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Zum Problem des Ausbleibens der Parusie Christi
#1
Ich fand hier einen theologischen Artikel zum Thema Parusie
Parusie - Lexikon :: bibelwissenschaft.de

"9. Zum Problem des Ausbleibens der Parusie Christi"

Hier ist die Rede davon, daß es mehrere urchristliche Phasen gegeben habe
Ob das stimmt ?

Ich kann den langen Artikel hier nicht kopieren, wer will kann ihn dort lesen - und es gibt sicher noch viele andere Artikel zu diesem Thema. Das theo-logische Wort Parusie (πaρουσία, parousia) bedeutet "Anwesenheit"

Aus christlicher Sicht ist die Überschrift "Zum Problem des Ausbleibens der Parusie Christi" eigentlich unsinnig, denn Jesus ist für Christen allgegenwärtig

Vermutlich ist in diesem theologischen Artikel gemeint, daß sich damals manche Urchristen die Anwesenheit Jesu anders vorgestellt hatten
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#2
(29-01-2019, 14:59)Sinai schrieb: Das theo-logische Wort Parusie (πaρουσία, parousia) bedeutet "Anwesenheit"

Der griechische Begriff παρουσία, abgeleitet von παρεῖναι, wird in den Bedeutungen "Anwesenheit", "Gegenwart" als auch in der Bedeutung "Ankunft "(παρεῖναι εἰς = ankommen in, bei) verwendet. In christlich-theologischer Verwendung des Begriffs steht die (Erwartung der endzeitlichen) Ankunft Christi im Vordergrund (lat. adventus). Übernommen wurde er aus dem griechisch-römischen Sprachgebrauch, wo er vornehmlich für die Ankündigung des Besuchs eines Herrschers oder hohen Beamten Verwendung fand.
MfG B.
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#3
Genau, bei "Parusie" geht es im allgemeinen um die (zweite) Wiederkunft Christi. Eine verbreitete Parusieerwartung (auch noch in der Offenbarung des Johannes zu finden) ist die Wiederkunft Christi an der Spitze des Gottesheers zur Unterwerfung der Erde. Der Chiliasmus war auch unter den Kirchenvaetern weit verbreitet, also dass nach dem Kampf ein tausendjaehriges Reich unter Christus die Erde beherrschen wuerde. Ein Grund, warum Eusebius den Papias von Hierapolis so heruntermachte mag auch darin gelegen haben, dass der Chiliasmus als Parusieerwartung zu Zeiten des Eusebius in Ungnade gefallen war, und Papias war wohl ausgeprochener Chiliast.

Wie auch immer, die Parusieerwartung, die allen christlichen Glaubensrichtungen gemeinsam ist, ist das Endgericht Christi. Und das hat bis heute jedenfalls immer noch nicht stattgefunden.

Uebrigens weiss ich gar nicht, warum die Frage im Originalbeitrag eigentlich aufkommt. Der lange Artikel, auf den er sich bezieht, geht doch auf die unterschiedlichen Parusieerwartungen in verschiedenen Texten des NT ein.
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#4
(29-01-2019, 16:41)Bion schrieb: In christlich-theologischer Verwendung des Begriffs steht die (Erwartung der endzeitlichen) Ankunft Christi im Vordergrund (lat. adventus).


Genau! Den Jüngern wurde ja verhießen, daß manche von ihnen den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen werden

Ich denke, bereits unmittelbar nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu im Jahr 33 war die Erwartung auf eine baldige Rückkehr Jesu bei allen Christen sehr groß. Als dann im Jahre 66 römische Legionäre in den Tempel eindrangen und aus dem Tempelschatz 435 Kilogramm Silber beschlagnahmten, wurde unter den Christen die Erwartung auf die Rückkehr Jesu noch stärker. Und als dann im Jahre 70 der Tempel zerstört wurde, rechneten nun wohl alle Christen mit der sofortigen Rückkehr Jesu und der Errichtung des Gottesreiches

Ein Jahr später - im Jahre 71 - erkannten die Christen aber, daß Jesus eben doch nicht wiedergekehrt war
Das Quellenmaterial darüber ist spärlich - aber ich kann mir vorstellen, daß nun viele Christen ratlos waren

