04-09-2025, 18:27
(02-09-2025, 18:27)Ekkard schrieb: Dir scheint nicht klar zu sein, was du philosophisch gesehen mit deinen Thesen anrichtest: Eine total immunisierte, also nicht nachprüfbare These ist vollkommen belanglos und kann folgenlos ignoriert werden. Meines Wissens nach stammt diese Erkenntnis von dem bekannten Philosophen Karl Popper.
Was in deiner Vorstellungswelt "abgeht", ist für andere uninteressant. Wirken tun nur deine Taten oder Werke. Und die entsprechen i. d. R. deinen Interessen. Woher du deine Motive beziehst, bleibt allein dir überlassen m. a. W. interessiert nicht weiter.
Du ignorierst, dass Glaubenshaltungen durchaus dazu dienen, blutige Gewalt zu rechtfertigen.
@ Ekkard,
Thesen richten nichts an, - sie erzeugen im besten Fall gute Antithesen! Karl Popper vermutest du als meine Denk-Vorlage in dem Fall falsch! Dass nur Taten und Werke wirken, ist auch nur halb korrekt, denn zunächst sind es Gedanken, welche Wirkungen erzeugen! Also das Geistige und nicht das danach ausgeführte "Handwerk" ist das eigentlich Grundlegende. Anders gesagt: zuerst kommt das innere Begehren, dann ein Plan etc. und danach die Tat als Auswirkung! Dies alles hängt aber wiederum vom Bewusstsein der einzelnen Person ab. Es bleibt also jemand an seinem Plan hängen, haftet an, oder er überwindet sein Vorhaben geistig, weil er sich in nichts verwickeln will, das ihn belasten oder zeitlich oder finanziell einbinden könnte.
Es ist richtig, wie unsere Historie deutlich zeigt, dass Glaubenshaltungen blutige Gewalt erzeugen können! Dies aber hängt wiederum (wie ich es nenne) mit niedrigem Bewusstsein zusammen. Wenn also jemand seinem Militär erlaubt, Raketen in zivile Häuser zu jagen, das Töten von Zivilpersonen in Kauf zu nehmen, so kann und werde ich dieser Person niemals ein "höheres" Bewusstsein zusprechen!
(02-09-2025, 18:27)Ekkard schrieb: Öhm --- nein! Wenn du nicht der Einfachheit halber die ganze Literatur als "transzendentes Denken" auffasst, ist deine Aussage falsch. Andernfalls ist transzendentes Denken streng an "jenseitige Vorstellungen" geknüpft. Mir fällt da der mythische Ort "Hölle" ein, der vorstellungsmäßig alles Unangenehme, Schmerzliche auf einen unterirdisch gedachten aber mythischen Ort projeziert. Wenn man sich lange und intensiv in solche Projektionen hinein denkt, kann man sie sogar lieben, sofern es sich vorstellungsgemäß um Personen handelt z. B. die "Gottesmutter".
Öhm - - - nein! Transzendentes Denken bezieht die irdische Realität mit ein, versucht dabei aber eine "Brücke" zu bauen und das mit einem realen materiellen Gehirn und all seinen noch gar nicht vollkommen ausgeschöpften Möglichkeiten. -
Wenn dir dazu aber nur christliche Symbole einfallen, hast du das Thema nicht umfassend genug bearbeitet. Um aber beim Christentum zu bleiben: zur Hölle gibt es ja bekanntlich auch das Gegenstück, - den Himmel. Die engl. Sprache unterscheidet schon mal den physikal. Himmel = sky vom Himmel der Gläubigen = heaven.
Transzendenz bezieht sich nicht allein auf das gegenständliche Sein, welches wissenschaftlich erforscht werden kann. Es überwindet auch die Beliebigkeit der vielfachen, zufälligen und willkürlichen Subjektivität.
(02-09-2025, 18:27)Ekkard schrieb: Die Betonung liegt auf "kann". Jedes gute literarische Werk "kann" das auch.
Jedes gute literarische Werk ist ja zunächst mal vom Bewusstsein des Autors und dessen Thema abhängig. Ein noch so spannender Krimi ist anders als eine gute Biografie oder ein Roman und diese unterscheiden sich wiederum von Poesie-Bänden - oder einem wissenschaftlichen Buch.
