17-09-2016, 14:00
Vieles, was in den Koepfen der meisten Leute zu diesem Thema herumschwirrt, beruht auf Ueberinterpretation biblischer Aussagen, angereichert mit speateren Legenden. Einige Ideen, wie die der "verlorenen Staemme", beruhen auf juedisch-religioesem Selbstverstaendnis. Genau wie beim babylonischen Exil war es nach dem assyrischen Sieg lediglich eine Deportation eines Teils der Bevoelkerung. Ein Teil der Bevoelkerung floh nach Juda, und die Bevoelkerung von Jerusalem z.B. verfuenffachte sich als Resultat. Der Hauptteil der Menschen blieb aber im Lande.
Da von juedischer Seite die Samaritaner gerne totgeschwiegen werden, tendieren anscheinend auch heutige Europaeer gerne dazu, sie zu vergessen. Die Samaritaner (Waechter der Tora) sehen sich selbst als Bewahrer des wahren israelitischen Glaubens, unbeinflusst von den babylonischen Neuerungen des Judentums, zu dem sie nie konvertierten (wobei das zum Teil aber auch eine Art von Folkolore ist). Sie sehen sich selbst natuerlich als Nachfahren der Staemme Ephraim und Manasse, sowie Benjamin. Sie wohn(t)en ja auch in diesem Gebiet. Der Streit mit den Juden ging hauptsaechlich um den Ort des von Gott bestimmten Heiligtums, und in der samaritanischen Tora ist das der Berg Gerizim, nicht Zion. Der Tempel dort wurde waehrend der Zeit der Makkabaeer von den Juden zerstoert.
Als die Juedisch-Roemischen Kriege nach dem Bar Kochba-Aufstand vorbei waren und die Juden keine Bedrohung mehr darstellten (die Samaritaner, obwohl unbeteiligt, litten unter beiden Konfliktparteien), wurde der Tempel auf dem Gerizim wohl um das Jahr 135 wieder aufgebaut. Das 3. und das 4. Jahrhundert gelten als goldenes Zeitalter der Samaritaner. Allerdings fuehrten dann mehrere Aufstaende auch zu ihrem Untergang als bedeutsame Volksgruppe, wobei natuerlich ebenfalls Konversion zum Christentum zu gewissen Verlusten fuehrten, was wohl auch einen Teil der Auseinandersetzungen erklaert. Das waren der Justa-Aufstand 484, ein weiterer 495, und die die grosse Ben Sabar-Revolte 529-531, die wohl die verheerendsten Auswirkungen hatte. Die Jahre 556 und 572 sahen zwei weitere Revolte, an denen sich diesmal die Juden beteiligten. Die muslimische Zeit gab ihnen mit weiteren Verfolgungen und Uebertritten zum Islam nahezu den Rest.
D.h., man muss Ephraim und Manasse nicht in Britannien suchen, wenn es doch eine sehr viel naheliegendere Erklaerung gibt.
Was die Idee von "12 Staemmen" angeht, so hat das wohl zum Teil eher mythologischen Hintergrund, so dass man das mit dem Zaehlen hier nicht so genau nehmen muss. Die Idee mag sich in der Organisation des salomonischen Reiches widerspiegeln, als das Reich in zwoelf Provinzen aufgespalten wurde, die jeweils fuer einen Monat des Jahres den koeniglichen Haushalt finanzieren mussten.
Da von juedischer Seite die Samaritaner gerne totgeschwiegen werden, tendieren anscheinend auch heutige Europaeer gerne dazu, sie zu vergessen. Die Samaritaner (Waechter der Tora) sehen sich selbst als Bewahrer des wahren israelitischen Glaubens, unbeinflusst von den babylonischen Neuerungen des Judentums, zu dem sie nie konvertierten (wobei das zum Teil aber auch eine Art von Folkolore ist). Sie sehen sich selbst natuerlich als Nachfahren der Staemme Ephraim und Manasse, sowie Benjamin. Sie wohn(t)en ja auch in diesem Gebiet. Der Streit mit den Juden ging hauptsaechlich um den Ort des von Gott bestimmten Heiligtums, und in der samaritanischen Tora ist das der Berg Gerizim, nicht Zion. Der Tempel dort wurde waehrend der Zeit der Makkabaeer von den Juden zerstoert.
Als die Juedisch-Roemischen Kriege nach dem Bar Kochba-Aufstand vorbei waren und die Juden keine Bedrohung mehr darstellten (die Samaritaner, obwohl unbeteiligt, litten unter beiden Konfliktparteien), wurde der Tempel auf dem Gerizim wohl um das Jahr 135 wieder aufgebaut. Das 3. und das 4. Jahrhundert gelten als goldenes Zeitalter der Samaritaner. Allerdings fuehrten dann mehrere Aufstaende auch zu ihrem Untergang als bedeutsame Volksgruppe, wobei natuerlich ebenfalls Konversion zum Christentum zu gewissen Verlusten fuehrten, was wohl auch einen Teil der Auseinandersetzungen erklaert. Das waren der Justa-Aufstand 484, ein weiterer 495, und die die grosse Ben Sabar-Revolte 529-531, die wohl die verheerendsten Auswirkungen hatte. Die Jahre 556 und 572 sahen zwei weitere Revolte, an denen sich diesmal die Juden beteiligten. Die muslimische Zeit gab ihnen mit weiteren Verfolgungen und Uebertritten zum Islam nahezu den Rest.
D.h., man muss Ephraim und Manasse nicht in Britannien suchen, wenn es doch eine sehr viel naheliegendere Erklaerung gibt.
Was die Idee von "12 Staemmen" angeht, so hat das wohl zum Teil eher mythologischen Hintergrund, so dass man das mit dem Zaehlen hier nicht so genau nehmen muss. Die Idee mag sich in der Organisation des salomonischen Reiches widerspiegeln, als das Reich in zwoelf Provinzen aufgespalten wurde, die jeweils fuer einen Monat des Jahres den koeniglichen Haushalt finanzieren mussten.

