02-07-2003, 19:21
notkerbakker schrieb:Fronleichnam ist eine katholische Machtdemonstration:
Wenig passend finde ich, dass Fronleichnam (jedenfalls hier in NRW) für alle immer noch verplichtend Feiertag ist. Ist ja schön für die verschwindende Minderheit praktizierender Katholiken.
Das ich jedoch an diesem, katholische Macht demonstrierenden, Tag nicht tun und lassen kann, was ich will, finde ich schon ziemlich unverschämt (siehe zB die Bestimmungen in den verschiedenen Feiertagsgesetzen der Länder).
Wie Du schon sehr richtig schreibst, werden die Feiertage in Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer in Deutschland festgelegt. Desweiteren sind auch die Bestimmungen, die an solchen kirchlichen Feiertagen ein Tanzverbot festlegen von den einzelnen Bundesländern in ihrer ureigenen Zuständigkeit festgelegt worden. Es ist wohl auch so, daß dieses Tanzverbot für alle dementsprechenden Feiertage gilt.
Also ist dieses Tanzverbot ein Argument, daß wenn überhaupt, entweder für alle denentsprechenden Feiertage oder für keinen Feiertag gilt. Von daher ist es sicherlich nicht für Fronleichnam spezifisch gültig und zieht auch nicht speziell in Bezug auf diesen Tag.
Das sich 11 - 16 verschiedene Bundesländer, unabhängig von ihrer jeweiligen Regierung bis zu 50 Jahre lang, einfach nur von den Kirchen beherrschen lassen, über sich Macht ausüben lassen, ist meines Erachtens nach nicht nur unwahrscheinlich, sondern total abwegig. Vielmehr gehe ich davon aus, daß zumindest in der Vergangenheit über diese Regelung ein Konsenz in der Politik und Bevölkerung mit sehr hoher Zustimmung bestanden hat. Sonst wären solche Regelungen sicherlich nicht zu Stande gekommen.
Ich konnte von Dir möglicherweis zwei Argumente für die Machtdemonstration der kath. Kirche finden. Das war
1. Die Art und Weise der Entstehung der Fronleichnamsfestes und
2. Das Tanzverbot in Bezug auf diese Feiertage.
Warum zweiteres nicht zieht, habe ich gerade erst beschrieben. Es würde entweder kein oder alle Feiertage betreffen. Das Politik sich nicht von Kirche bestimmen läßt hat sich in einigen nicht nur Gesetzlichen Regelungen schon deutlich gezeigt. Im Gegenteil spielen Christliche Argumente bei der heutigen Politik, auch bei den C-Parteien, keine Rolle. Nun, wir wollen auch kein Politik-Baord sein. Deshalb hör ich an diesem Punkt auch mit der Argumentation auf.
Ein solches Tanzverbot ist meines Erachtens, wenn überhaupt, auch nur eine kleine Einschränkung der persönlichen Freiheit. An weit über 300 Tagen im Jahr darf getanzt werden, und ich denke, es gibt niemanden, der jeden Abend tanzen geht. Im Übrigen ist es, wie oben beschrieben staatliches Recht.
Im Übrigen sehe ich für den Christlichen Glauben kein Problem, wenn es tatsächlich anders geregelt wäre. Tänzer und Christen würden sich wahrscheinlich überhaupt nicht in die Quere kommen.
Zusätzlich gehen viele Christen auch gerne tanzen.
Gerhard

