(06-05-2024, 11:45)Sinai schrieb:(06-05-2024, 00:08)Ulan schrieb: . . . dass hier Ereignisse aus dem Roemisch-Juedischen Krieg fantasievoll nacherzaehlt werden . . .
Das ist nicht gesagt, denn als die Geheime Offenbarung verfasst wurde, war Jerusalem noch nicht zerstört und der Brand von Rom wird auch nicht erwähnt, somit könnte man diese Schrift in die Zeit kurz vor 64 datieren.
Es ging um das Matthaeus-Evangelium, das, wie alle Evangelien, die Zerstoerung Jerusalems voraussetzt. Es gibt bei der Passage, um die es geht, Parallelen bei Josephus in seinem Werk ueber den Juedischen Krieg. Ansonsten wird die Offenbarung - seit der Antike in christlicher Ueberlieferung uebrigens - im allgemeinen auf die Zeit Domitians (um 95 n.Chr.) datiert.
(06-05-2024, 11:45)Sinai schrieb: Doch kehren wir zu "Erdbeben" und "Sonnenfinsternis" zurück.[...]
Das ist halt eine jahrtausende alte religiöse Sprache voll von Symbolen, die wir heute einfach nicht verstehen. Und wahrscheinlich verstanden sie auch nicht die Zeitgenossen der Propheten, sie war nur Schriftgelehrten verständlich.
Wäre das verständliches Allgemeingut gewesen, so hätte es nie den Beruf des Schriftgelehrten gebraucht
Die einfachste Erklaerung ist immer noch, den Text durch solche Ausschmueckungen fuer Leser interessant zu machen. Das funktioniert ja auch bei Dir gut.
Hier raecht sich uebrigens, dass die meisten Glaeubigen keine antike Literatur aus der damaligen Zeit kennen, sonst wuerden sie wissen, dass solche Stilelemente in allen moeglichen Texten vollkommen normal waren, die christlichen Texte also in der Beziehung gar nichts besonderes darstellen.

