15-09-2017, 19:43
(12-09-2017, 19:19)Adamea schrieb: Hier geht es m.E. auch überhaupt nicht um den Tod selber, und das genaue wissen wie das sein könnte, sondern eben um die Vorstellung darüber. Diese ist für das JETZT IM Leben wichtig. Das muß m.E. ganz anders gedacht werden, weil da ein bedeutungsvoller Unterschied ist.
Hier hast du nicht ganz unrecht. Natürlich ist es eine unschöne Vorstellung, zu wissen, dass man irgendwann nicht mehr existiert und die Welt ohne einen weiterlebt. Aber dieses Sichtbarmachen der eigenen Unbedeutenheit kann auch sehr befreiend sein. Wenn wir wissen, dass wir nur dieses eine Leben haben, gehen wir vielleicht viel umsichtiger damit um, kümmern uns eher um die wichtigen Dinge. Und vor allem kann es uns helfen, uns selbst (und auch die gesamte Menschheit) nicht so wahnsinnig wichtig zu nehmen.
Diese Selbsterhöhung und Selbstüberschätzung unserer Belange und unserer eigenen Existenz sorgt doch für allerlei Probleme auf der Welt. Und Religion, welche ja den Menschen eben in eine solche erhabene Position hebt, trägt da imho ihren Teil zu bei.
(12-09-2017, 19:19)Adamea schrieb: Ich glaube auch, dass es ohne Glaube und die Vorstellung, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, noch mehr Gewalt auf der Welt geben würde.
Momentan haben wir auf der Welt fast ausschließlich religiös motivierte Kriege und Auseinandersetzungen. Da fällt es schwer, deiner Aussage zuzustimmen.
Ich denke jedoch, dass Religion oftmals nicht die Ursache sondern eher der Aufhänger für Konflikte ist und der eigentliche Grund sozialer Natur ist. Religiöser Fanatismus und andere Ideologien sind dann eher das Ventil, durch welches sich Frust und Wut über soziale Missstände entlädt.