Die Jahre zogen ins Land
Langsam begannen die Jünger sukzessive wegzusterben. Als der letzte verstorben war, fragten sich die vielen Christen, denen von den Jüngern die Verheißung Jesu an die Jünger "von denen, die hier stehen, werden manche den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen" erzählt worden war, warum die Verheißung noch nicht eingetreten ist

Matthäus schrieb diese mündliche Verheißung Jesu an die Jünger später nieder, siehe Matth 16:28

Der genannte theologische Artikel zum Thema Parusie schreibt in
"9. Zum Problem des Ausbleibens der Parusie Christi
Während in der zweiten urchristlichen Phase die Naherwartung der Parusie Christi in ihre Stetserwartung überführt wurde, setzen sich am Übergang von der zweiten zur dritten, erst recht aber in der dritten urchristlichen Phase vermehrt Texte mit dem innerchristlichen Zweifel an der göttlichen Präsenz in der erhofften zukünftigen Geschichte auseinander, wobei nur 2Petr 3,3f auf die grundsätzliche Infragestellung der Parusie Christi eingeht." (gekürzt)

2Petr 3,3f
"Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist."
Sehr viel trägt Petrus auch nicht zur Beantwortung der Frage bei

Zwar schreibt er weiter hinten, in Vers 8 "daß ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag", und in Vers 9 "der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß jedermann zur Buße finde", aber das erklärt keineswegs das Nichtkommen Jesu in Widerspruch zu der Verheißung Jesu an die Jünger "von denen, die hier stehen, werden manche den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen"

Petrus desavouiert alle, die sich nun (berechtigte) Fragen stellen, als "Spötter"
Damit traute sich kaum jemand zu fragen

Aber das war nicht fair. Wo geht denn da jemand eigenen Begierden nach, wenn er in Erinnerung ruft, was ihm vor gar nicht langer Zeit von den Jüngern gesagt worden war ??
Wo geht denn da jemand eigenen Begierden nach, wenn er auf das versprochene baldige Gottesreich hofft ??

Die bösartige Wortwahl "Spötter" und "eigene Begierden" sollte wohl alle Fragen abwürgen und alle Fragesteller mundtot machen
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#5
(29-01-2019, 19:45)Sinai schrieb:
(29-01-2019, 16:41)Bion schrieb: In christlich-theologischer Verwendung des Begriffs steht die (Erwartung der endzeitlichen) Ankunft Christi im Vordergrund (lat. adventus).


Genau! Den Jüngern wurde ja verhießen, daß manche von ihnen den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen werden

Ich denke, bereits unmittelbar nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu im Jahr 33 war die Erwartung auf eine baldige Rückkehr Jesu bei allen Christen sehr groß. Als dann im Jahre 66 römische Legionäre in den Tempel eindrangen und aus dem Tempelschatz 435 Kilogramm Silber beschlagnahmten, wurde unter den Christen die Erwartung auf die Rückkehr Jesu noch stärker. Und als dann im Jahre 70 der Tempel zerstört wurde, rechneten nun wohl alle Christen mit der sofortigen Rückkehr Jesu und der Errichtung des Gottesreiches

Ein Jahr später - im Jahre 71 - erkannten die Christen aber, daß Jesus eben doch nicht wiedergekehrt war
Das Quellenmaterial darüber ist spärlich - aber ich kann mir vorstellen, daß nun viele Christen ratlos waren
- - -

Der  Autor eines theologischen Kommentars der hiesigen Uni-Bibliothek vertritt die Auffassung, dass der Ur-Gemeinde nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels der in der Schrift  vertretene 7.000-jährige Zeitplan bewusst war. Wahrscheinlich verfügte die Ur-Gemeinde  nicht über eine Chronologie ähnlich der von James Ussher, ging aber von einer großen Zeitspanne bis zur Rückkehr des Messias aus.

Heutige Christen wollen das im Grunde so genau nicht wissen, sind durch Schule und Hochschule derart geformt, dass sich kaum noch jemand traut, die Frage nach Rückkehr Jesu öffentlich ernsthaft zu stellen.

