(10-08-2009, 19:05)petronius schrieb: "Argumente gegen Gott" sind natürlich, wieder mal, in erster linie eine frage der definition gottes. ...
die gängige gottesdefinition ist natürlich schon die eines zuerst mal allmächtigen, also perfekten, gottes, der meist eine mehr oder weniger große zahl von nicht hinterfragbaren regeln aufstellt
Ich kenne keinen "perfekten Gott", der "meist eine mehr oder weniger große Zahl von Regeln aufstellt", die man nicht hinterfragen darf. Du kannst die Regeln der Tradition gerne hinterfragen. Es mag dort tatsächlich fragwürdige Regeln geben. Aber die waren mal up-to-date. Die Zeiten ändern sich. Solche Regeln sind nichts, was spezifisch göttlich wäre.
Du wirfst mir vor, dass ich, egal wovon die Rede ist, von meinem "privaten Gott" ausgehe oder ihn ins Feld führe. Da verstehst du mich total falsch. Du sprichst ständig von Gott. Aber du gehst nicht von Gott aus, sondern von falschen Göttern (Götzen). Da ist es ein Leichtes "Argumente gegen Gott" (den Götzen) zu finden.
Gott ist jedoch nichts, für das oder gegen das man sein könnte. Gott ist auch nichts, was man schönreden müsste. Vielleicht kann ich mich nicht so ausdrücken, dass du es verstehst

Man kann keine Argumente gegen gewissermaßen Alles vorbringen. Damit ist gemeint, dass ich, um gegen Gott zu argumentieren, gegen das Leben, die Liebe, die Achtung, das Werden, die Beziehungen, die Ästhetik, die Regelkreise der Welt und der Gesellschaft usw. argumentieren müsste.
Wenn es dir (oder irgendjemand) gelingt, eine Gottesvorstellung argumentativ zu Fall zu bringen, dann ist sicher, dass diese Vorstellung den Charakter eines Götzen hat, vornehmer: die betreffende Definition unzweckmäßig ist.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

