10-11-2025, 18:17
(09-11-2025, 18:23)Reklov schrieb: ... nun, - wir müssen schon beim Wortkram(en) bleiben, denn sonst bliebe hier nur die Unterhaltung mit Hilfe von langen Zahlenreihen, welche dann aber auch erst einmal "entschlüsselt" werden müssten!
Ich kann nicht sehen, dass hier irgendjemand irgendwann einmal, anstatt Sätze aufzuschreiben, bloße "Zahlenreihen" als "Argument" präsentiert hätte. Wie an den zahllosen Einlassungen dieser Art (nicht nur) von dir zu erkennen ist, hast auch du noch immer nicht verstanden, dass Empirie, Mathematik, Logik usw. keine Erkenntnisse darstellen, sondern bloß die notwendigen Werkzeuge sind, mit denen der menschliche Verstand zu solchen überhaupt erst gelangen kann.
(09-11-2025, 18:23)Reklov schrieb: Der "Urgrund der Welt" bezieht sich auf das Urprinzip oder den Anfang, wie es z.B. die ersten griech. Denker vorgaben. Es kann sich nun aber auch jede Person selber ausmalen, wie denn dieser Urgrund beschaffen sein könnte? - Manche greifen hier zu Denkwegen, wie sie z.B. die Physik ermöglicht. Es (das Urprinzip) kann eine konkrete SUBSTANZ, wie das Wasser (Thales) oder die Luft (Anaximenes) sein. Oder ein abstrakteres, unbestimmtes Prinzip (Anaximander).
Der Urgrund kann im übertragenen Sinne auch einen tieferen, oft metaphysischen Ursprung bedeuten, wie z.B. im Sinne des Tao in der chinesischen Philosophie.
Meines Wissens nach bezeichnen die Worte "Grund" und "Prinzip" durchaus NICHT das Gleiche. Und ich kann nicht sehen, dass sich dieser Umstand durch das Präfix "Ur" in irgendeiner Weise änderte. Gleichwohl benützt du nicht nur diese Worte de facto synonym, sondern wirfst unter beständigem Rühren noch weitere Begriffe wie "Ursprung" oder "Substanz" mit in diese merkwürdige Suppe.
Ich kann da nur immer wieder darauf verweisen, dass eine mit Worten und Begrifflichkeiten geführte Diskussion bestenfalls(!) nur so aussagekräftig und Erkenntnis hervor bringend sein kann, wie die darin verwendenten Begrifflichkeiten genau definiert und klar gegeneinander abgegrenzt sind. Wenn der Aussageinhalt von Worten und Begriffen jedoch der völligen Beliebigkeit anheim fällt und nur noch mit bloßen, nebulösen Emotionen herumjongliert wird, befinden wir uns ganz eindeutig in der Welt des leeren Wortkrams, woselbst sich ja u.a. auch das Reich religiösen Predigt befindet.
(09-11-2025, 18:23)Reklov schrieb: Es kann sich nun aber auch jede Person selber ausmalen, wie denn dieser Urgrund beschaffen sein könnte?
...
Nicht alles, was gedacht wird, muss deswegen auch gleich schon bekannt oder ersichtlich sein!
Die mögliche Anzahl der in menschlichen Köpfen aufsteigenden Phantasmen über über de facto oder gar per definitionem Unerweisliches oder Unerkennbares beliebigster Beschaffenheit ist unendlich groß. Was sagt das über die Relevanz dergleichen aus? Nichts!
(09-11-2025, 18:23)Reklov schrieb: Als eines von vielen Beispielen könnte man das Licht von längst erloschenen Sternen anführen. Deren "Lichtpakete" treffen hier auf Erden erst nach langer Zeit ein, der erloschene Stern selbst bleibt aber völlig unbekannt.
Würde ein Stern, der 1000 Lichtjahre entfernt ist, heute erlöschen, so hätten wir diese Info erst in 1000 Jahren, wenngleich auch nur als theoretische Erfahrung.
Was in aller Welt soll denn bitte eine "theoretische Erfahrung" sein?
Und wenn ich das Licht eines 1000 Jahr entfernten Sternes sehe, ist das eine rundum "praktische" Erfahrung, also Empirie. Und dass jener Stern 1000 Lichtjahre entfernt ist und das Licht sich mit ca. 300.00 km/s durchs All bewegt, all das weiß man ebenfalls nur durch Empirie. Deshalb weiß man auch, dass, wenn die Sonne plötzlich verlöschte, man dies auf der Erde erst nach etwa 8 Minuten würde bemerken können und dass, wenn jemand mich in 10m Entfernung mit seiner Taschenlampe anleuchtete, ich deren Verlöschen erst ca. 0,00000003s später bemerken würde.
In welcher Beziehung diese - wie ich mal annehme - auch hier allseits bekannte und wenig spektakuläre Tatsache zu deiner Aussage:
(09-11-2025, 18:23)Reklov schrieb: Nicht alles, was gedacht wird, muss deswegen auch gleich schon bekannt oder ersichtlich sein!
steht, ist doch nun wirklich beim besten Willen nicht zu erkennen.
(09-11-2025, 18:23)Reklov schrieb: Was also kann der Mensch schon groß zu dem so gedachten Anfang des Daseins sagen?
Siehe Wittgenstein!
(09-11-2025, 18:23)Reklov schrieb: Das reine Sein...
Bitte definiere doch bitte erst mal "das reine Sein". Und bitte so konkret und eindeutig wie möglich.
(09-11-2025, 18:23)Reklov schrieb: Tja, - wenn es doch nur nicht so unüberschaubar wäre, mit was sich das Dasein des Menschen während seiner kurzen Lebensspanne so alles konfrontiert sieht!
Derjenige Mensch ist gut beraten, welcher sich angesichts seiner kurzen Lebensspanne ausschließlich mit dem beschäftigt, was er auch überhaupt irgendwie überschauen kann.