Die lieben Christen haben aus den Schriften des Alten und Neuen Bundes eine Religion gemacht, die vielen  mehr als Droge  dient. Obwohl keine Schrift der Bibel deutlichere Angaben über die Zustände unmittelbar vor dem Finale der gegenwärtige Phase enthält als die Offenbarung, machen sich nur wenige die Mühe, sich mit dieser Schrift, die den Eingangsversen zufolge von Gott stammt, näher zu befassen. Tatsächlich ist im 17. Kapitel das Aufkommen der letzten Weltmacht vorhergesagt. Zugegeben: Zur Zeit macht Europa eher den Eindruck eines gerupften Huhnes...
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#6
(09-02-2019, 11:50)konform schrieb: . . . vertritt die Auffassung, dass der Ur-Gemeinde nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels der in der Schrift  vertretene 7.000-jährige Zeitplan bewusst war. Wahrscheinlich verfügte die Ur-Gemeinde  nicht über eine Chronologie ähnlich der von James Ussher, ging aber von einer großen Zeitspanne bis zur Rückkehr des Messias aus.


Leider nicht!
Den Urchristen wurde eingeredet, daß das kommen des Messias vor der Tür steht und sie den Tod nicht schmecken werden. Um Deinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, sage ich Dir die Fundstelle im Evangelium: Matth 16,28
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#7
(29-01-2019, 18:12)Ulan schrieb: Der Chiliasmus war auch unter den Kirchenvaetern weit verbreitet, also dass nach dem Kampf ein tausendjaehriges Reich unter Christus die Erde beherrschen wuerde. Ein Grund, warum Eusebius den Papias von Hierapolis so heruntermachte mag auch darin gelegen haben, dass der Chiliasmus als Parusieerwartung zu Zeiten des Eusebius in Ungnade gefallen war, und Papias war wohl ausgeprochener Chiliast.


Der Chiliasmus wurde spätestens ab dem Jahr 100 unglaubwürdig und langsam unanständig, solche Erwartungen zu verkünden

Alle Apostel hatten den Tod geschmeckt - ohne daß der Messias seine Herrschaft angetreten hätte. Es gab Kriege
Keine Spur vom Tausendjährigen Reich des Friedens

Hier nun weiter eine Endzeitstimmung anzuheizen, eine Panikstimmung wo Leute angehalten wurden, ihre Häuser an irgendwelche Arme zu verschenken, war nicht mehr aufrecht zu erhalten

Die Christen hatten die Nase voll von diesem chronischen Alarmzustand und wollten zur Tagesordnung zurückkehren

Man kann doch Christen um 320 keinen Vorwurf machen, wenn sie den Chiliasmus nicht mehr im Kopf hatten
Papias hatte um 100 gewirkt, da ging das noch an. Aber im Jahr 320 war schon eine andere Zeit


Anders gesagt:
Wenn einer im Jahre 60 herumrannte und schrie "der Messias kommt bald, verschenkt euer Hab und Gut, eure Häuser, Viehherden und Äcker" so glaubten ihm manche.

Später irrten dutzende arme obdachlose Bettler herum und klagten "ich Idiot habe als junger Mann mein Hab und Gut, mein Haus, meine Viehherde und meinen Acker verschenkt, aber das Reich Gottes wurde nicht errichtet, jetzt bin ich alt und krank und habe nichts zu essen und kein Dach über dem Kopf"
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#8
(09-02-2019, 14:09)dSinai schrieb:
(09-02-2019, 11:50)konform schrieb: . . . vertritt die Auffassung, dass der Ur-Gemeinde nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels der in der Schrift  vertretene 7.000-jährige Zeitplan bewusst war. Wahrscheinlich verfügte die Ur-Gemeinde  nicht über eine Chronologie ähnlich der von James Ussher, ging aber von einer großen Zeitspanne bis zur Rückkehr des Messias aus.


Leider nicht!
Den Urchristen wurde eingeredet, daß das kommen des Messias vor der Tür steht und sie den Tod nicht schmecken werden. Um Deinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, sage ich Dir die Fundstelle im Evangelium: Matth 16,28

Wie Jesu Worte gemeint waren, ist in Matthäus 17,1-9 nachzulesen. Jesus vermied zur Zeit Seines letzten Aufenthalts auf der Erde Angaben zum großen Zeitraum bis zu Seiner Rückkehr. Hätte die Ur-Gemeinde darum gewusst, sie wäre lange vor dem Jahre 70 erschlafft...
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#9
Angemerkt sei, dass nach offizieller christlicher Lehre alle in den letzten 2000 Jahren verstorbenen Christen immer noch auf das versprochene ewige Leben warten.
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#10
(09-02-2019, 15:40)konform schrieb: Jesus vermied zur Zeit Seines letzten Aufenthalts auf der Erde Angaben zum großen Zeitraum bis zu Seiner Rückkehr. Hätte die Ur-Gemeinde darum gewusst, sie wäre lange vor dem Jahre 70 erschlafft...


