29-03-2010, 13:54
(28-03-2010, 22:24)miriam schrieb: [size=x-small]1. Der wichtigste Gedanke ist:
Jesus ist ein nicht-animoser Mann. (im Zitat wenigsten richtig :icon_wink: )
Er ist integriert und zwar in folgendem Sinne.
Wolff bezieht sich dabei auf Jung und auf indisches Gedankengut und Antike(?).
Jesus integriert die weiblichen Seelenanteile in sich.
Wenn man die Welt, die Menschenwelt in Anima und Animus unterteilt (künstlich?) und Männern vorwiegend männliche Seelenanteile und Frauen vorwiegend weibliche Seelenanteile zuschreibt, so ist Jesus ganz weiblich und ganz männlich zugleich
ich glaube nicht an so platte dualismen wie "männliche" oder "weibliche" seele. zwar wissen wir spätestens seit deborah tannen, "Warum Männer und Frauen aneinander vorbeireden" (und erst recht meinen wir seit der verflachung dieser these auf "bild"-niveau durch die peases darum zu wissen), trotzdem aber beschreibt fr. tannen hier verhaltenstendenzen und eben nicht biologistisch festgelegte "natürliche rollen"
anders gesagt: es gibt mit sicherheit frauen, die mehr "animus" haben als bestimmte männer, und umgekehrt. die zuordnung verschiedener empfindungsweisen auf die biologischen geschlechter ist nicht hilfreich, sondern irreführend - suggeriert sie doch eine "norm" biologistischen verhaltens
Zitat:Deshalb kann sich Frau und Mann ganz, aber jeder auf seine Weise von ihm angezogen fühlen, von Jesus als Person und eben als integrierter Mann
was genau soll denn jesus als "integrierten" von anderen männern unterscheiden?
Zitat:Hier ließe sich auch über die Fähigkeit der Spiegelneuronen diskutieren, nämlich, dass Frauen Jesus leichter spiegeln können, denn er hat die Seelenanteile, die ihr der Frau fehlen
bist du dir auch sicher, das konzept der spiegelneuronen nicht völlig mißverstanden zu haben? dabei geht es nicht darum, daß irgendetwas "fehlendes" von anderen "hereingespiegelt" würde
Zitat:Die Kirche versagt immer wieder an dieser großen Vorgabe Jesu, sie kann seine Intergration nicht annehmen und nicht leben
ich weiß noch immer nicht, was hier die "große vorgabe jesu" gewesen sein soll. afaik hat er sich zur geschlechterfrage nie geäußert. ihn wegen seines mutmaßlichen techtelmechtels mit der "schlampe" maria magdalena zum vorkämpfer des feminismus bzw. der gleichberechtigung zu stilisieren, ist anmaßendes wunschdenken
Zitat:Anima - der weibliche Seelenanteil - wird immer unterdrückt und als verfolgter Schatten auf die Frau geworfen. Deshalb in allen Jahrhunderten eine immer patriachalistische und dogmatische Kirche
vielleicht sollten wir mal definieren, was denn eigentlich diesen "weiblichen Seelenanteil" ausmachen soll. daß sich weltweit das patriarchat ausgebildet und durchgestzt hat, ist imho eher auf die physis zurückzuführen: geringere körperkraft und die belastung durch andauernde schwangerschaft und kinderaufzucht (wer noch ein baby säugt, geht nicht mal grad so das nachbardorf erobern) haben die frauen in eine unterlegenheitsposition gebracht, die mehr und mehr auch sozial und psychologisch ausgebaut wurde
Zitat:2. Jesus wirft den kollektiven Schatten zurück.
Schatten als alles was Menschen nicht in sich selbst annehmen können.
Schatten ist nicht einfach nur das Unterbewusstsein, sondern das was wir mit Angst belegt verdrängen und dann nach außen projizieren
du meinst so wie, den homosexuellen anteil an der eigenen libido zu verdrängen und als homophobie zu "sublimieren"?
Zitat:Jesus lebt das Gegenteil der sinnentleerten Gesetzesreligion. Er nimmt Menschen an, die als Außenseiter diese Schattenprojektionen tragen.
Sünder, Frauen, Samariter, Zöllner, Aussätzige, Geisteskranken, Normalos schlechthin, während er - Jesus - den Gerechten als Außenseiter darstellt.
Letzte Konsequenz der Schattenprojektion, Jesus muss sterben
nun, ob diese randexistenzen der gesellschaft nun gerade die "normalos" darstellen, weiß ich nicht. aber klar: indem jesus den formal gesetzestreuen die anerkennung ihrer gesellschaftlichen führungsposition verweigert, provoziert er deren gegenreaktion. sie wollen sich dieser bedrohung des für sie bequemen status quo entledigen
ob man dafür einen neuen terminus des "schattens" bemühen muß, weiß ich nicht
Zitat:Und letzte Konsequenz Gottes, Jesus nimmt die Schattenprojektion auf sich und geht freiwillig an´s Kreuz.
Hier eine gute verständliche Beschreibung zum freiwilligen Kreuzestod Jesu, nämlich: Werft alle eure Schatten auf ihn
nur klappt das ja nicht. keiner verzichtet auf liebgewonnene vorurteile und persönliche eitelkeiten, nur weil da einer am kreuz gehangen hat. der "sündenbock" ist übrigens eine bereits im at ((leviticus 16, 8-21 f). ) entwickelte methode des persönlichen "schattenwurfs"
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

