12-12-2008, 16:35
Melek, ich denke dein wesentlicher Einwand steckt in den letzen Sätzen; deswegen zitiere ich nur sie:
So auch bei der Seinsweise der Glaubenden. Wo bleibt sie, wenn mann dort keinen Kristallistationspunkt (das "Große Ganze", das Absolute, Gott) postuliert?
Dann kommt man eben zu Beziehungsaussagen wie: "die ganze Welt" (@atman: ähnlich, vielleicht sogar äquivalent, zur polytheistischen Auffassung).
Noch eine Erläuterung zum Positivismus: Meyers Lexikon sagt: "Im Gegensatz zum Rationalismus geht der Positivismus davon aus, dass die Quelle der Erkenntnis das erfahrungsmäßig Gegebene (»Positive«), die »Tatsache«, ...". Somit "gehen wir davon aus, dass" dort draußen eine Welt existiert, die wir erfahren und die wir nicht allein durch unsere Ratio erfassen können.
Über "nicht wahrnehmbare Dinge" machen wir (tunlichst) keine Aussage. Das heißt nicht, dass es sie nicht gibt. Das ist ja auch meine Auffassung: Der Glaube ist eine Seinsweise und nach meiner Ansicht viel allgemeiner ist als alle -ismen uns weismachen. Sind wir Menschen nicht alle darauf angewiesen, uns auf andere und die Welt einzulassen mit Zielvorstellungen, die wir als "gut" empfinden (nicht nur halten!)?
Ein Ziel anzustreben (z. B. Verantwortlichkeit, die Seinsweise) ist nachweisbar, das Ziel selbst ist es nicht oder nicht unbedingt (im Beispiel: die globale Verantwortung, die Welt als Ganze, das Heilige oder schließlich das Göttliche.
(11-12-2008, 19:47)melek schrieb: Ich meine nämlich , daß (...) der "Gott" für diese Objektivität gar nicht nötig ist . Es reicht die Welt selbst .Die Dinge der objektiven, körperlichen, messbaren Welt enthält eine Reihe von Eigenschaften und Beziehungen, die nicht "körperlicher Natur" sind, aber gleichwohl nachweisbar vorhanden sind, also existieren: Wo und Wann aber existiert die Menge 5 oder "zurück" oder die Länge. Gerade die Zahlen sind an keine konkreten Objekte gebunden. Gleichwohl gibt es wunderbare Beweisketten über Aussagen zu Zahlen. Wo bleibt das alles, wenn eine Person fehlt, die das feststellt?
Zwar können wir Menschen sie immer nur subjektiv wahrnehmen , aber wir können uns um Objektivität bemühen , und als Grundlage eben eine "wirkliche" Welt voraussetzen , die unabhängig unserer subjektiven Denk- und Wahrnehmungsmuster existiert.
So auch bei der Seinsweise der Glaubenden. Wo bleibt sie, wenn mann dort keinen Kristallistationspunkt (das "Große Ganze", das Absolute, Gott) postuliert?
Dann kommt man eben zu Beziehungsaussagen wie: "die ganze Welt" (@atman: ähnlich, vielleicht sogar äquivalent, zur polytheistischen Auffassung).
Noch eine Erläuterung zum Positivismus: Meyers Lexikon sagt: "Im Gegensatz zum Rationalismus geht der Positivismus davon aus, dass die Quelle der Erkenntnis das erfahrungsmäßig Gegebene (»Positive«), die »Tatsache«, ...". Somit "gehen wir davon aus, dass" dort draußen eine Welt existiert, die wir erfahren und die wir nicht allein durch unsere Ratio erfassen können.
Über "nicht wahrnehmbare Dinge" machen wir (tunlichst) keine Aussage. Das heißt nicht, dass es sie nicht gibt. Das ist ja auch meine Auffassung: Der Glaube ist eine Seinsweise und nach meiner Ansicht viel allgemeiner ist als alle -ismen uns weismachen. Sind wir Menschen nicht alle darauf angewiesen, uns auf andere und die Welt einzulassen mit Zielvorstellungen, die wir als "gut" empfinden (nicht nur halten!)?
Ein Ziel anzustreben (z. B. Verantwortlichkeit, die Seinsweise) ist nachweisbar, das Ziel selbst ist es nicht oder nicht unbedingt (im Beispiel: die globale Verantwortung, die Welt als Ganze, das Heilige oder schließlich das Göttliche.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

