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Masoreten - Sadduzäer oder Pharisäer ?
#12
Schalom allerseits Icon_lol 
- generell ueberlebte das rabbinische Judentum ab 70 ndZ im Roemerreich dadurch, dass der Feldherr von der Eroberung dem gelehrten, alten Pharisaeer Johhanan ben Zaqqaj ein Stueckchen Land, das zur "Schatulle" der Kaiserin gehoerte, aus herodianischen Landbesitz her, nicht zum Staat Judaea gehoerte, zuwies, um dort seine "Weinerg" genannte Schule zu errichten samt einem Frei-Gericht, um die juedische Lehre der Zeit vor Herodes I Koenig v Judaea, welche dieser autokratische Koenig (40 vdZ eingesetzt von Republik Roms "Gnaden") juristisch entmachtet hatte (der Hohe Rat, Sanhedrin der Herodianer, war nicht mehr rechts-relevant, es wurde nach dem Tod von Hillels Kollegen-Schul-Oberhaupt Schammaj kein "Aw Beth Din" mehr nach-bestellt, der auch zur weltlichen Rechtsprechungs-Regelung fungierte), wieder anzuknuepfen. So erreichte 1 Nachkomme Patriarch Hillels spaeter auch noch einen roemisch anerkannten Fuersten-Status zu Tiberias in Galilaea. Das kaiser-christliche Rom zog den Patriarchen-Titel ein und vergab ihn an den roem.-kath. Bischof v Jerusalem. 
- Um nach roemisch-jurist. Prinzip Glaubens-Gemeinschaft mit eignem Hl Buch sein zu koennen, wurden nur Bibel-Buecher, welche in Hebraeisch vorlagen, "kanonisiert". Schon vorher waren zwar griechische Uebersetzungen, vom Aegypter-Koenig als "weise Lehre" befuerwortet, und aus hellenistischem Aspekt zur Missionierung verwendet worden, wurden aber schon z.Zt. Rabbi Aqiwas (1.Jhd ndZ) mit Skepsis gesehn, weil jede Uebersetzung eine etwas Willkuer-anfaellige Inhalts-Angabe sein kann, ebenso die aramaeische und alle andren, worin man rabbinische Gebots-Belege und einige Auslegungs-Regeln (7 logische Beweis-Regeln, welche nicht auf die 4 des Aristoteles kuerzbar sind) nach Hillel d.A. (er lehrte ca 40 vdZ bis ca 10 ndZ in Jerusalem, plus Jericho, je 1/2 Jahr im Wechsel - der riet schon vom Missionieren der uebersetzten Lehre ab, weil es Neulingen kaum moeglich sein wuerde, das Thorah-Gesetz so wie am Sinai abgemacht, zu halten, was aber noetig sei, um Fremd-Besatzer mit G0TTES Hilfe loszuwerden), spaeter 13 nach Rabbi Ischmael (der auch hebr. Formulierungs-Praxis als Beweis fuer etwas "im Text-Gemeintes" gelten laesst) nicht nachvollziehen und nicht erstellen kann, weil diese sich oft auf kleinste Hinweise im Original-Text beziehen. 
"Hellenistische" Juden (in Apostel-Zeit wohl als "Philosophen" aufgefasst, egal ob vom Heiligtum oder vom Volk her) gingen spaeter wohl fast alle ins Christentum auf, dem ja die Septuaginta genuegte, zumal alle Provinzen Roms Griechisch als Amts-Sprache herumbrachten, und wie von Euch schon erwaehnt: "Sadduzaeer" hatten ohne das Heiligtum ja keine Basis mehr als Schule oder Partei, so blieben als eigentliche "Juden" im Roemer-Reich die Pharisaeer des "Westens" und "Ostens" uebrig, und ausserhalb dessen die Babylonische Judenschaft als "oestliche", in Mischna und Talmud ja stets und auf immer eng verknuepft - was eben auf dem Hebraeischen Thanahh basiert. 
Den Masoreten verdanken wir die Aussprache-und-Singe-"Puenktchen" am hebr. Text, worin es dann Unterschiede bei "Sephardim" (ueberwiegend suedlich des Roemer-Reichs) und "Aschkenazim" (wir hier im Norden bis nach Russland hinein) gibt, beide sind korrekt rabbinisch, "pharisaeisch", man rechnet das zu "Minhag", Sitte, Brauch, da hat der Gast aus Hoeflichkeit den vorgefundenen Brauch vor Ort zu befolgen, statt auf seinem zu beharren. 
- Uebrigens - "Karaeer /Karaiten" sind ein im spaeteren Wieder-Jerusalem entstandener Sonderfall von "sola scriptura" (aehnlich Sadduzaeern, aber personell eher nicht von denen ableitbar), die sich zunaechst im Osmanen-Reich in der heutigen Tuerkei als regionale "Sekte" erhielten (es gibt sie noch, ich traf einen in Frankfurt /Main, es ist heute doch kein Problem, ansonsten am juedischen Gemeinschafts-Leben teilzunehmen - interne "Oikumene" gibt es ja auch auf juedisch, *g*) 
Dass Sadduzaeer zur Apostel-Zeit eine andre Theologie vertraten, zeigt sich auch daran, dass die "Zelotes" (Eiferer), die um des Tempels willen das Hl Land in 2 Untergangs-Kriegen gegen Rom aufstaendisch machten, aus deren Partei kamen, waehrend Pharisaeer aus der Schule Hillels es immer wieder zu verhindern suchten, einen Kampf zu fuehren, wenn man im juedischen Volk ueberwiegend die "613"-Gebote nicht beachtet - es war doch vor Moses und vor Josua 2x versprochen vom ganzen Volk, sie "mit Bedingung beiderseits" zu befolgen, d.h.wenn Israel hoert, dann wird Der HERR auch Fremd-Herrschaften abzuschuetteln helfen. Daher gab es auch bekannte pharisaeische Cohanim nebst sadduzaeischen. - Der Tempelschaft war ja zeitweise die Parallelitaet zu andren Hohepriestern z.B dem roemischen, bedeutender und wertvoller als die eigne Thorah-Lehre (ein paar Hohepriester von Roms "Gnaden" konnten nichtmal soviel Hebraeisch, um die wenigen Hl Texte am Hoechsten Feiertag Jom Kippur aufzusagen, die nur er sagen kann, da setzten sich die Tage und Naechte vorher Rabbinen mit ihm zusammen und uebten das ein). 

- das wollte ich nur nochmal vor-sortieren helfen. 
Schalom - Pax - Salaam 
mfG Wit 
(/*-*]  ,)));
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RE: Masoreten - Sadduzäer oder Pharisäer ? - von WiTaimre - 18-12-2018, 04:40

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