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"Wir nehmen die Bibel halt wörtlich"
#1
Viele christliche "Fundamentalisten" protestantischer Art behaupten die Bibel und die Worte Jesu wörtlich zu nehmen, statt bildlich. Daher auch - in der weiteren Christenheit - die Sakramente der Taufe und der Kommunion: Im Johannesevangelium steht, dass der Körper Christi Brot sei, und das Blut Christi Wein.

Im Johannesevangelium steht aber auch (Kapitel 13, Vers 14), dass Christen einander die Füße waschen sollen: "Ich bin euer Herr und Lehrer, und doch habe ich euch soeben die Füße gewaschen. So sollt auch ihr euch gegenseitig die Füße waschen."

Warum wird also das bildlich genommen oder gar schlichtweg ignoriert, wenn die Wassertaufe und die Kommunion als wörtlich verstanden werden und als Sakramente behandelt? Warum gibt es kein Sakrament der Fußwäsche? Ich gebe zu, ich war noch nie in einem kalvinistischen Gottesdienst, aber ich zweifle stark daran, dass sich dort sehr häufig Leute gegenseitig die Füße waschen.
1 Kor. 4-10
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#2
So woertlich, wie sie es behaupten, nehmen viele Literalisten die Bibel ja auch nicht. Es geht eher darum, vorgefasste Lehrmeinungen im Text zu finden. Wenn der woertliche Text mal nicht passt, wird er auch ganz zwanglos passend gemacht (oft schon in der Uebersetzung). Oft genug gibt der Bibeltext selbst ja schon Hinweise, dass er nicht woertlich verstanden werden will (siehe das Markus-Evangelium bei der ersten Daemonen-Austreibung).

Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, welcher Satz das war, aber ich hatte mal eine Diskussion darueber mit ein paar Pentecoastals, die ein Bekehrungszelt vor meiner Arbeitsstaette aufgestellt und mich "eingefangen" hatten. Die hatten sich einen bestimmten Satz herausgesucht, der einen ihrer zentralen Glaubenssaetze beweisen sollte, der aber meiner Meinung nach offensichtlich uebertragen gemeint war. Der Text wurde anscheinend nie im Zusammenhang gelesen, immer nur handverlesene Saetze, und dabei von Text zu Text springend.

Auf die Art und Weise kann man fast jeden Glaubenssatz aus der Bibel ziehen. Da geht es beim Bibellesen also nur um Bestaetigung einer vorgefassten Meinung, nicht um Erfahrungsgewinn.
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#3
(26-04-2015, 16:35)Friedebarth schrieb: Viele christliche "Fundamentalisten" protestantischer Art behaupten die Bibel und die Worte Jesu wörtlich zu nehmen, statt bildlich.
Warum nimmt man nicht wörtlich, dass Jesus in Gleichnissen gepredigt hat, die nur die verstehen denen der Heilige Geist das Verständnis dazu gibt?
"Fußwaschung" ist  hier, sich zum "Kleinsten" zu machen, nur eben als Gleichnis sich niemals für größer als andere zu halten.
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#4
(26-04-2015, 17:33)indymaya schrieb: Warum nimmt man nicht wörtlich, dass Jesus in Gleichnissen gepredigt hat, die nur die verstehen denen der Heilige Geist das Verständnis dazu gibt?

Warum sollte man das? Immerhin soll Jesus ja gerade auch vor denen gewarnt haben, die das von sich behaupten.
Wenn schon seine Jünger ihn oftmals nicht verstanden haben, die ihn noch persönlich kannten... ist da schon mehr als nur "wörtliches Misstrauen angesagt..
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#5
(26-04-2015, 17:39)Geobacter schrieb: Wenn schon seine Jünger ihn oftmals nicht verstanden haben, die ihn noch persönlich kannten...
Das war doch von Jesus gewollt, dass die "Seinen" erst dann das ganze Verständnis bekamen als Jesus bei Gott war, sonst wären sie mit Jesus hingerichtet worden.
So hat Jesus keinen von ihnen verloren, außer Judas. Und nur so konnte das Evangelium dem ganzen Erdkreis verkündet werden.
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#6
Seh ich nicht so zwingend, ne Menge Sachen werden um den Erdkreis berichtet.
Hatten die Ägypter oder doe Mayas vielleicht einen Jesus und Judas.
Auch mit dem Füßewaschen, das steht ja nicht zu bestimmten Gelegenheiten
Füße waschen.
Wenn mans wörtlich nehmen würde müsste ja jeder Gläubige mit
Wasser , Schüssel und Seife rumlaufen falls er auf einen Gläubigen trifft.

