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Christentum vs. Naturalismus
#44
Zunächst: Eine thematisch korrektere Gegenüberstellung wäre, wenn man sich schon der "-ismen" bedienen will, Theismus vs. Naturalismus.
Da sich aber bekanntlich der katholische, also "rechtgläubige" Theismus als der einzig "wahre" sieht, muss man sich über die Überschrift natürlich nicht weiter wundern.

(17-01-2026, 01:47)Thomas der Ungläubige schrieb: Naturalismus: Alles soll erklärbar, messbar, letztlich reparierbar sein.
...
Eine saubere, durchsichtige Wirklichkeit, in der kein Rest bleibt. Er verkauft als Nüchternheit, was in Wahrheit eine Flucht vor dem Unverfügbaren ist: vor jener Dimension, die sich nicht berechnen, nicht technisch herstellen und nicht in Daten übersetzen lässt.

Strohmann!

Denn dass Menschen versuchen, so viel wie möglich "zu erklären", also zu möglichst umfangreicher Erkenntnis über sich selbst zu gelangen und über die Welt, in die sie hinein geworfen wurden, und dass sie überhaupt die Fähigkeit dazu haben, unterscheidet sie bekanntlich von allen anderen bekannten Lebewesen. Den Unsinn aber, dass der Mensch darum "alles" wissen und erklären könne oder auch nur solle, verkünden nur Einfaltspinsel, die sich über die prinzipiellen menschlichen Erkenntnismöglichkeiten noch nie irgendwelche Gedanken gemacht haben - oder aber eine Propaganda, die mit unliebsamen, weil unpassenden Erkenntnissen auf Kriegsfuß steht.



(17-01-2026, 01:47)Thomas der Ungläubige schrieb: Das Bewusstsein wird zur Gehirnfunktion

Erneut die Bitte, doch mal nachprüfbar irgendein "Bewusstein" ohne funktionierendes Gehirn zu präsentieren. Bloßes Gezeter reicht dafür eben nicht hin!


(17-01-2026, 01:47)Thomas der Ungläubige schrieb: die Liebe zu einer evolutionären Strategie.

Inhaltleere Worthülse, deren einzige Funktion darin besteht, dumpfe Emotionen auszulösen.


(17-01-2026, 01:47)Thomas der Ungläubige schrieb: Der Mensch erscheint darin als Naturding

Oh - was für eine Ungeheuerlichkeit! Mir ist allerdings kein einziger empirisch nachprüfbarer Beleg, oder auch nur wenigstens ein derartiger Hinweis bekannt, der dem offen am Tage liegenden Umstand widerspräche, dass der Mensch zur Gänze ein Teil der Natur ist. Gegenteilige Behauptungen gibt es freilich wie Sand am Meer - die allgegenwärtige menschliche Hybris halt...



(17-01-2026, 01:47)Thomas der Ungläubige schrieb: das man nur gründlich genug analysieren müsse, um es eines Tages vollständig zu beherrschen.

Aha, das Ziel wissenschaftlicher Erkenntnistätigkeit ist also, den Menschen eines Tages vollständig zu beherrschen. Was für eine köstliche Feststellung vom "Team Albert Einstein"...  Icon_cheesygrin  Dabei hat doch aber vor allem das Christentum und da insbesondere der Katholizismus auf's Eindrücklichste demonstriert, dass es zur vollständigen Beherrschung und Unterdrückung der Menschheit nichts weniger als irgendwelcher naturalistisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse bedarf!



(17-01-2026, 01:47)Thomas der Ungläubige schrieb: Das Christentum dagegen beginnt nicht mit der Illusion, sondern mit dem Skandal. Es behauptet nicht, der Mensch könne sich selbst durchschauen, sondern dass er ein Wesen des Bruchs ist. Sein Zentrum ist kein harmonischer Kosmos, sondern ein gekreuzigter Gott – ein Bild äußerster Nicht-Transparenz.

Spieß-Herumdreh-Nebelkerze!

