25-05-2024, 15:45
(13-05-2024, 11:18)Athon schrieb: Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Thema hier richtig platziert ist. Möge die Moderation es ggf. verschieben.
@Reklov stellt hier immer wieder die Frage nach dem "Urgrund", also wer oder was für das Entstehen alles Materiellen "verantwortlich" zeichnet. Ich frage nicht nur ihn an dieser Stelle, wer oder was könnte der "Ur"-Grund für Gott sein...?
Hallo Athon,
die Fragestellungen zum Begriff "Gott" (als Ur-Grund) sind zahlreich und vor allem vielschichtig.
Der Begriff wurde nicht nur von Religionsstiftern vereinnahmt, sondern gab/gibt auch den Philosophen eine vielseitige Möglichkeit, sprachlich aktiv zu werden.
Wollte also z.B. jemand von der Wahrheit der Transzendenz sprechen, etwa mit dem alten Satz, >"Gott" sei die Wahrheit<, so ist diese Wahrheit mit dem Gedanken der Übereinstimmung nicht zu treffen. Diese WAHRHEIT wäre nämlich ohne alle Übereinstimmung, da sie ohne alle Gegenständlichkeit wäre!
Das Problem dabei: Hier kann nicht einmal in dem bereits abgeleiteten Sinn, wie bei den philosophischen Wahrheiten, von Übereinstimmung gesprochen werden.
Nein - hier wird die Übereinstimmung vielmehr ein leerer Gedanke, weil er ohne Gegenständlichkeit bleiben muss!
Dort, wohin Menschen nicht dringen können, hört auf, dass WAHRHEIT noch einen Sinn behält. Das Scheitern all der menschlichen Denkvorgänge über "Gott" kann lediglich in seinen Abgrund stürzen, ein richtiger Gedanke sich aber darin nicht halten.
Uns Menschen bleibt (auch hier im Forum!) lediglich der Vergleich von all den Weisen der Mitteilbarkeit, wie sie mittels Sprache oder Bild möglich werden.
Wie sich aber Sein nicht vom Wahrsein - dem Sein für uns - lösen lässt, so auch nicht von der Mitteilbarkeit!
Leider zeigt sich Wahrheit nur durch Mitteilung im Zeitdasein. Will man aber WAHRHEIT von der Mitteilung lösen, so erstarrt sie zur Wesenlosigkeit.
Die Bewegungen in der sprachlichen Mitteilung ist IN EINEM Bewahren und Suchen des Wahren. Der unter Menschen mehrfache Sinn von Wahrheit kann und muss sich also nur in der Weise der Mitteilbarkeit zeigen!
Mitteilung geschieht unter Menschen in allen möglichen Weisen, wie Menschen eben so sind. -
Die Welt/Natur aber war und ist stumm - und "Gott" ist verborgen. So bleibt der sprachliche Umgang mit der WELT gleichsam nur ein Fragen und Antworten.
Die Antworten der Welt auf unsere Fragen geschehen durch Tatsachen, nicht durch Sätze! - Die Fragen der Welt an uns geschehen durch Situationen, auch durch das Unerwartete!!! - Manche Menschen machen aus dem stummen Geschehen ein Wechselspiel, indem sie sich verhalten, als fände eine Mitteilung statt.
Andere wiederum lassen sich von dem Schweigen des Weltalls überzeugen und meinen bewusst, hinter der ergreifenden Stummheit der Natur stecke NICHTS !
Dagegen steht aber nun mal auch die unmittelbare Gottesgewissheit, wie sie z.B. Propheten in sich tragen und verkünden, weil sie eine Wirklichkeit spüren, die nicht jedermann zugänglich ist, ohne dabei eine eindeutige und jedem zugängliche Sprache zu hören, wie sie zwischen Mensch und Mensch stattfindet. Diese Gewissheit hat keinen gegenständlichen Charakter - ist also kein Wissen von Etwas, kein Besitz eines Fremdartigen.
Wird diese Wissen aber mitteilbar, so muss es sich übersetzen und vermitteln lassen. Dabei wird es aber sogleich auch ungewiss, weil es in eine fremde Wissensweise eingetreten und in allem Sagbaren gegenständlich - und somit vieldeutig geworden ist.
Mitteilung und Mitteilbarkeit ist von der Seite der WELT, wie sie Menschen erfassen können. Der Ur-Grund aber bleibt für uns ein nur im Gleichnis zu erfassendes Geschehen.
Gruß von Reklov

