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Gibt es einen Grund für religiöse Zuversicht?
#1
(24-05-2014, 23:19)Ekkard schrieb:
(24-05-2014, 14:06)Keksdose schrieb: ... Aber im Bereich der Religion ergeben sich ja aus der Erkenntnis, dass ich keine Erkenntnisse habe und auch keinen Zugang dazu, gewisse Konsequenzen. Zum Beispiel müsste man dann eingestehen, dass jede Art religiöser Zuversicht Einbildung ist. Denn das ist schon eine Frage, die ich mir immer wieder stelle: Wenn Menschen doch in Wahrheit nichts von Gott wissen können, was für einen Wert hat die Religion denn dann überhaupt für irgendwen? (Abgesehen von dem Wert, den auch Harry Potter an ihrer Stelle hätte, siehe oben.)

Ich denke, hier handelt es sich um ein Missverständnis."Religiöse Zuversicht", sagen wir mit Paulus "Hoffnung" halte ich durchaus für gerechtfertigt. Es handelt sich um die praktische "Anwendung" von transzendenten Vorstellungen. Die wirken ungefähr so wie (wenn nicht identisch mit) Meditation - antidepressiv.

Nur, was wir hier im Forum machen, ist eine andere Art der Auseinandersetzung. Hier geht es um die Frage, ob man etwas durch religiöse Argumente begründen kann. Und da taugen gewisse Konkretisierungen der Seinsweise Gottes, beispielsweise seine Allmacht, einfach nichts. (Allmacht, Barmherzigkeit, allumfassende Liebe sind bestenfalls Verehrungsformen durch Menschen. So wären wir vielleicht gerne, können aber nicht.)

Meiner Meinung nach müssen wir bei allen religiösen Sprachsymbolen immer ihren eingeschränkten, bildhaften Charakter berücksichtigen.

Gibt es wirklich einen nachvollziehbaren Grund für (religiöse) Zuversicht? Vertrauen kann ich auf alles mögliche, von der Wettervorhersage bis auf den Weihnachtsmann. Zumindest bei Erwachsenen können wir wohl davon ausgehen, dass dieses Vertrauen in unterschiedlichem Maße auf stabilen Füßen steht.

Wenn wir davon ausgehen, dass keine Frage zur Seinsweise Gottes irgendwie sinnvoll beantwortbar ist, dann bedeutet das doch, dass wir nichts von ihm wissen können. Seine Existenz eingeschlossen. Woher sollte man hier die Zuversicht nehmen?

Ich glaube, die einzige Grundlage für religiöse Zuversicht ist die Tradition religiöser Zuversicht. Das letzte Argument, das Religion und den Glauben an das fliegende Spaghettimonster trennt, ist die Dauer der Tradierung. Kinder können Vertrauen an Gott lernen, weil ihre Eltern das tun und die Generationen vor ihnen. Aus einem atheistischen Vakuum heraus gäbe es keinen Anlass, auf einen oder gar einen spezifischen Gott zu vertrauen.

Ekkard nennt es "die praktische "Anwendung" von transzendenten Vorstellungen". Darauf möchte ich antworten, dass die transzendenten Vorstellungen deutlich in Frage stehen, wenn auch sie nur aus der Luft gegriffen sein können. Den "eingeschränkten, bildhaften Charakter" religiöser Sprachsymbole müsste man für mich ersetzen durch einen ausschließlich fiktiven Charakter. Denn das muss es sein, wenn es nichts zu wissen gibt.

Was haltet ihr davon? Hat ein Gläubiger gute Gründe für seine Zuversicht? Bin sehr gespannt auf eure Meinungen.
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Friedrich Nietzsche)
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Gibt es einen Grund für religiöse Zuversicht? - von Keksdose - 25-05-2014, 10:22

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