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Bedeutungsverluste von Beichte und Aschenkreuzausgabe ...
#1
Guten Tag,

... es gibt sicherlich durchaus Feiertage welche an Bedeutung verloren haben. Ich war tief betroffen am Mittwoch wie wenig die Aschenkreuzausgabe den meisten Katholiken noch etwas bedeutet. Die Besucherzahlen waren echt unterirdisch.

Bei Allerheiligen sieht das ganze immerhin etwas besser aus, weil für die meisten Menschen die Bedeutung von Sterben und Tod  auch eine reale Komponente beinhaltet.

Trotzdem ist m. E. der Aschermittwoch nicht ein abstraktes Fest - wird aber vermutlich bald das Schicksal des Beichtsakramentes teilen und zu einer seltene Stilblüte des Katholischen Glaubenslehre verkümmern.

Für mich wissenswert gibt es vielleicht noch weitergehende Ursachen für diese Erscheinung oder ist dies vielleicht nur ein Phänomen in meinem lokalen Gemeindebereich ?! ...
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#2
Kirchen und christliche Gemeinschaften halten die in der Schrift gebotenen Feiertage nicht durchweg an den richtigen Tagen, einige überhaupt nicht.

Dass Jesus an einem Passah getötet und der Geist am Pfingsttage genau fünfzig Tage danach ausgegossen wurde, sollte eigentlich all jene Christen nachdenklich machen, die glauben, die übrigen der in 3. Mose 23 gebotenen Feiertage seien nicht verbindlich.

Weihnacht oder Allerheiligen sind keine durch die Schrift gebotenen Feste. Von großer Bedeutung für das Verständnis des in der Schrift gezeichneten  Geschichtsverlaufs  ist der ins Spätjahr fallende Feiertag Rosch ha-Schana (Posaunentag).
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#3
(08-03-2019, 13:56)Kreutzberg schrieb: Ich war tief betroffen am Mittwoch wie wenig die Aschenkreuzausgabe den meisten Katholiken noch etwas bedeutet. Die Besucherzahlen waren echt unterirdisch.


Ein sehr katholischer Arbeitskollege von mir hat das gleiche gesagt wie Du. Er hat erzählt, wie wenige Menschen in die Kirche kamen, um das Aschenkreuz auf die Stirn zu empfangen.

Ich suchte jetzt im Google: Aschenkreuz
und fand: Aschermittwoch - Wikipedia

Ein ausführlicher und interessanter Artikel
"Der Spender spricht bei der Bezeichnung mit dem Aschenkreuz zu jedem Einzelnen die Worte: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“"

Ich denke, die Menschen hören heutzutage nicht mehr gern so einen Spruch - und es dürfte unangenehm sein, ein Aschenkreuz auf die Stirn zu bekommen, das einen ans Sterben erinnert

So viel ich weiß, gehen Katholiken gerne zu freudigen Veranstaltungen, zum Pfarrball, zum gemütlichen Beisammensein nach den Sonntagsmessen, zu Ausflügen, zur Ostermesse, zur Weihnachtsmesse, zur Dreikönigsmesse

Daß Menschen an einem Wochentag (Aschermittwoch) zu einer Messe gehen, ist ohnehin selten. Für Berufstätige kommt wohl nur eine Abendmesse in Frage - und es ist fraglich, ob Menschen in heutiger Zeit (Streß am Arbeitsplatz) dann nach Dienstschluß noch die Energie haben, zu einer Messe zu gehen, um das Aschenkreuz zu empfangen, das sie traurig stimmt  

Nach der Arbeit sind heutige Berufstätige erschöpft und ausgelaugt, sie müssen rasch ihre Einkäufe tätigen (Milch fürs Frühstück, Brot) und nach Hause fahren, sich duschen, kochen und essen und abwaschen und die Schuhe für den nächsten Tag putzen

Da hat doch wohl keiner mehr Lust, eine Abendmesse zu besuchen - wo man noch dazu ans Sterben erinnert wird

Wo steht eigentlich geschrieben, daß das Aschenkreuz an einem Wochentag gespendet werden muß ?
"Mit dem Aschermittwoch beginnt in der Westkirche seit dem Pontifikat Gregors des Großen die vierzigtägige Fastenzeit" Aschermittwoch - Wikipedia
Gregor der Große war von 590 bis 604 Papst (Gregor der Große - Wikipedia)

Im Jahre 600 war Europa bäuerlich organisiert, und Anfang März gab es auf den Feldern ohnehin sehr wenig zu tun, da konnten die Leute problemlos an einem Mittwoch am Nachmittag vom Feld ins Dorf kommen . . .

