(31-01-2022, 15:55)Reklov schrieb: Wahr ist aber auch, dass schon in der bloßen Idee einer Änderung manche Schwierigkeit steckt - denn - jede Änderung ist eine Änderung von ETWAS: ÄNDERUNG setzt ein ETWAS voraus, dass sich ändert. Und sie setzt voraus, dass dieses ETWAS, während es sich ändert, dasselbe ETWAS bleibt.
So kann z.B. jeder sehen, dass sich ein grünes Blatt verändert, wenn es braun wird, aber keiner würde sagen, dass sich das grüne Blatt verändert, wenn wir es durch ein braunes Blatt ersetzen.
Diese These ist grundfalsch, und das gewaehlte Beispiel ist unpassend. Natuerlich bleibt ein Blatt dasselbe Blatt, auch wenn es stirbt. Nur hat das rein gar nichts mit Evolution zu tun. Es ist nicht das Blatt, das evolviert, sondern die Samen, die der Baum produziert. Was Du beschreibst, ist, was mit Dir passiert, wenn Du irgendwann - je nach Vorliebe - in der Holzkiste verrottest oder im Krematorium in Rauch aufgehst. Ob Du das dann als "identisch" beschreiben willst, halte ich fuer etwas weit hergeholt, aber mit Evolution hat das halt rein gar nichts zu tun, ausser dass Du und Deine Identitaet aus der Welt abtreten.
(31-01-2022, 15:55)Reklov schrieb: Es ist eine Grundvoraussetzung für die Vorstellung von Änderungen innerhalb der Evolution, dass das sich ändernde "Ding" seine Identität beibehält, während es sich ändert.
Es ist eine Grundvoraussetzung der Evolution, dass die Nachkommen eben nicht die Identitaet dessen behalten, was vorausgegangen ist. Deine Kinder sind nicht Du. Die sind nicht mit Dir identisch. Die haben nicht nur die Gene der jeweiligen Eltern von Vater und Mutter in verschiedenen Verhaeltnissen gemischt - also durchaus auch ganz andere, als sie bei Dir je zum Tragen gekommen sind - sondern tragen auch etwa ein Dutzend ureigenste Mutationen, was sie eben zu etwas ganz anderem macht. Und dasselbe passiert bei deren Kindern. Nichts bleibt gleich. Alles stirbt und wird durch anderes, verschiedenes ersetzt.
Du hast immer noch nicht mal im Ansatz begriffen, worum es bei Evolution eigentlich geht.
(31-01-2022, 15:55)Reklov schrieb: Hätten alle Forscher so gedacht, dann wären wir heute noch im dunklen Mittelalter, denn die Experten zerbrachen sich ihren Kopf auch über das, was man nicht sehen kann.
Guter Witz. Auch Hertz hat die Formel von Maxwell genommen, also handfeste Evidenz, um damit auf die Suche zu gehen, und natuerlich hat er auch gesehen, wonach und mit welchen Mitteln er suchen muss. So wie Glaeubige Gott definieren, ist das nun mal ein sinnloses Unterfangen, da weiterzusuchen, da er ja "nicht von dieser Welt" sein soll und sein Eingreifen unmerklich. Durch diesen Versuch der Immunisierung haben Glaeubige selbst jegliche Diskussion ueber Gott fuer sinnlos erklaert.

