31-08-2010, 08:54
(30-08-2010, 22:52)Witch of Hope schrieb: Wenn es so einfach wäre. Oft hängen Familie, Freunde, Arbeit, soziale Bindungen an einer Sekte, so dass das weggehen erschwehrt, wenn nicht gar unmöglich gemacht wird.
daß es nicht so einfach ist, weiß ich und habe das ja auch selber geschrieben. aber trotzdem: welchen sinn hat es, bei einer gruppe zu bleiben, die einen unterdrückt, oder, nachdem man ausgeschlossen wurde, dieser gruppe nachzujammern?
übrigens habens auch nichtmormonische homosexuelle nicht immer leicht mit ihrem coming-out - auch sie haben nicht selten angst, "Familie, Freunde, Arbeit, soziale Bindungen" aufs spiel zu setzen
mir gehts um folgendes:
klar geht es niemand was an, wie ich mein sexual- und beziehungsleben gestalte. wenn ich aber promisk unterwegs bin, werde ich nicht in eine ordensgemeinschaft eintreten
selbstverständlich ist rassismus verwerflich - wenn ich aber schwarz bin, werde ich keinen mitgliedsantrag beim ku-klux-klan stellen
über geschmack soll man nichts treiten. wenn ich aber absolut kein bier mag, werde ich keine hausbrauerei eröffnen
und natürlich ist homophobie nicht zu akzeptieren - aber als schwuler werde ich mich eben nicht den mormonen oder anderen evangelikalen gruppen anschließen. und sollte ich dort schon mitglied sein, dann werde ich mich von denen trennen, die mich aufgrund meiner sexuellen orientierung ausgrenzen, sich also ihrerseits von mir getrennt haben- selbst wenn sie bis dato meine "Familie, Freunde, Arbeit, soziale Bindungen" waren. das bin ich meiner selbstachtung und meinem psychischen wohlbefinden schuldig
und ich werde dann sicher nicht aufhören, homophobie, wo auch immer sie auftritt, zu kritisieren. aber nicht, indem ich es an meinem bösen schicksal aufhänge und so nie aus meiner opferhaltung herauskomme und das ganze auch mal verarbeiten und nach vorne schauen kann
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

