05-09-2009, 18:51
Zitat: Ich bin mir nicht sicher, was der Gesetzgeber überhaupt unter dem öffentlichen Frieden versteht.
Meint der mit öffentlichen Frieden den religiösen Frieden? Das wäre dann aber kontraproduktiv, da nur der Frieden der eigenen oder vorherrschenden religiösen Ansichten gemeint ist.
Da gibt es ein Gedicht von Regina Berlinghof, was vllt. nicht in diese sachliche Diskussion reinpasst, aber den ideellen Sichtwinkel des ganzen Themas beleuchtet:
„Gottes Lästerer / God's Blasphmers
Wer kann die Sonne beleidigen, den Mond oder die Erde?
Wer kann die Rose beleidigen, weil sie sticht, oder den Lotus, weil er aus fauligem Schlamm wächst?
Wer kann die Mücke beleidigen, weil sie Blut saugt, oder den Löwen, weil sein Atem stinkt?
Wer kann Gottes Propheten beleidigen, weil ihre Worte vergötzt oder von Spöttern verlacht werden?
Wer kann Gott beleidigen, der seinen Lästerern Zungen wachsen läßt?
Wer kann Gott beleidigen, der diese Welt erschaffen hat?
Die Beleidigung haftet nicht an Gott, nicht an seinen Geschöpfen und nicht an seinen Propheten.
Die Beleidigung kränkt nicht Gott, sondern das ängstliche Herz der Eiferer.
Wer Gottes Größe verteidigen will, macht sie klein.
Wer Vergeltung für die Beleidigung Gottes sucht, weiß nichts von Gott."
