07-07-2022, 16:34
(07-07-2022, 12:05)Rosenzweig schrieb:(06-07-2022, 17:29)Reklov schrieb:(05-07-2022, 22:29)Sinai schrieb:(05-07-2022, 16:06)Rosenzweig schrieb: Gott betreibt also den Hintersinn, das Nicht-Gute zu senden, um etwas Schlechtes zum völligen Erliegen zu bringen und um aus dem Alten ein Neues hervorsprießen zu lassen
Ja, da ist viel Weisheit in Deinem Statement.
Der unbekannte Gott (einmal sind es die Elohim, dann der El, dann der Frag nicht wie ich heiße) bringt Plagen und andere Schlechtigkeiten über die böse Menschheit (schon Kain war ein Mörder), bringt Massenmord (bereits die 'Sintflut' war keine Kleinigkeit), und dies alles, um aus dem Alten ein Neues hervorsprießen zu lassen
... alle Mutmaßungen über die Wortchiffer "Gott" fliegen am Ziel vorbei.
Dies war aber bereits dem Propheten Jesja bewusst, welcher durch den "Herrn" ausrichten ließ: "Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken / und eure Wege sind nicht meine Wege..."
Nun, wenn man das so nehmen wollte, dann müssten wir wegen Zwecklosigkeit aufhören, uns über das Vorgehen Gottes Gedanken zu machen. Ja, die Texte wären dann völlig sinnlos. Es wäre ein Gott, der uns generell die Möglichkeit zu verstehen versagt.
Hallo zusammen,
... sich Gedanken über die Wortchiffer "Gott" zu machen, ist nie zwecklos, denn obwohl Chiffer, Symbol und Mythos ihre bekannten Schwierigkeiten bei der Darstellung durch die Menschensprache haben, bleibt die Unmittelbarkeit der Grundgewissheit, sowie unser Denken aus der Erfahrung und die geschichtliche Tiefe der Existenz...
Auch verschieben und entwickeln sich die Gesamtbilder des Daseins immer weiter - z.B. durch Forschung, durch Raumfahrt ... etc.
Alle Religionen weisen sich aber auch durch mancherlei Unstimmigkeiten aus. So erfährt z.B. der Bibelleser, dass selbst Jesus keine Antwort auf die Frage zum Termin des "Jüngsten Tages" geben konnte!
Mt 24, 36: >> Was jenen Tag und jene Stunde angeht, so kennt sie niemand, nicht einmal die Engel des Himmels, nicht einmal der Sohn, sondern allein der Vater << - wird seit den Väterzeiten unter Dogmatikern und Exegeten heftig diskutiert.
Moderne Deutungen rangen sich zu der Aussage durch, dass Jesus mit dem Grunde seiner menschlichen Seele immer eingetaucht war in das göttliche Wort, mit dem er ja eine Person bildete, dass aber diese Verbindung, die den Grund seines Seins prägte, nicht auch sein menschliches Bewusstsein mit allen Details der göttlichen Allwissenheit erfüllte, sondern es nur so weit durchdrang, soweit dies für seinen Offenbarungsauftrag nötig war.
So soll (wie zu lesen war) z.B. Mohammed den gesamten Koran von einem Engel in einer Höhle während einer Nacht diktiert bekommen haben, obwohl dagegen steht, dass er nicht schreibkundig war.
Man staunt immer wieder, zu welchen Formulierungen/Begründungen unsere Sprache fähig ist.
Ich glaube auch nicht, dass "Gott" Plagen über die Menschheit brachte/bringt, sondern in unserer "dualen Welt" gibt es eben für jede Sache auch einen Gegenpol, was man bereits am Kontrast von hellen und dunklen Farben, an kleinen und großen Dingen od. an sehr unterschiedlichen Temperaturen erkennen kann.
Zu Kain: der erste Mörder bekommt von "Gott" sogar ein Zeichen, damit ihn niemand erschlägt, der ihn findet. Dies klingt nach der Einsicht, dass dem Schöpfer bewusst gewesen war, dass sein mit Aggressionen ausgestattetes Geschöpf eben auch mal durchdrehen kann!?
Auch die Sintflut (wie jedes andere Naturereignis!) ist eine Folge von vorangehenden Ursachen und wohl keine Rache an den Menschen, von denen der Schöpfer (laut Bibel) "enttäuscht" worden war. Denn ER hätte ja bereits bei der "Engel-Revolte" aufmerksam registrieren müssen, dass Geschöpfe mit freiem Willen diesen nun mal auch durchsetzen wollen. Koste es, was es wolle!
Zumindest hätte ein "Allwissender" ahnen können/müssen, dass auch aus Noahs Familie lediglich wieder fehlbare und schlecht gesinnte Nachkommen hervorgehen werden, welche sich überall finden lassen; auch unter den Angestellten der Kirche!
Gruß von Reklov

