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Determinismus oder Willensfreiheit?
#38
Ich verstehe bisweilen nicht, was hier diskutiert wird. Beispielsweise enden Kausalketten nie und beginnen immer an der Ursprungssingularität unserer Welt, und sie verzweigen sich ins Überabzählbare. Demnach ist kein(e) Akt(ion), auch keiner unserer Gedanken und schon schon gar nicht unser Wille ohne nahezu "ewige" Vorgeschichte.

Die Sache wird erst spannend, wenn wir die sich dauernd wandelnden Randbedingungen betrachten. Gesellschaftspolitische Rahmen sind z. B. Gesetze und jene ungeschriebenen Regeln, die man auch "gesellschaftliche Zwänge" nennt. Hinzu kommt normalerweise der unbedingte Überlebenswille. Die Willensbildung laviert also zwischen Trieb, Wunschvorstellung, Regel und Überlebensnotwendigkeiten. Sie ist nur insofern und nur in dem Sinne frei, wie kein unmittelbarer Zwang  einwirkt - eine recht eingeschränkte Freiheit. Ferner gibt es ein Element des Zufalls angesichts der "Ungenauigkeiten" der einzelnen Weltzustände (statistische Schwankungen, Rauschen), die auch in unserem Kopf gegeben sind.

Die Willensbildung ist dadurch selbst bei genauester Kenntnis aller Parameter nicht berechenbar. Es erhebt sich also die Frage: Was diskutieren wir hier eigentlich, wenn man einen Vorgang vor sich hat, der mit Sicherheit verrauscht ist sich deshalb nicht genau fassen lässt?
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard


Nachrichten in diesem Thema
RE: Determinismus oder Willensfreiheit? - von Ekkard - 14-09-2024, 23:30
RE: - von Geobacter - 22-09-2024, 22:28

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