14-03-2022, 15:26
(23-01-2022, 00:26)Ulan schrieb: Darum ging es bei meiner Bemerkung gar nicht, und schon gar nicht um die Unterscheidung Glaube/Aberglaube. Das Wort "glauben" hat unterschiedliche Bedeutungen. Um hier mal den Duden zu zitieren (siehe *https://www.duden.de/rechtschreibung/glauben ):
1. a) für möglich und wahrscheinlich halten, annehmen; meinen
1. b) fälschlich glauben, für jemanden oder etwas halten; wähnen
2. a) für wahr, richtig, glaubwürdig halten; gefühlsmäßig von der Richtigkeit einer Sache oder einer Aussage überzeugt sein
2. b) jemandem, einer Sache vertrauen, sich auf jemanden, etwas verlassen
3. a) vom Glauben (2a) erfüllt sein, gläubig sein
3. b) in seinem Glauben (2a) von der Existenz einer Person oder Sache überzeugt sein, etwas für wahr, wirklich halten
Glaube an Gott oder Gespenster (das sind die im Duden gebrachten Beispiele) fallen unter 3. b), Atheismus faellt, je nach Auspraegung, unter 1. a) oder 2. a) .
Hallo Ulan,
Gefühle hin oder her
... zunächst ist es eine Tatsache, dass, wenn jemand sagt "Ich glaube nicht an Gott", er diesen damit zumindest schon mal sprachlich in einen "Raum" stellt, nur dass er eben bezeugt, nicht an dessen Existenz "glauben" zu können/wollen.Sagt jemand aber "Es gibt keinen Gott", stellt er eine sprachlich anders formulierte Behauptung auf - die er "natürlich" nicht beweisen kann. Vor allem steht er vor der einfachen Tatsache, dass der von uns beobachtbare Mikro- und Makrokosmos nicht von ihm geschaffen worden ist, da er sich ja selber als "Geschöpf der Natur" begreifen muss.
Führt einer/eine nun die so gerne zitierte Selbstorganisation der zur Evolution fähigen Materie an, so steht er zugleich vor der Frage, woher denn diese stammen könnte?
Die modernen Wissenschaften bemerken ja zur Genüge, dass das Öffnen einer bisher verschlossenen "Tür des Wissens" zwar das Betreten eines neuen "Erkenntnis-Raumes" ermöglicht, dieser aber wiederum lediglich zu einer anderen verschlossen Tür führt, hinter der sich wiederum andere unbekannte Ur-Sachen befinden...
Glauben und Wissen halten sich also nicht nur die Waage, sondern regen sich auch gegenseitig zu neuen Gedankengängen und Vermutungen an, was ja nur positiv bewertet werden kann.
Gruß von Reklov

