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Die Suche nach der "Urschrift" der Evangelien und ein Papyrologe auf Abwegen
#1
Wer erinnert sich noch an die Ankuendigung von 2012, dass ein Papyrus des Markusevangeliums aus dem 1. Jhdt. n. Chr. gefunden worden waere, wahrscheinlich von um dem Jahr 70?

Hier ist die Geschichte um ein paar evangelikale Unternehmer mit zu viel Geld und dem Willen, das Museum der Bibel zu eroeffnen (was 2017 auch passierte), anderen Evangelikalen, die ihren Traum leben wollen, einem Oxford-Professor auf Abwegen und dem Dschungel des Altertumshandels. Wobei der Professor, einst ein absoluter Star in der Papyrologie, wohl die interessanteste Rolle spielt (Artikel auf Englisch):

A Mystery at Oxford *https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2020/06/museum-of-the-bible-obbink-gospel-of-mark/610576/
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#2
Interessante Geschichte.

Obbink behauptet, es handle sich um ein Kompott, das Neider gegen ihn angezettelt hätten. Die Faktenlage hatte offenbar ausgereicht, ihn in Haft zu nehmen.

Dazu auch hier:

*https://www.theguardian.com/uk-news/2020/apr/16/oxford-professor-arrested-ancient-papyrus-bible-theft-dirk-obbink
MfG B.
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#3
Nun, die kriminelle Energie dahinter ist schon erstaunlich. Ich habe die Geschichte vom Anfang an verfolgt, als dieses angeblich fruehe Zeugnis der Bibel gefunden wurde. In einem Punkt bin ich sogar auf Obbink reingefallen: ich habe selbst hier die Geschichte verbreitet, dass man in Mumienmasken brauchbare Texte gefunden hat, wobei ich auch Markus erwaehnte, weil Obbink, wie gesagt, einen untadeligen Ruf hatte - bis vor kurzem. Dass er diese Masken dafuer missbraucht hat, die Herkunft der antiken Manuskriptteile, die er aus der ihm anvertrauten Sammlung der Oxyrhynchus Papyri verscherbelte, zu verschleiern, hatte ich jetzt nicht gedacht. In seiner Position musste so etwas doch irgendwann auffallen, und das tat es jetzt auch.

Da muss ich jetzt ueber die Diskussionen schmunzeln, die ich ueber die Ethik davon gefuehrt habe, dass man ein Kulturgut zerstoert (die Maske), um mit geringer Wahrscheinlichkeit ein anderes Kulturgut zu finden. Dass die Ethik da wohl noch eine Schublade tiefer gelandet war, laesst die gemachten Punkte im Nachhinein als harmlos erscheinen.

Fuer Leute, die weder den Artikel lesen noch den Hintergrund kennen: der rechtmaessige Besitzer der Fragmente, die Egypt Exploration Society, hat diese Fragmente inzwischen veroeffentlicht (2018), und die Markus-Teile wurden an das Ende des 2. oder den Anfang des 3. Jhdts. datiert.
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