Da wird schon feste auch das wörtliche interpretiert, je nach Ansicht.
Gilt auch für Moses mit seinen Tafeln als er vom Berg kam
"Moses kam vom Berg herab, um den Wartenden Gottes Botschaft zu verkünden:
„Also Leute, es gibt gute und schlechte Nachrichten.
Die gute ist: Ich hab Ihn runter auf zehn.
Die schlechte ist: Ehebruch ist immer noch dabei!"

Stimmt auch.
Wurde nur etwas variiert aufgeschrieben.
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#7
(26-04-2015, 18:48)indymaya schrieb: Das war doch von Jesus gewollt, dass die "Seinen" erst dann das ganze Verständnis bekamen als Jesus bei Gott war, sonst wären sie mit Jesus hingerichtet worden.
So hat Jesus keinen von ihnen verloren, außer Judas. Und nur so konnte das Evangelium dem ganzen Erdkreis verkündet werden.
Woher weißt du das Jesus bei Gott ist?
Hat er jemals eine Ansichtskarte geschickt oder sich anders gemeldet?
Wie du auch schreibst, bekommen Sie erst dann das ganze Verständnis.

Da ja keine Rückmeldung kam warten die "Seinen" wohl noch heute auf das Verständnis!
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#8
(26-04-2015, 17:33)indymaya schrieb:
(26-04-2015, 16:35)Friedebarth schrieb: Viele christliche "Fundamentalisten" protestantischer Art behaupten die Bibel und die Worte Jesu wörtlich zu nehmen, statt bildlich.
Warum nimmt man nicht wörtlich, dass Jesus in Gleichnissen gepredigt hat, die nur die verstehen denen der Heilige Geist das Verständnis dazu gibt?
"Fußwaschung" ist  hier, sich zum "Kleinsten" zu machen, nur eben als Gleichnis sich niemals für größer als andere zu halten.

Das ist natürlich auch meine Auffassung - aber warum haben Kirchen dann Kommunion und Wassertaufe? Die können ja auch als Gleichnis gesehen werden.
1 Kor. 4-10
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#9
(26-04-2015, 19:25)Wilhelm schrieb: Da ja keine Rückmeldung kam warten die "Seinen" wohl noch heute auf das Verständnis!
Alle, die die Seinen sind haben auch das Verständnis sonst wären es nicht die Seinen.
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#10
(26-04-2015, 20:42)Friedebarth schrieb: Das ist natürlich auch meine Auffassung - aber warum haben Kirchen dann Kommunion und Wassertaufe? Die können ja auch als Gleichnis gesehen werden.
Die Kommunion ist das Nachempfinden des Abendmals weil Jesus sagte "Tut dies zu meinem Gedenken"
Ist also nichts was gegen Jesus spricht. Als Gleichnis ist das Brot das Wort Gottes, dass man mit allen Menschen teilen soll
und den Wein im Kelch trinkt man, wenn man wegen diesem Wort geschmäht, verfolgt, gefoltert oder getötet wird.
Das wäre das Gedenken an Jesus in reinster Form.
Die Taufe ist nicht nur eine Wassertaufe.
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#11
Das ist ja mal eine ganz neue Interpretation, die Liturgie muss wohl imgeschrieben werden.
Sollten wir einen neuen Propheten haben.
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#12
(26-04-2015, 16:35)Friedebarth schrieb: Viele christliche "Fundamentalisten" protestantischer Art behaupten die Bibel und die Worte Jesu wörtlich zu nehmen, statt bildlich. Daher auch - in der weiteren Christenheit - die Sakramente der Taufe und der Kommunion: Im Johannesevangelium steht, dass der Körper Christi Brot sei, und das Blut Christi Wein.