Das Christentum, also dessen Lehre, beginnt nicht mit einem "Skandal", sondern mit der Behauptung, dass die Welt, in der wir leben, zur Gänze die Schöpfung eines "allwissenden" und "allmächtigen" Schöpfers sein soll - und dass der Mensch dessen großartigste Schöpfung und von diesem als "Krone" derselben in jene hinein gesetzt worden sei. Es sind deshalb ausschließlich die Verkünder derartiger theistischer Fantasie-Behauptungen, die ein daraus notwendigerweise reslutierendes, schwerwiegendes Problem mit einem "Bruch" haben, da nämlich die untentwegt gepredigte Unübertrefflichkeits-Bombastik mit dem, was sich in dieser ach so großartigen "Schöpfung" real so abspielt im Allgemeinen und mit der Beschaffenheit von besagter "Krone" im Besonderen so überhaupt gar nicht zusammen passen will. Da wird mit dem absurdesten Wortkram und Salbaderei auf Gedeih und Verderb gewurschtelt und gedrechselt, dass sich die Balken biegen und selbst die elementarste Vernunft vor Scham ihr Haupt verbirgt - was dann als "Theologie" feilgeboten und gepredigt wird.

"Naturalisten" hingegen haben hier auch nicht das allergeringste Problem! Die Natur ist, wie sie offen am Tage liegend nun eben mal ist. Sie "lügt" nicht. Der Mensch kann versuchen, sie so weit zu erkennen wie ihm das möglich ist. Und was man entweder noch nicht weiß oder prinzipiell nicht wissen kann, darüber kann man auch nichts ausssagen. Das Privileg, unaufhörlich Aussagen über Unaussprechliches zu tätigen, liegt ganz und gar beim Theismus (und natürlich angrenzenden Fantasien...)



(17-01-2026, 01:47)Thomas der Ungläubige schrieb: Während der Naturalismus den Menschen wie eine Maschine behandeln möchte

Immer wieder derselbe alberne Strohmann.



(17-01-2026, 01:47)Thomas der Ungläubige schrieb: spricht das Christentum von Schuld, Vergebung und Gnade – von Erfahrungen, die sich jeder funktionalen Erklärung entziehen.

Klar, weil auch dies bloß wieder inhaltleere Worthülsen sind, deren einzige Funktion darin besteht, dumpfe Emotionen auszulösen.



(17-01-2026, 01:47)Thomas der Ungläubige schrieb: Gerade darin erweist sich das Christentum als nüchterner als der angeblich so aufgeklärte Naturalismus. Es nimmt ernst, dass es keinen letzten Garantieschein für Bedeutung gibt und dass das menschliche Leben von einer Leerstelle getragen wird. Der Naturalismus verkauft diese Leerstelle als vorläufiges Problem, das bald gelöst werde; das Christentum erkennt in ihr den eigentlichen Ort der Freiheit. Wo der Naturalismus den Menschen optimieren will, lehrt das Christentum, mit dem Unheilbaren zu leben. Wo jener Transparenz verspricht, hält dieses das Geheimnis offen.
...
und wie der Naturalismus ein System der totalen Antworten sein will.


Spieß-Herumdreh-Nebelkerze!

Kein "Naturalist" käme doch je auf den absurden Gedanken, in der Natur nach irgendeinem "Garantieschein für Bedeutung" zu suchen. Ich muss mich wiederholen: Die Natur ist, wie sie offen am Tage liegend und nachprüfbar nun eben mal ist. Sie "lügt" nicht. Der Mensch kann versuchen versuchen, sie so weit zu erkennen wie ihm das möglich ist. Und was man entweder noch nicht weiß oder prinzipiell nicht wissen kann, darüber kann man auch nichts ausssagen. Kategorien wie "Bedeutung" oder "Sinn" ergeben drin doch überhaupt keinen solchen.

Sondern es sind ausnahmslos Theisten (oder sonstige Esoteriker) die den Leuten mit ihrer andauernden Salbaderei über den der naturalistischen Erkenntnis angeblich nicht zugänglichden "wahren Sinn" und die "eigentliche Bedeutung" usw. der Welt, des Lebens, des Daseins usw. unaufhörlich zu Leibe rücken. Und sie sind es auch ausschließlich, die die unausweichlichen "Brüche" oder die zahhlosen "Leerstellen", die sich aus der Unerveinbarkeit ihrer wirren Fantantasiekonstrukte und Bedeutungsbehauptungen mit der offen am Tage liegenden Realität der "natürlichen" Welt mit inhaltsleeren Spachtelmassen à la "Gott", "Gehemnis des Glaubens", "Mysterium" usw. zuzukleistern versuchen.
Alles was sich aussprechen läßt, läßt sich klar aussprechen. (Wittgenstein)
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