17-01-2026, 22:47
(17-01-2026, 18:37)Thomas der Ungläubige schrieb: Vielleicht habe ich in dem Eingangspost nicht den richtigen Begriff verwendet. Das Hauptproblem ist vielleicht nicht Naturalismus, sondern Reduktionismus (Physikalismus, Biologismus, Psychologismus) und Szientismus. Allerdings glaube ich, dass sich Naturalisten ohne hinreichenden Grund in die Richtung des Reduktionismus/Szientismus begeben und viele auch dort ankommen.
Wie bereits von Anderen angemerkt, halte ich den Bezug auf diese Ismen fuer eine reine Schutzbehauptung, um die eigenen unbegruendeten Behauptungen zu immunisieren. Der Naturalismus gibt doch gar nicht vor, Sinnfragen beantworten zu koennen, worauf die Eingangsbehauptungen letztlich abzielen. Wie in meiner ersten Antwort bereits ausgefuehrt, geben Erklaerungen, welche Auswirkung was hat, keine ethischen Handlungsanweisungen oder eine Antwort auf den von Reklov vielbeschworenen "Sinn von allem". Sie zeigen nur Zusammenhaenge auf. Nur, was Glaeubige ja bereits ablehnen sind naturalistische Erklaerungen ihrer vielen Fragen, und das halte ich schlicht fuer unstatthaft; da hilft auch das Versteckspielen hinter angeblichen Ismen nichts.
(17-01-2026, 18:37)Thomas der Ungläubige schrieb: Und warum liefert der Glaube nur Scheinantworten? Wie entstehen deiner Meinung nach wahre Antworten?
Weil die durch den Glauben abgegebenen Antworten keinerlei Wahrheitsanspruch haben, auch wenn sie diesen vor sich hertragen. Die Fragen, die der Glaube beantworten moechte, haben keine Antworten. Sich das einzugestehen scheint sehr vielen Menschen schwerzufallen, und als Resultat klammern sie sich an Glaubensantworten fest, deren einzige Legitimation die Versicherung durch Autoritaetspersonen ist, reale oder erfundene.

