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Steinigung
#1
Ich war mir nicht sicher, ob ich den Thread zu "Judentum", zu "Christentum" oder zu "Islam" stellen soll.

Denn Steinigung ist eine Strafe der Thora, es wurden christliche Märtyrer gesteinigt, in einzelnen islamischen Gebieten wird auch heute diese Hinrichtungsart bisweilen vollzogen.

Da immer wieder bekannt wird, daß im Islam heute manchmal gesteinigt wird, stelle ich den Thread zum Islam.

Die Steinigung stellt eine Mischung aus Hinrichtung und Gottesurteil (Ordal) dar.
Heute würde man statt Gottesurteil Zufall sagen.

Eine Steinigung konnte zufällig sehr schnell gehen. Der erste Stein traf den Deliquenten an der Schläfe, er verlor sofort das Bewußsein und starb.

Eine Steinigung konnte sich aber auch unglaublich in die Länge ziehen. Der Deliquent hatte schon zahlreiche Knochenbrüche erlitten. Rippen, Unterkiefer, Schultergürtel, Arme waren zertrümmert, aber noch kein Stein hat die Schädelkappe eingeschlagen.

Die Steinigung war in der Antike nicht nur bei den Israeliten üblich, sondern auch bei anderen Völkern. Man kann die Steinigung als orientalische Hinrichtungsart klassifizieren.

Manchmal versuchten die Steinewerfer – um die Qual absichtlich zu verlängern – nicht den Kopf zu treffen. Niemand konnte ihnen diese böse Absicht nachweisen. Doch glücklicherweise gelang das grausame Vorhaben nicht immer, denn es kam immer wieder vor, daß einer dieser Bösewichte schlecht zielte und schlecht warf und gegen seinen Willen dennoch gleich zu Beginn den Kopf traf. Manchmal suchten sich die Steinewerfer absichtlich eher kleinere Steine, die selbst bei Kopftreffern nicht zur Bewußtlosigkeit führten.
Außerdem beteiligten sich gerade auch Verwandte (!) an der Steinigung mit der Absicht, einen großen Stein gezielt auf den Kopf zu werfen – um das Leiden zu vermeiden. Aber leider kam es oft vor, daß erst der fünfte oder zehnte Stein des Bruders traf. Bis dahin litt der Deliquent unter den zahlreichen Arm- und Körpertreffern der anderen. Eine große Verwandtschaft war von Vorteil. Wer vier erwachsene Brüder hatte, acht erwachene Cousins und einen erwachsenen Schwager, konnte auf einen raschen Todeseintritt hoffen.
Es muß aber für den Deliquenten eine immense psychische Belastung gewesen sein, die tödlichen Steinwürfe gerade aus der Hand seiner Verwandten erwarten zu müssen. Und für die steinewerfenden Verwanden war das Ganze sicher auch ein traumatisches Erlebnis. Sie nahmen es aus Liebe zum Deliquenten auf sich. Und wenn nicht aus Liebe, dann aus verwandtschaftlicher Verpflichtung.

War die Familie des Deliquenten wohlhabend, so versuchte sie die Häscher zu bestechen, daß sie ihm Opium gaben. Das war doppelt teuer, denn zu den enormen Bestechungskosten (die Häscher wucherten gerne), kam der immense Preis fürs Opium dazu.

Die Angehörigen stellten sich in der Antike gerne entlang des Wegs zur Hinrichtungsstätte auf, um dem Deliquenten das Märchen zuzurufen, daß sich ein Gott ihrer erbarmen könnte. Wenn der Mensch Gutes getan hat, einem Armen geholfen hat, dann wird sich vielleicht ein Gott erbarmen und den ersten Stein an die Schläfe des Deliquenten lenken.

So schritten viele zuversichtlich zur Steinigung, mußten aber dennoch lange leiden.

Im Islam gibt es zwei Arten:
Der oder die Verurteilte wird stehend bis zur Hüfte oder bis unter die Brust im Sand eingegraben. Das vergraben bis unter die Brust hinauf gilt interesanterweise als humaner, weil Steintreffer oberhalb der Brust schneller zum Tode führen, als solche unterhalb.
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#2
Das alles kann man bei der IGFM, der internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, unter dem Stichwort "Steinigung" nachlesen.

Das Ganze ist eine Schande für die gesamte Menschheit.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#3
Die Seite IGFM ist gut gemacht, ich verlink das mal:

igfm.de/themen/steinigung/ueberblick/


Die Legitimät zur Ausübung der Steinigung beziehen die sich anscheinend auf irgendeine Hadith, meist überliefert von einem Abu Bla Haumichtot. Wenn man da weiter Recherchiert, ist da wieder dieses typische Mittelalterpolitik dahinter, sich das so hinzudrehen. Da scheint man im Nachhinein, durch einen schon bestehenden Hintergrund aus anderen Kulturen, die Idee für eine Strafe übernommen zu haben, um die Masse abzuschrecken.

Ähnlich wie die Kirche, mit ihren riesen Bauten, Ketzereien bestrafung usw., um politisch in rechtfertigung der Religion, die Menschen im Zaum zu halten.

Da ist z.B auch eine Hadith über das man keine Musik hören darf.
Der Typ der das überliefert haben soll, dessen Frau soll mit einem Musiker ausgebrannt sein. Irgendwie schon Lustig.
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#4
(06-10-2013, 15:32)Artist schrieb: Die Legitimät zur Ausübung der Steinigung beziehen die sich anscheinend auf irgendeine Hadith, meist überliefert von einem Abu Bla Haumichtot. Wenn man da weiter Recherchiert, ist da wieder dieses typische Mittelalterpolitik dahinter, sich das so hinzudrehen. Da scheint man im Nachhinein, durch einen schon bestehenden Hintergrund aus anderen Kulturen, die Idee für eine Strafe übernommen zu haben, um die Masse abzuschrecken.

