06-11-2009, 21:49
(06-11-2009, 18:38)t.logemann schrieb: Also kurz, ganz schnell noch:
Das Modell "bildet" die Realität nicht ab, sondern schafft einen Annäherungswert an die Realität
richtig!
es bildet die realität ab, so gut es das eben kann. und wird deshalb ja auch ständig erweitert und verbessert, wenn neue erkenntnisse vorliegen - um eben die realität noch zutreffender abzubilden
daß ein modell keine eins-zu-eins-kopie sein kann (und das auch gar nicht für sich beansprucht), versteht sich von selbst
Zitat:Ein ganz einfaches Beispiel: Bei uns in Berlin fährt ein Strasdsenbahnzug - Baureihenbezeichnung GT6N. Den gibts auch als Modell - äusserlich genauso, nur halt kleiner. Der echte Triebzug hat Drehstrommotoren mit Energierückgewinnung, selbstverständlich zu öffnende Türen und fährt nicht ohne Fahrer. Das Modell hat keine zu öffnenden Türen (könn' man mal versuchen...gibt mittlerweile schöne kleine mircro-Motörchen), fährt ohne Fahrer (beim drehen des Trafoknopfs) und hat einen simplen 12V Gleichstrommotor....
und genau wofür war das jetzt ein beispiel?
Zitat:Die wissenschaftliche Definition von "Modell als Abbild der Realität" ist nichts als Augenwischerei
meinst du? und wieso? weil du an das modell höhere und andere ansprüche stellst, als es erfüllen kann und will?
Zitat:der Versuch mit selbsterfundener Definition eien absoluten Wahrheitsanspruch der Wissenschaft zu belegen - ein reichlich untauglicher Versuch
welche "selbsterfundene Definition" soll einen "absoluten Wahrheitsanspruch der Wissenschaft belegen" wollen?
ich kann dir nicht folgen
"absolute Wahrheitsansprüche" werden von religionen erhoben (und widersprechen einander dann üblicherweise), die wissenschaft treibt solchen unfug nicht
Zitat:"Wir" mein ungläubiger Freund, bezieht sich auf die Gemeinschaft aller Gläubigen, so unterschiedlich wir in unserem Glauben und unserer Individualität auch sind. Hätte Dir in einem Forum des interreligiösen Dialogs auffallen können...
wie soll ich das riechen können?
Zitat:Um die Behauptungen der Religion zu überprüfen, muss man sich der Mittel bedienen, die die Religion ausmachen - der Geistigkeit nämlich. Ich meine nicht das philosophische Denken (obwohl das manchmal durchaus hilfreich ist), ich meine nicht esoterische Schwärmerei oder "spiritistische Sitzung", ich meine Geistigkeit - das Nachsinnen über die Bedeutung von Wörtern, Inhalten, auch Legenden und Geschichten, das Studieren der Heiligen Bücher der Religionen und das Forschen nach den offenen und versteckten Bedeutungen dieser Bücher. Ein solches Unterfangen ist üblicherweise dem Materialisten fremd - der glaubt nur was er anfassen kann; den Geist und die Geistigkeit kann man aber unmittelbar nicht anfassen....
du etablierst also einen esoterischen, pardon, geistigen zirkel, dem allein es vorbehalten ist, erfassen zu können, was ihn umtreibt. gut, das ist ok
nur hat der eben außenstehenden dann auch nichts zu vermitteln. was innerhalb dieser religion behauptet wird, ist außerhalb irrelevant, weil a priori nicht überprüfbar
denn wer zu einem anderen ergebnis kommt als du, dem wird halt einfach die ausreichende "geistigkeit" abgesprochen
Zitat:Interessanterweise kann man Wissenschaftler in durchaus materialistischen Bereichen sein - und trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen) ein geistiger, religiöser (nicht zwangsläufig auch religionsgebundener) Mensch sein
was ist daran so interessant?
wissenschaft ist profession, religion privatsache. nur vermischen wird der profi das nie
Zitat:ich hab' aber noch keinen Materailisten, keinen Atheisten getroffen, der trotz überragendem Intellekt vorurteilsfrei sich mit dem Geistigen beschäftigen kann....
vorurteilsfrei...
...was du eigentlich meinst, ist vielleicht eher, sich deinen ansprüchen auf "geistigkeit" zu unterwerfen - hab ich recht?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

