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Christliche Botschaften aus atheistischer Sicht
#5
(08-03-2019, 21:39)Sinai schrieb: Ich habe diese Radiosendung nicht gehört und ich habe auch nicht die Zeit und das Interesse, die in dem von Dir angegebenen Link enthaltene Predigt zu suchen und zu lesen.

Nuja, dem Link zu folgen und 1:37 Minuten lang zuzuhören halte ich jetzt nicht für einen übertriebenen Zeitaufwand… aber gut: ich habe den Inhalt ja zusammengefasst, bei dem Link ging es mir hauptsächlich um die Angabe der Quelle.

(08-03-2019, 21:39)Sinai schrieb: Es ist eher so, daß der Referent vom Anblick des riesigen Sternenhimmels überwältigt war (…) und er von sich selbst verlangt, eine Meinung dazu abzugeben.

(Auch @Mustafa ) - So rein vom Wortlaut her ist es gut möglich, dass er lediglich ein Feedback von seinen persönlichen inneren Vorgängen geben wollte; auf der Tonspur glaubte ich aber, herauszuhören, dass er dieses „ich“ schon auf die Allgemeinheit beziehen wollte.

Wie dem auch sei: da kann ich dann nur zurückmelden, dass es sich bei mir nicht so verhält. Vielmehr mahnt mich ein solch überwältigendes Schauspiel eher, mich in Bezug auf die großen Fragen zurückzunehmen. Wenn ich weiß, dass das, was ich sehe, schon unbegreiflich ist, dann können jedwede Vorstellungen davon, was sich dahinter verbirgt, nach meiner Auffassung nur falsch sein.

(08-03-2019, 22:15)Ekkard schrieb: Selbstverständlich weiß man heute, woher der Mensch kommt, sprich wie er sich entwickelt hat.

So, wie ich das bisher verstanden habe, beschränkt sich die „große Frage“ nach dem Woher längst nicht auf die Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Da geht es meistens um das Woher des gesamten Universums (das Stichwort „Urknall“ hat der Referent sogar explizit benannt). In der Diskussion der Vergangenheit ist mir des Öfteren begegnet, dass sich niemand so recht vorstellen kann, wie „aus dem Nichts“ plötzlich etwas entsteht, oft verbunden mit der Behauptung, dass das auch nicht möglich sei. Also wird eine Entität hinzugedacht und „Gott“ genannt, die das angeblich alles leisten konnte. Aber das verschiebt die Frage eigentlich nur auf die nächste Ebene, nämlich, wie Gott aus dem Nichts entstehen konnte.

Vielleicht gibt es zur Urknalltheorie sogar eine mathematische Formel, die das Woher erklärt; aber sie ist abstrakt und lässt sich höchstens für Experten auf diesem Gebiet wirklich veranschaulichen. Schon allein die Frage, wie man sich die Entstehung der Zeit vorstellen soll, ist nicht mehr fassbar.

(08-03-2019, 22:15)Ekkard schrieb: Ja, dahinter steckt vielfach angelernter Frommsprech, der meist nicht mehr verstanden wird.

Zu den im Hintergrund anklingenden, tatsächlich schwer wiegenden gesellschaftlichen Fragen regt dich der "Blick über den Tellerrand" offenbar nicht an?

Das ist eben das Problem mit dem Frommsprech: er kommt immer so hochtrabend, großspurig und bombastisch daher. Dieser typische Stil regt bei mir gar nichts an, er schreckt mich nur ab. So funktioniert ein „Blick über den Tellerrand“ bei mir nicht!

Um bei der Metaphorik des Referenten zu bleiben: der Blick auf die Sterne verwirrt, aber er hilft erst einmal gar nicht. Aber schauen wir doch einmal zurück auf den Schreibtisch: alles rechteckig und alltäglich. Wirklich? Naja, mal sehen. Das da vorne ist doch etwas schief geraten, eher ein Trapez. Und hier eine Raute, dort ein Parallelogramm. Ist das hier drüben nicht sogar ein Achteck? Dann in der anderen Ecke: Kreise und Ellipsen! Erstaunlich, nicht wahr? Also doch nicht gar so alltäglich, wie gedacht.

(08-03-2019, 22:15)Ekkard schrieb: Wenn man aber mal den Blick über den Tellerrand hinaus richtet, z. B. in Richtung der Sterne, geraten vielleicht wichtigere Themen ins Blickfeld, die sich meist im sozio-kulturellen, gesellschaftlichen Umfeld auftun. (Unsere Ängste, unsere Betäubung durch allzu viel Hektik, Reklame, Mobilität ...)

Tja, und das passiert, wenn man zu viel auf einmal will und sich sofort auf die „großen Fragen“ stürzt. Hektik, Ängste, Verwirrung – und die daraus folgende Betäubung; das sattsam bekannte Hamsterrad eben. So beißt sich die Katze in den Schwanz.
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RE: Christliche Botschaften aus atheistischer Sicht - von AncheCameo - 09-03-2019, 18:20

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