17-01-2026, 18:37
(17-01-2026, 12:55)Ulan schrieb: Die Thesen im Eingangsbeitrag sind mal wieder vollkommen daneben. Wieso wird immer dieser Popanz aufgebaut, dass der Naturalismus behaupten wuerde, dass echte Gefuehle keine echten Probleme bereiten wuerden? Da ist jemand mal wieder in sein eigenes Bild vom Naturalismus als technikaehnlich, und zwar Technik auf dem Niveau eines Toasters, verliebt. Man sollte sich nicht zu sehr in den eigenen Bildern verlieren.
Gefuehle sind Teil von Natur. Der Naturalismus blendet die nicht aus. Dass der Hang zu Religion evolutionaer und biologisch erklaerbar ist, relativiert denselben nicht. Eine Erklaerung ist noch lange keine Problemloesung; das sind zwei paar Schuhe.
Und Deine angeblich so "nuechterne" Sichtweise des Christentum ist eine einseitige, unbelegte Interpretation. Dass das Christentum versucht, einfache Antworten auf komplizierte Fragen zu liefern und das Verhalten des Menschen zu steuern, ist seine Staerke und Schwaeche zugleich. Die Staerke besteht darin, dass Glaube an seine Scheinantworten eine Richtlinie fuers Leben liefert, seine Schwaeche darin, dass sich dieser Glaube an die Scheinantworten hemmungslos ausnutzen und zur Manipulation missbrauchen laesst.
Vielleicht habe ich in dem Eingangspost nicht den richtigen Begriff verwendet. Das Hauptproblem ist vielleicht nicht Naturalismus, sondern Reduktionismus (Physikalismus, Biologismus, Psychologismus) und Szientismus. Allerdings glaube ich, dass sich Naturalisten ohne hinreichenden Grund in die Richtung des Reduktionismus/Szientismus begeben und viele auch dort ankommen.
Und warum liefert der Glaube nur Scheinantworten? Wie entstehen deiner Meinung nach wahre Antworten?