Es ist doch ein Unsinn zu sagen, Jesus hätte die Jünger angelogen - sozusagen eine Notlüge, damit die Christen Jahrtausende durchhalten sollten

Schuld an all den Mißverständnissen sind die Menschen selbst. Die Evangelien wurden in einer fremden Sprache geschrieben - in einer Sprache in der Jesus nicht gepredigt hatte.

Es war zwar sehr förderlich für die Verbreitung des Christentums, daß die Evangelisten auch auf Griechisch schrieben, aber es war ein unverzeihlicher Fehler, daß sie die Worte Jesu (Bergpredigt usw) nicht in der Originalsprache dokumentiert hatten. Durch die mehr oder weniger geglückten Übersetzungsversuche ins Griechische wurde oft der Sinn entstellt. Die althebräischen Begriffe der Thora kann man mit guten Wörterbüchern recht gut verstehen - aber die von Jesu verwendeten Begriffe sind auf Griechisch oft mißverständlich. Jetzt haben wir den Salat

Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, daß die Evangelisten kein Evangelium in der Originalsprache Jesu geschrieben hätten. Offenbar ist dieses in den Christenverfolgungen verloren gegangen. Und irgendwo überstanden halt griechische Texte die Verfolgungen.

Stell Dir vor, Du kaufst ein altes Auto und Du bekommst ein Flickwerk von einer Betriebsanleitung
Die ersten 10 Seiten mit den Abbildungen und den technischen Daten sind Englisch, mit englischen Maßen und Gewichten, die nächsten 10 Seiten mit dem Motor und dem Getriebe und den Reifen ist Italienisch, alles mit metrischen Maßen und Gewichten, und die nächsten 10 Seiten mit der Elektronik ist Französisch
Jetzt wurstelt der Konsument mit Wörterbüchern und Übersetzungsprogrammen herum

Jesus wird den Menschen schon verzeihen, daß sie nun Schwierigkeiten haben, seine Aussagen richtig zu verstehen
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#11
(09-02-2019, 16:27)Ulan schrieb: Angemerkt sei, dass nach offizieller christlicher Lehre alle in den letzten 2000 Jahren verstorbenen Christen immer noch auf das versprochene ewige Leben warten.


Interessante Frage
Was meinst Du mit "ewigem Leben" ?
Ich denke, daß es unterschiedliche Vorstellungen gibt. Laut christlicher Lehre sind die Guten im Himmel und schauen herunter. Sie sind somit im ewigen Leben.

Oder meinst Du das Paradies auf Erden, die fleischliche Auferstehung, die "Auferstehung der Toten" ?
Aus diesem Grund war ja auch die Leichenverbrennung lange Zeit verboten

Nehmen wir als Beispiel die Lehre der größten christlichen Kirche, der katholischen Kirche

Einerseits glauben Katholiken, daß die Seelen der Verstorbenen im Himmel sind und herunterschauen, andererseits ist im kath Glaubensbekenntnis von der Auferstehung die Rede

Wie ist das gemeint? Müssen dann wenn das Reich Gottes auf Erden errichtet wird, die Seelen wieder den Himmel verlassen und dann wieder in einen irdischen Leib ?

Es ist mir klar, daß niemand diese Frage beantworten kann. Aber mich würde die Meinung der kath Kirche zu diesem Thema interessieren.

Glauben Katholiken an eine Auferstehung der Toten ? Ich denke schon, denn im katholischen Glaubensbekenntnis heißt es "Ich glaube an die Auferstehung der Toten"

Dann wäre der Aufenthalt der Seelen im Himmel nur temporär

Aber ist es kein schlechter Tausch, vom Himmel wieder auf die Erde zu müssen (selbst wenn es das Paradies ist) ?
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#12
(09-02-2019, 16:46)Sinai schrieb: Ich denke, daß es unterschiedliche Vorstellungen gibt. Laut christlicher Lehre sind die Guten im Himmel und schauen herunter. Sie sind somit im ewigen Leben.

