MaSofia schrieb:Ich nehme mal an, dass Ambrosius von der Zerstörung des Tempels in Jerusalem hörte.
Natürlich, er las ja auch im AT, und zwar im AT in griechischer Fassung (LXX). Und er kannte die (in Griechisch verfassten) Kommentare Philons dazu. Daran ist nicht zu zweifeln. Hat er doch von Philon, wenn er selbst kommentiere, großzügig abgeschrieben.
MaSofia schrieb:Der archäologisch nicht nachweisbare Tempel Salomos ??
Ob irgendetwas aus den biblischen Erzählungen archäologisch nachweisbar ist, interessiert so manchen Gläubigen doch nicht einmal heute wirklich. Auch die angeblich 40jährige Wanderung der Hebräer durch den Sinai ist mit keiner einzigen Scherbe nachgewiesen. Meiner Meinung hat sie in der beschriebenen Art und Weise auch nicht stattgefunden.
Noch weniger haben solche Überlegungen die "heiligen Männer" der alten Kirche geplagt. Was geschrieben stand, war nach ihrer Auffassung wahr. Es galt nur, das alles nach Möglichkeit christologisch zu interpretieren. Und dabei hat Ambrosius alle Register der einschlägigen Kunst gezogen, vornehmlich jenes der Allegorie.
MaSofia schrieb:Er kannte die Auslegung, sah in "Tempel Salomo" das friedfertig sein können. Salomo nicht als König in Israel sondern schlomo friedfertig.
Das mit großer Sicherheit nicht! Die hebräische Sprache war Ambrosius nicht geläufig. Griechisch und Latein waren die Sprachen, in denen Ambrosius dachte (las) und schrieb.
Außerdem:
Solche "Auslegung" ist, denke ich, auch bei Juden nicht Allgemeingut?
MfG B.

