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Tertullian (um 160 - nach 220 nC)
#1
Quintus Septimius Florens Tertullianus war Sohn eines römischen Offiziers gewesen, er sprach Latein und ↗Griechisch, studierte in Karthago Rhetorik, Philosophie und wahrscheinlich auch die Rechte (Eus. KG II 2, 4). Er war mit einer Christin verheiratet und bekehrte sich (etwa um 196) zum ↗Christentum. Dass er, wie ↗Hieronymus berichtet, auch ↗Priester gewesen sei, wird überwiegend angezweifelt.

Tertullian ist Verfasser bedeutender ↗apologetischer Texte, gegen das ↗Judentum und gegen ↗häretische Gruppen innerhalb des Christentums nahm er mit scharfen Worten Stellung.

In seinen gegen die ↗Gnosis und gegen ↗Markion gerichteten Texten betont er die Einheit der drei göttlichen Personen als eine einzige Substanz.

Um die "Wahrheiten" des Christentums zu beweisen, bediente er sich manchmal einer merkwürdigen Logik:

Der Gottes Sohn ist gestorben — das ist erst recht glaubwürdig, weil es widersinnig ist; er ist begraben und wieder auferstanden — das ist ganz sicher, weil es unmöglich ist (Tert. carn. c. 5).

In seinen späten Texten ließ sich Tertullian zu heftigen Schmähungen der ↗katholischen Kirche hinreißen (in: De ieiunio, De pudicitia), was möglicherweise mit ein Grund gewesen war, dass seine Texte im sog. ↗Decretum Gelesianum (DH 354) als Schriften aufscheinen, die von kath. Christen nicht gelesen werden duften.

Etwa 207 schloss er sich dem ↗Montanismus an und war in seinen letzten Lebensjahren Führer einer von den Montanisten abgespaltenen Sondergruppe, aus der sich eine eigenständige Kirche (Tertullianisten) entwickelte. Diese vereinigte sich auf ↗Augustinus' Betreiben zu Beginn des 5. Jhs wieder mit der katholischen Kirche.

Von Tertullian sind 31 Schriften in lateinischer Sprache erhalten. Seine griechischen Texte sind verlorengegangen.


● Zum Inhaltsverzeichnis des Lexikons
MfG B.
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