nachdenken würdest? Was ist die Liebe des allmächtigen Gottes denn für ein Vorbild, wenn er nicht einmal die für ihn geringe Mühe auf sich nimmt, einem Krebskranken im Endstadium die Schmerzen zu verringern? Auch dann nicht, wenn die beteiligten Menschen alles versuchen, was ihnen möglich ist - aber eben einfach nicht mehr leisten können?
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, einen allmächtigen Gott verehren zu sollen, der bei Krankheiten und Naturkatastrophen tatenlos zuschaut, obwohl er sieht, wie seine Geschöpfe sich herumquälen, und weiß, dass er ihnen helfen könnte. Das einzige für mich nachvollziehbare Argument, ihm trotzdem zu huldigen, ist Angst, da man einem allmächtigen Gott ja hilflos ausgeliefert ist. Und gerade mit dieser Angst operierte schon Jesus.
Dazu kommt: Der Zwang, den Glauben an einen guten UND allmächtigen Gott und die Erkenntnis des Leids in der Welt miteinander vereinen zu müssen, führt automatisch dazu, dass das Leid relativiert wird oder gar als Werkzeug des Guten gilt. Für mich einer der Hauptgründe dafür, warum das Leben unter christlicher Herrschaft alles andere als menschenfreundlich war.
Zitat:In dieser "Endzeit" brauchen sie nur auf seinen Sohn zu hören, dann würden alle Menschen Brüder und Schwestern im Geist Gottes, das Ziel der Schöpfung.Und was forderte dieser? Seine Nächsten zu lieben, seine Feinde zu lieben und unbedingt, egal wie widrig die Umstände sind, zu glauben.
Das Problem: Andere zu lieben oder den Glauben kann man nicht befehlen, wie Jesus es versuchte. Und sich nicht wehren zu dürfen, wenn man attackiert wird, scheint zwar edel (gibt es ja auch im Buddhismus), widerspricht aber der menschlichen Natur, der es – wie jedem Lebewesen – immer auch um das eigene Überleben geht.
Jesus hat sich zu oft geirrt, was die menschliche Psyche anbetrifft.

