(20-07-2019, 06:51)Burkl schrieb: Jetzt willst du auf einmal den zwei einvernehmlich Handelnden vorschreiben was "Schaden" ist? Ich dachte die Selbstbestimmung zählt.
Und in meinem Beispiel habe ich bewusst von Entscheidungsfähigkeit gesprochen...
Das ist doch jetzt ein Ausweichmanoever.
Falls es Dir lediglich darum ging, darauf hinzuweisen, dass es noch andere Entscheidungskriterien geben muss als nur die Einvernehmlichkeit, das ist klar. Aber das war jetzt sowieso schon implizit vorausgesetzt, wo wir uns darueber unterhielten, warum Keuschheit nun eine Tugend sein sollte und einvernehmliche Sexualakte per se schlecht sind, solange kein Kind dabei herausspringt (das eigentliche Thema zwischen uns!).
Ja natuerlich rede ich davon, ob man anderen oder sich selbst Schaden zufuegt. Das ist bei allen Gespraechen ueber einvernehmliche Sexualakte erst einmal vorausgesetzt. Hier ploetzlich mit einem Beispiel zu kommen, das fuer jedermann offensichtlich diesen Grundsatz verletzt, lenkt vom Thema ab, warum einvernehmliche Sexualakte per se jetzt negativ zu beurteilen waeren. Was Du hier machst, nennt man im Englischen "moving the goalposts".
Es sei denn, Du moechtest darauf hinweisen, dass diese Kannibalismustat von Rotenburg geradezu kernchristliche Themen tangiert. Das Opfer erinnert mich mit seinem Wunsch, in einem Akt getoetet zu werden, an die fruehchristliche Mode christlicher Maertyrer, Christi Tod durch Suizid per roemischer Staatsmacht zu emulieren. Der Kannibale selbst versuchte, duch den Verzehr des Fleisches seines Opfers "mit diesem zu verschmelzen", bemuehte also den Grundgedanken der Eucharistie, wo die Verschmelzung durch den Verzehr des Fleisches Christi erfolgt. Auch hier schwingen also mystische Themen mit. Ist das die Verknuepfung von "sexueller Energie" und "Liebe zu Gott", die Dir vorschwebt?