Diese Auffassung ist christlich, nicht aber biblisch. Nicht nur die Katholiken, aus deren Kreis ich komme, vertreten viel Schriftwidriges.  Auch die übrigen Kirchen und Gemeinschaften tun dies. Am ehesten schrift-konform sind die Lehren einiger christlichen Gemeinschaften in anglo-keltischen Ländern.
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#13
(09-02-2019, 16:28)Sinai schrieb:
(09-02-2019, 15:40)konform schrieb: Jesus vermied zur Zeit Seines letzten Aufenthalts auf der Erde Angaben zum großen Zeitraum bis zu Seiner Rückkehr. Hätte die Ur-Gemeinde darum gewusst, sie wäre lange vor dem Jahre 70 erschlafft...

Es ist doch ein Unsinn zu sagen, Jesus hätte die Jünger angelogen - sozusagen eine Notlüge, damit die Christen Jahrtausende durchhalten sollten

Wie viel Jesus tatsächlich wusste, geht aus der Schrift nicht klar hervor. Er hat mit Seinem Wissen offenbar zurückgehalten, nicht aber gelogen.  Wie anders hätte Er vorgehen sollen, um den Einsatzwillen Seiner Nachfolger nicht zu dämpfen?

(09-02-2019, 16:28)Sinai schrieb: Schuld an all den Mißverständnissen sind die Menschen selbst. Die Evangelien wurden in einer fremden Sprache geschrieben - in einer Sprache in der Jesus nicht gepredigt hatte.

Es war zwar sehr förderlich für die Verbreitung des Christentums, daß die Evangelisten auch auf Griechisch schrieben, aber es war ein unverzeihlicher Fehler, daß sie die Worte Jesu (Bergpredigt usw) nicht in der Originalsprache dokumentiert hatten. Durch die mehr oder weniger geglückten Übersetzungsversuche ins Griechische wurde oft der Sinn entstellt. Die althebräischen Begriffe der Thora kann man mit guten Wörterbüchern recht gut verstehen - aber die von Jesu verwendeten Begriffe sind auf Griechisch oft mißverständlich. Jetzt haben wir den Salat

Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, daß die Evangelisten kein Evangelium in der Originalsprache Jesu geschrieben hätten. Offenbar ist dieses in den Christenverfolgungen verloren gegangen. Und irgendwo überstanden halt griechische Texte die Verfolgungen.

Mit Hilfe von Textvergleichen und den Schriften früher Kirchenväter ist man dem Ur-Text nahe genug gekommen.
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#14
(09-02-2019, 14:59)Sinai schrieb: - - -
Der Chiliasmus wurde spätestens ab dem Jahr 100 unglaubwürdig und langsam unanständig, solche Erwartungen zu verkünden
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Anders gesagt:
Wenn einer im Jahre 60 herumrannte und schrie "der Messias kommt bald, verschenkt euer Hab und Gut, eure Häuser, Viehherden und Äcker" so glaubten ihm manche.

Später irrten dutzende arme obdachlose Bettler herum und klagten "ich Idiot habe als junger Mann mein Hab und Gut, mein Haus, meine Viehherde und meinen Acker verschenkt, aber das Reich Gottes wurde nicht errichtet, jetzt bin ich alt und krank und habe nichts zu essen und kein Dach über dem Kopf"

Zu Beginn des Gemeindelebens kam es zu Veräußerungen von Besitz, um damit Mitglieder der Ur-Gemeinde zu versorgen. Doch von Übertreibungen ist in den Schriften des Neuen Bundes nicht zu lesen.

Mitglieder so genannter Endzeitgruppen wurden durch ihrer Führer zu wirtschaftlich katastrophale Entscheidungen verleitet. Viel Schuld daran haben die Kirchen und etablierten Gemeinschaften. Die Ersteren verneinen im Grunde den göttlichen Ursprung der Schrift, Endzeitgruppen wiederum fehlinterpretieren nicht zuletzt aus eigensüchtigen Motiven die Vorhersagen.

Wie sehr sich das heute dominierende naturalistische Weltbild auf die Theologie auswirkt, ist nicht zuletzt an den Interpretationen der biblischen Vorhersagen zu erkennen. Da der Naturalismus echte Vorhersagen nicht erlaubt, kommen die Theologen zu völlig falschen Schlüssen.
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#15
Das alles aendert nicht viel daran, dass nicht "alle diese Dinge" vor dem Tod einiger der Zuhoerer eingetreten waren.
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