22-09-2024, 16:17
(22-09-2024, 15:38)petronius schrieb: Und ich habe dir jetzt schon wie oft erklärt, daß und warum du gar kein Argument vorgelegt hast?
Was glaubst du eigentlich, was ein Argument ist und wie es funktioniert?
Das Argument war, dass wir unsere Entscheidungen nicht frei wählen, sondern sie uns sozusagen "zufliegen" - wie etwa der Name einer Stadt, wenn wir uns darauf konzentrieren. Ich würde durchaus sagen, dass wir da keine Stadt wählen, sondern vielmehr wählt die Stadt uns - also der Gedanke erscheint und präsentiert sich uns "von sich aus" - allerdings muss dies nicht unbedingt bedeuten, dass unser Wille komplett unfrei ist. Dennoch ist es interessant.
(22-09-2024, 15:38)petronius schrieb:Zitat:Aber es gibt ja auch den versöhnlichen Standpunkt des Kompatibilismus.
Ich habe leider nicht die geringste Vorstellung davon, wie das praktisch der Fall oder auch nur möglich sein könnte
Es ist schwer vorstellbar, dass der freie Wille des Menschen determiniert sein könnte, es scheint wie ein völliger Widerspruch. Doch das könnte an unserem begrenzten Standpunkt liegen. Wie ich schon zuvor zu Ekkard sagte, wäre die Frage "Determinismus oder Willensfreiheit" vermutlich wirklich nur dann letztgültig zu klären, wenn wir eine Position außerhalb des Universums einnehmen könnten. So aber sind wir immer eingebunden in die unendlich komplexen Abläufe des Universums und können keine neutrale Position einnehmen. Aus der Sicht eines uns geistig absolut überlegenen Wesens wäre es vielleicht so, dass unser freier Wille berechenbar ist. Also unsere Entscheidungen wären frei, aber sie wären dennoch stets notwendig so wie sie sind, weil diese Vorgänge aus der Sicht dieses höheren Wesens wie eine mathematische Gleichung ablaufen. Das wäre eine Variante des Kompatibilsimus, die ich für möglich halte.
(22-09-2024, 15:38)petronius schrieb: Die Realität von Sachverhalten ist auch keine Frage des Aushandelns auf dem Basar. Warum es gar keine "determinierte Kausalkette von Anfang an" für alles und jedes geben kann, haben wir dir schon erklärt. Deine Reaktion? Du ignorierst es einfach und machst weiter in deinem Text
...
Hast du dich denn inzwischen schon mit dem Dreikörperproblem auseinandergesetzt?
Ich hatte dieses Forum bisher so verstanden, dass die verschiedenen User ihre Standpunkte darlegen und nicht so, dass die eine Seite Hausaufgaben an die andere Seite verteilt. Insofern habe ich mich mit diesem Dreikörperproblem noch nicht befasst.
Warum es keine determinierte Kausalkette geben kann, leuchtet mir eben so wenig ein.
Aber vielleicht habe ich auch einfach eine zu lebhafte Phantasie. Doch wie sagte ein bekannter Physiker einst:
"Not only is the universe stranger than we imagine, it is stranger than we can imagine."