Ähnlich wie die Kirche, mit ihren riesen Bauten, Ketzereien bestrafung usw., um politisch in rechtfertigung der Religion, die Menschen im Zaum zu halten.

Die dritte Religion soll man auch nicht vergessen:
Ein Mann hatte während des Aufenthalts in der Wüste am Sabbat Holz für seine Familie gesammelt, er wurde im Auftrag von Moses gesteinigt.

Nachzulesen in: 4. Mo 15:32
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#5
(06-10-2013, 16:41)Sinai schrieb: Die dritte Religion soll man auch nicht vergessen:
Ein Mann hatte während des Aufenthalts in der Wüste am Sabbat Holz für seine Familie gesammelt, er wurde im Auftrag von Moses gesteinigt.

Nachzulesen in: 4. Mo 15:32
Moses war ein krasser Egoist, der mann war ihm egal, er wollte das Holz.

Ähnlich gelagerte Fälle:
"Da nahmen wir zu der Zeit alle seine Städte ein und vollstreckten den Bann an allen Städten, an Männern, Frauen und Kindern, und ließen niemand übrig bleiben. Nur das Vieh raubten wir für uns und die Beute aus den Städten, die wir eingenommen hatten."

(5. Mose 2, 34-35)

"So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben."

(4. Mose 31,17-18)

Sozusagen ein geiler Raubritter mit Charisma.
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#6
Moses ist seit 3000 Jahren tot. Heute wird - soviel ich weiß - in Israel nicht mehr gesteinigt. Genauso wenig wie man heute in europäischen Ländern auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird, was vor 800 Jahren sogar Kindern passieren konnte. Im mittelalterlichen Christentum mag es keine Steinigungen und (natürlich) keine Kreuzigungen gegeben haben. Aber das Strafrecht war keineswegs humaner. Wenn ich die Wahl zwischen Steinigung und Scheiterhaufen hätte, würde ich jedenfalls die Steinigung vorziehen.

Erstaunlicherweise sind es immer Länder wie Nigeria, wenn man in der Presse etwas über solche Praktiken liest. Eusa_think Über Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate, wo die Steinigung, wie auf der verlinkten Seite zu lesen, auch vorkommen soll, steht nie etwas in der Zeitung. Liegt es am Öl oder am größeren weltpolitischen Einfluss solcher eher reichen Länder?
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#7
(06-10-2013, 20:04)Lelinda schrieb: Genauso wenig wie man heute in europäischen Ländern auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird....

Erstaunlicherweise sind es immer Länder wie Nigeria, wenn man in der Presse etwas über solche Praktiken liest. Eusa_think Über Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate...

Ws ist mit Hoyerswerda ?
"Nach den Angriffen auf das Vertragsarbeiterwohnheim kam es auch zu Angriffen auf ein Flüchtlingswohnheim in der Thomas-Müntzer-Straße, in dem seit dem Frühsommer 1991 ca. 240 Flüchtlinge u. a. aus Vietnam, Rumänien, Ghana, dem Iran und Bangladesch untergebracht waren. Schon in den Wochen zuvor waren sie immer wieder von Neonazis angegriffen worden. Am 20. September kam das Landratsamt Hoyerswerda zu folgender „Lageeinschätzung“: „Es besteht einheitliche Auffassung dazu, dass eine endgültige Problemlösung nur durch Ausreise der Ausländer geschaffen werden kann“."

Bischen moderner ist man schon geworden, z.B. Streubomben, ganz viele kleine
Metallkörper "steine"

Nigeria, Sudan sind viel bevölkerungsreicher und ethnisch komplexer.
Saudi + Co. sind ja nur eine Handvoll people, da kommt halt nicht soviel vor.
Zensur funktioniert da auch ganz gut.
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#8
Hoyerswerda 1991? War das nicht Rostock? Ansonsten kann ich mich noch gut erinnern. Das war eine Schande für unser Land.

Hier geht es aber nicht um Pogrome, sondern um Justiz.
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#9
(06-10-2013, 20:24)Lelinda schrieb: Hier geht es aber nicht um Pogrome, sondern um Justiz.
Wenn Justiz Körperstrafen vorsieht ist das nunmal so.
Wir würden uns ja auch gegen Versuche Resozialisierung anzustreben
abzuschaffen verwehren.

Gäbs die religiöse Rechtssprechung nicht mehr, wären wir hier auch schon weiter.
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#10
(07-10-2013, 00:15)Harpya schrieb: Gäbs die religiöse Rechtssprechung nicht mehr, wären wir hier auch schon weiter.

Man kann die religiöse Rechtssprechung nicht als Ursache von drakonischen Strafen nennen.

Denn ab 1933 wurde in der atheistischen Sowjetunion die Homosexualität drakonisch bestraft.

In der Sowjetunion las man im Kreml nicht die Thorah, das Evangelium, den Koran.

Die drakonische Verfolgung der Homosexuellen in der Sowjetunion ab 1933 kann man keiner Religion in die Schuhe schieben.

Siehe den Thread
Christentum und Theologie / Christentum, Bolschewismus und Homoehe
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#11
(07-10-2013, 00:48)Sinai schrieb:
(07-10-2013, 00:15)Harpya schrieb: Gäbs die religiöse Rechtssprechung nicht mehr, wären wir hier auch schon weiter.

Man kann die religiöse Rechtssprechung nicht als Ursache von drakonischen Strafen nennen.
So wars auch nicht gemeint, wäre aber schon mal ein Anfang
wenn sich das mal reformieren/abschaffen würde.
Sexuelle Unterdrückung z.B. ist sowas von out.
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