30-06-2007, 09:03
Fritz7 schrieb:Zwischen einem "wertäquivalenten Ersatz von Schaden"Brahab schrieb:Wude das Matthäus Evangelium gefälscht, muss es nicht doch heissen nach Moses, den feinden gegenüber Auge um Auge, zahn um Zahn.Weder - noch! Würde ich mal gegen altfestgesetzte Vorurteile protestieren.
Auch im Alten Israel praktizierte man KEINE Blutrache-Mechanik, keine willkürliche Privat-Gewalt sondern Talions-Recht, das Richter-Recht war, der Wut des Augenblicks entzogen und auch den Rachegelüsten der Massen. Es ging dabei um wertäquivalenten ERSATZ von Schaden, bald nur noch in Geld ...
Und Jesus brachte dazu KEINE wirklich neue, dem alten WIDERSPRECHENDE Rechts-Logik auf, sondern interprierte nur die alte radikal, überschärfte sie wohl auch aus rhetorischem Interesse - machte letztlich aber nur die alten Prinzipien wieder ganz bewusst.
und einem Hinhalten der linken Wange, wenn mich einer auf die rechte schlägt, scheint mir doch noch ein fundamentaler Unterschied zu sein nicht nur ein Bewusstmachen der "alten Prinzipien.".
Vor allem auch, wenn Jesus will, dass man "nicht widerstreben sollt dem Übel" (Matthäus 5,38 ). Ob Jesus mit dieser Ansicht damals der Einzige war, ist allerdings die Frage und "rhetorisches Interesse" steckt sicher auch dahinter.
Im Prinzip hast du völlig Recht,
denn Jesus sah seinen Standpunkt als "Erfüllung des Gesetzes" an und nicht als Veränderung.
So sieht das auch Pinchas Lapide in seinem Buch "Er predigte in ihren Synagogen" (S. 52 f.).
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)


