19-05-2015, 23:02
(19-05-2015, 21:07)Geobacter schrieb: Warum sonst ist der eigene Gott wohl immer so groß, allmächtig, allwissend?... jedenfalls nicht, um zu imponieren! Diese (Be-)Deutung halte ich für abwegig, ja widersinnig. Wenn ich imponieren will, dann darf über mir nichts mehr sein. Das aber besagt es, Gott zu glauben (auf Gottes Fügungen zu vertrauen).
(19-05-2015, 21:07)Geobacter schrieb: Ein kleiner fehlbarer Gott ist unvorstellbar... obwohl da gerade auch der abrahamitische Gott gut hinein passen würde.Das Problem sind die Gottesbilder (salopp ausgedrückt: Der kindliche Glaube an eine Vaterfigur, später einen orientalischen Despoten). Ich halte diese Gottesbilder für nützlich allein für die Glaubenskritiker, weil man sie so schön "zu Tode reiten kann".
Davon muss man sich in reiferem Lebensalter trennen. Es gibt so viel Weite in allen Dingen, die weit über das hinaus gehen, was ein "Heiliges Buch" überhaupt zu vermitteln vermag, so dass ein Gott, der den verkündeten Vorstellungen entspricht, als eine konturlose Entität allzu enger eigenen Vorstellungen erscheint - eine literarische Figur im frommen Religionstheater.
(19-05-2015, 21:07)Geobacter schrieb: "Braucht man Gott" ist also auch eine Frage der individuellen emotionalen, sozialen und allgemeinen Intelligenz.Die Formulierung, "einen Gott (zu) haben" lässt mich schmunzeln. Die Frage ist, wer hat wen? Der Gott, den "ich habe" oder haben könnte, der ist nicht.
In einem gesellschaftlichen Umfeld, in welchem Gott eine gewichtige kulturhistorische Bedeutung hat ist man auch als Atheist besser bedient, wenn man einen Gott hat.
Insofern würde ich die Titelfrage mit einem klaren: "Nein!", beantworten. Nur summieren sich unter den Gottesvorstellungen einige grundlegende Vorstellungen, die uns ein Leben in Gesellschaft ermöglichen. Diese ständig neu zu erfinden, ist mühsam und mit Irrwegen verbunden.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