(02-09-2025, 18:27)Reklov schrieb: Menschen oder Institutionen, die sich einen Gott "erfinden" und dieses Wort nur als Wegbereiter zur Macht nutzen, erfahren keinen inneren Aufschwung, sondern können der Volksmasse nur täuschenden Glauben anbieten, um ihre Interessen und Ziele zu erreichen.
Ekkard
Ach ja? - Was du nicht sagst. Jede Ideologie kann das. Und transzendentes Denken ist nichts, als mentale Akrobatik.
... jeder Denkvorgang ist mentale Akrobatik. - Das Bewusstsein im Raum der Wissenschaften kann für Menschen nicht alleine der Raum aller gültigen Aussagbarkeit sein, denn die zwingenden "Richtigkeiten" waren und sind keineswegs schon jemals die Wahrheit schlechthin!
Diese kann nur aus allen Weisen menschlicher Kommunikation erreichbare Möglichkeiten hervorbringen und sie mit Worten einkleiden.
Die wesentliche Wahrheit beginnt gerade dort, wo das Zwingende des Bewusstsein aufhört. Das bekannte Problem war und ist, dass wir auf eine Grenze stoßen, wo unser Dasein und anderes Dasein, auch wenn beide auf Wahrheit als die eine und allgemeingültige gerichtet zu sein meinen, diese Wahrheit doch nicht als das dasselbe anerkennen.
(02-09-2025, 18:27)Ekkard schrieb: Wer versteht, dass keine Wirkung ohne Ursache ist, der kann auch einsehen, dass die Ursachenkette entweder als ewig lang gedacht werden, aber auch an einem "Ur-Grund" enden kann. - Stete Wiederholung macht aus einer oft beobachteten Serie von Ereignissen noch keine Notwendigkeit. Es bleibt einfach nur "oft beobachtet", weiter nichts.
... das siehst du richtig, denn an sich wäre das Interessanteste für jeden Menschen, zu wissen, was denn der "Ur-Grund" eigentlich ist?
Zu der als ewig lang gedachten Ursachenkette merke ich mal salopp den Menschen an: Die meisten Personen kennen gerade mal ihre Großeltern. Von den Urgroßeltern haben viele noch einigen Fotos im Familienalbum. Dann aber endet oft die Spur dieser Ursachen, denn die Eltern der Urgroßeltern sind in der Regel unbekannt ... allenfalls in Taufbüchern der jeweiligen Kirchen aufzufinden, - wenn man denn interessiert sucht.
(02-09-2025, 18:27)Ekkard schrieb: Wenn du schon in den oben behandelten Details schief liegst, kommt der allgemeinen Beschreibung schlechterdings kein Wahrheitsgehalt zu.
Wie gesagt: Meditation, oder an was du da auch immer denkst, vermittelt bestenfalls subjektiven Wohlgefallen und wirkt als gute Einschlafhilfe, sonst nichts.
... Meditation wäre da völlig fehl am Platz, denn diese wäre nur ein rein persönliches Vertiefen.
Transzendenz richtet sich jedoch auf die Wahrheit aus, von der nicht nur wir (auf unserer winzigen Erdkugel) umgriffen werden.
Hier, beim transzendenten Denken, trifft also Wahrheit auf Gegenstände die für uns objektiv geworden sind. Entweder sind die Gegenstände Dasein und Geist oder es ist das, was wir nie wir selbst sind - das Andere - die Welt als Natur und die Transzendenz!
Der riesige Unterschied (abgrundtief!) ist, ob ich das, was ich erkenne, der Möglichkeit nach selbst bin, oder ob ich es nur als das Andere erkenne. Menschen können aber nur im Gegenständlichen verstehen, was sie selber sind - oder sein können.
Die Natur, als Erkenntnis der Welt, kommt uns z.B. als das schlechthin Andere entgegen. Und zwar derart, dass sie dunkel und ein Fremder bleibt. Transzendenz ist, wenn der Mensch die Wirklichkeit der Natur misst - an erkennbaren Realitäten, als ob sie nicht sei. Man kann in das Sein der Natur zwar eingehen, sie aber nie fassen und besitzen, obgleich sie, wo sie uns Menschen berührt, die eigentliche Wirklichkeit ist, die wir haben.
Hoffentlich konnte ich wenigstens andeuten, dass transzendentes Denken alles andere ist, als Meditation!?
Gruß von Reklov

