31-07-2008, 09:36
Suspended schrieb:[...] Wenn es keinen Gott gibt, keinen Schöpfer, der die Lebensregeln festsetzt, dann treiben wir ohne moralische Orientierung dahin. Als das Volk Israel in der Zeit der Richter seinen Schöpfer vergass und niemand Gott dir Treue hielt, regierten das Chaos [...]
Das ist völliger Unsinn. Die universellen Menschenrechte, die einen wesentlichen Teil unserer Moral ausmachen, wurden weder durch das Christentum noch durch andere Religionen "eingeführt", sondern die Aufklärung hat sie sich ERKÄMPFT, gegen Kirche(n) und gegen Religion(en). Hätte es die Aufklärung im 18.-19. Jahrhunderts nicht gegeben, lebten wir heute in vielen Dingen immer noch im moralischen Mittelalter. Es gibt also durchaus eine menschenrechtlich "saubere" Moral ohne Gott (obwohl ich persönlich durchaus an die Wichtigkeit und Richtigkeit eines Gott-Glaubens für das eigene moralische Leben glaube, aber das ist nicht ausschliesslich und nicht allgemeine Bedingung).
Die indirekte Assoziation von Hitler (Führer...) und Evolutionstheorie ist infam! Nur weil Hitler die Evolutionstheorie anscheinend fehlinterpretierte, ist doch die Evolutionstheorie an sich nicht unmoralisch! Einige Christen haben auch bis ins 19. Jahrhundert hinein Hexen verbrannt, ist das Christentum deshalb die "Religion der Hexenverbrennung"?? Das zu behaupten, würde sich aber jeder Christ verbieten, ich übrigens auch.
Und dass die Bibel so "verblüffend einheitlich" ist, verblüfft mich ganz und gar nicht. Im 4. Jahrhundert haben die sogenannten "Correctores" die Bibel "gründlich" "geglättet", und aus vielen heterogenen Texten einen stark gekürzten homogenen Kanon geschmiedet. Die Arbeit dieser Leute heute als Beweis für die Richtigkeit der Bibel anzusehen, lässt mich schmunzeln.
Lieben Gruss
Petrus
