27-05-2014, 09:57
(27-05-2014, 09:08)Mustafa schrieb:(26-05-2014, 23:46)Lelinda schrieb: "Gott" durch "Mutter Natur" zu ersetzen macht nur Sinn, wenn man ihr Bewusstsein und Wahrnehmung (zum Beispiel die Wahrnehmung der Gefühle der Menschen) unterstellt.Und? Gibt es in der Natur kein Bewusstsein und keine Wahrnehmung? Ansonsten personifizierst du Gott m.E. zu sehr zu einem "Super-hominiden".
Die Frage geht doch komplett an Lelindas Aussage vorbei. Ob es in der Natur Bewusstsein gibt, also irgendwelche Tiere z.B. ein Bewusstsein haben, ist legitim. Aber hier geht es um "die Natur" selbst, und das ist halt ein Wort, aehnlich wie "Liebe" oder "Weisheit", das dazu neigt, personifiziert zu werden, weil so viele Emotionen und macht ueber uns damit verbunden sind. Man sieht das oft genug auch in naturwissenschaftlichen Texten: ein Satz, der mit "die Natur sorgt dafuer, dass..." anfaengt, hat schon den ersten Schritt zur Erschaffung eines Gottes gemacht.
Das steckt irgendwie in der menschlichen Natur (da ist es wieder, das Wort). Vielleicht ist es ein Versuch, zu kommunizieren mit etwas, dessen Einfluss auf das eigene Leben unbestreitbar ist.
(27-05-2014, 09:08)Mustafa schrieb:(26-05-2014, 23:46)Lelinda schrieb: Was man aus Hiob lernen kann oder soll, ist folgendes:Deine Interpretation dieser Geschichte teile ich nicht. Aber bitte, wenn du das für dich herausziehen willst...
Welche Interpretation bevorzugst Du denn dann? Die mit Watte ueberzogene, uebertragene Bedeutung, nehme ich mal an? Aus der Geschichte wird klar, dass Gott menschliches Leid nicht kuemmert. Vielleicht ist er auch der Ansicht, dass Leiden den Charakter formt. Die Geschichte befasst sich ja gerade mit der Rationalisierung sinnlosen Leidens. Zum Schluss gibt's halt eine Belohnung. Kann sein, dass daher die Idee des ewigen Lebens kam, denn die Belohnung im Diesseits laesst ja erfahrungsgemaess oft genug auf sich warten. Aber es ist interessant, dass diese Geschichte von Hiob Gott eindeutig die Schuld zuweist.