Im Johannesevangelium steht aber auch (Kapitel 13, Vers 14), dass Christen einander die Füße waschen sollen: "Ich bin euer Herr und Lehrer, und doch habe ich euch soeben die Füße gewaschen. So sollt auch ihr euch gegenseitig die Füße waschen."

Warum wird also das bildlich genommen oder gar schlichtweg ignoriert, wenn die Wassertaufe und die Kommunion als wörtlich verstanden werden und als Sakramente behandelt? Warum gibt es kein Sakrament der Fußwäsche? Ich gebe zu, ich war noch nie in einem kalvinistischen Gottesdienst, aber ich zweifle stark daran, dass sich dort sehr häufig Leute gegenseitig die Füße waschen.

Also wörtlich oder logisch wäre, das Adjektiv "wörtlich" entsprechend der allgemein anerkannten Übersetzung "Logos = Wort" wie das Adjektiv "logisch" zu verstehen. Die Behauptung, das das Nomen "Füße" handgreifliche Gegenstände bezeichnen könne, ist allerdings keinesfalls logisch, da an solchen Nomen ja keine Zeigefinger dran sind, mit welchen sie (auf) etwas deuten, zeigen oder "bezeichnen" könnten. Nomen verweisen also immer nur auf gleich oder ähnliche (= verwandte) Nomen, und zwar gerade dann, wenn man das "wörtlicherweise" meint. Wörtlicherweise ist im Rahmen einer Rede immer nur von Worten die Rede. 

Allerdings ist die "Wörtlichnahme" in der Tat eines der ältesten und gravierendsten Mißvertändnisse, welche die Bibel kennt, denn dieselbe ist schon in der Genesis thematiesiert: Adam verlieh dem Verzehrer der verbotenen Frucht zwei verschiedene Namen, was aus Sicht des Logos allerhöchst UNLOGISCH war, also nicht etwa SCHLÜSSIG, sondern ein Fehler (fehlerhaft / lückenhaft).
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#13
Schön was du alles wissen willst,
aber für den Bezug einer Lehre zum wirklichen Leben leider völlig irrelevant.

Dei Bibel kennt keine Missverständnisse.
Wie könnte ein Buch etwas erkennen.
Meine Frau nennt ihr Auto auch schon mal Knutschkugel.
Ziemlich logisch so wie das aussieht.
Steht sogar drauf.
Wie ist eigentlich der Wortstamm vom Erbsenzähler,
hiess das früher nicht Kirschennumerator ?
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#14
(02-05-2015, 21:41)Harpya schrieb: Dei Bibel kennt keine Missverständnisse.
Wie könnte ein Buch etwas erkennen.
Hier gebe ich dir Recht.
Der Mensch kann sie lesen oder hören wie sie jemand liest.
Das Verständnis aber gibt Gott weil es ja sein Wort ist was darin zu finden ist.
Für Menschen die Gott nicht glauben ist es dann zwangsweise ein "Missverständnis" bei allem was sie darin lesen.
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#15
Die Gläubigen stehen da in nichts nach.
Eine grosse Gruppe glaubt sogar die Bibel wäre verfälscht.
Die richtige Kreuzigungsversion kann man im Koran nachlesen sagen viele.
Manche sagen sogar es gab gar keine, die gibts nur im Buch.

"Wahrheiten" kann man jede finden, man muss nur den richtigen Gläubigen fragen.
Die mit der meisten Erfahrung sind wohl die Juden.
Na so nach meiner Erfahrung, einer möchte gerne was aus der Bibel herausgelesen haben
was in sein Weltbild passt und
es findet sich immer ein Fachmann der das rausinterpretiert.
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