17-11-2021, 12:22
(16-11-2021, 01:55)Bion schrieb: Ja. Dort steht allerdings nicht "die Eins", sondern "das Eins".
"Ohne das Eins gibt es keine Erkenntnis", kommentiert Apelt
Apelt lehnt sich bei der Übersetzung der Platon-Texte an Schleiermacher an. Dort, wo bei moderneren Übersetzungen "das Eine" steht, steht bei Schleiermacher – und ebenso bei Apelt - "das Eins" (was der Sache Sinn gibt).
Hallo Bion,
das hast Du gut korrigiert! - (Danke!)
Für diejenigen, welche sich für den interessanten Dialog zwischen Parmenides und Aristoteles über DAS EINS interessieren (könnten), füge ich mal ein paar Auszüge anbei, weil damit auch das so oft strapazierte Wortgefecht über das sog. "Göttliche" oder die "Transzendenz" (jenseits der Erfahrung des Gegenständlichen) angesprochen ist:
>> Mit jedem Teil des Seins ist DAS EINS verknüpft und es lässt weder einen kleineren noch einen größeren noch einen wie immer gearteten Teil unberührt. <<
>> Das seiende EINS ist also Eins und Vieles, ist Ganzes und Teile, ist begrenzt und eine unbegrenzte Menge. <<
>> Niemals also ist DAS EINS und das Andere in Einem und demselben vereint. <<
>> Es ist also gleich von Beginn an die Frage so zu fassen: Wenn EINS nicht ist, was muss es dann sein? Erstens muss ihm, wie ersichtlich, Erkennbarkeit beigelegt werden, denn sonst würde ja gar nicht einmal erkannt werden, was überhaupt gemeint ist, wenn man sagt: „wenn EINS nicht ist“.
Richtig.
Und weiter auch, dass das Andere von ihm verschieden ist; denn sonst könnte es ja nicht als verschieden von dem Anderen bezeichnet werden. <<
>> Wenn wir also sagen „etwas ist nicht“, sagen wir dann, dass es in gewisser Beziehung nicht sei, in anderer aber sei? Oder bedeutet dies „Ist nicht“, wenn man es ausspricht, nicht schlankweg, dass das Nichtseiende schlechthin nicht ist und in keiner Weise am Sein teilhat?
Das Entstehen und Vergehen ist aber doch, wie sich ergab, nichts anderes, als Anteil erhalten am Sein hinsichtlich des ersteren, und des Seins verlustig gehen hinsichtlich des letzteren.
Was aber in keiner Weise daran Anteil hat, das kann weder Anteil daran erlangen, noch seiner verlustig gehen. <<
>> Also auch keine Meinung von dem Nichtseienden wird dem Anderen beiwohnen und kein Scheinbild von ihm und das Nichtseiende unterliegt überhaupt keiner Beurteilung von Seiten des Anderen. <<
>> Wenn wir also alles zusammenfassend sagen, wenn DAS EINS nicht ist, so ist überhaupt nichts, würden wir damit nicht recht haben? <<
Gruß von Reklov