Heute ist für 99 % der Menschen der Mittwoch ein Arbeitstag - die Kirche könnte hier wirklich flexibel sein und das Aschenkreuz am Sonntag davor spenden. Dann ist halt die Fastenzeit (an die sich nur wenige halten) drei Tage länger . . . dann sind es nicht 40 Tage, sondern 42 - echte 6 Wochen
Warum muß es unbedingt ein Mittwoch sein ?

Die Kirche könnte das Aschenkreuz anläßlich der regulären Sonntagsmesse am Sonntag davor spenden - und danach einen kleinen Pfarrausflug organisieren - eine kleine Wanderung im Wald mit anschließender fleischloser Speise (Brot und Käse) - das wär doch was und ich denke, daß viele das Angebot annehmen würden

Keine fünfstündige Wanderung - sondern eine kleine Busfahrt zum Stadtrand und dort eine Stunde locker spazieren, während dieser Stunde ein wenig singen und beten, aber nicht übertreiben, und dann wieder mit dem Bus zurück ins Pfarrheim und dort gibt es Brot und Käse

Wenn der Bus wieder von dort wegfährt, wo alle ausgestiegen sind, können die Alten und Gebrechlichen mit Rollator in der Nähe bleiben, müssen nicht weit gehen und können sich auf Bänke setzen

Da würden viele mitmachen, denke ich

Daß der Karfreitag ein Freitag sein muß, ist klar

Aber das Spenden des Aschenkreuzes muß vielleicht nicht unbedingt an einem Mittwoch erfolgen - das Weihnachtsfest am 24. Dezember ist ja auch jedes Jahr an einem anderen Wochentag

So rege ich an, daß sich der Vatikan möglicherweise ein anderes Datum für die Spende des Aschenkreuzes sucht

An einer Festsetzung von Gregor dem Großen, daß es ein "Mittwoch" sein muß, muß man vielleicht heute nicht mehr festhalten

Das war wie gesagt in einer bäuerlich organisierten Gesellschaft des Frühmittelalters sinnvoll wo Anfang März Ruhezeit auf den Feldern war - und wo die Menschen noch keinen Fernseher und andere Abendbeschäftigungen hatten - da traf man sich Abends gerne im Dorfzentrum am Kirchenplatz, besuchte dann die Messe und empfing das Aschenkreuz

So viel man weiß, hatten die Menschen damals eine andere Einstellung zum Tod - sie freuten sich darauf, ihre verstorbenen Eltern und Großeltern im Himmel wieder zu sehen

Eine Erinnerung an den Tod war ihnen nicht unangenehm

Heutige Menschen - selbst sehr gläubige Katholiken - haben es nicht gern, wenn sie ans Sterben erinnert werden - noch dazu derart ausdrücklich

Und dann sollen die Leute abends traurig nach Hause gehen ?

Wenn das an einem Sonntagvormittag wäre - und dann ein angeschlossener Ausflug mit der Gemeinschaft - wäre das für viele angenehmer zu ertragen und auch zeitmäßig einplanbar

Ist aber nur eine Idee von mir



Warum Du "tief betroffen" warst, erschließt sich mir nicht - ist das nicht übertrieben ?


(08-03-2019, 13:56)Kreutzberg schrieb: . . . das Schicksal des Beichtsakramentes . . .


Dazu kann ich wenig sagen. Die Leute reden nicht darüber, wann sie beichten waren und das geht auch niemand etwas an (Beichtgeheimnis)

Keine Ahnung, ob die Leute in früherer Zeit (vor dem Vatikanum) öfter beichten waren als heute.

Das sind alles Mutmaßungen. Eine alte Frau sagte einmal, daß früher beim Sonntagsgottesdienst die Leute vor dem Beichtstuhl Schlange standen, und daß das heute nicht mehr so ist. Allerdings sind die Kirchen heute viel schlechter besucht als früher. Da ist vielleicht ein Viertel von früher bei der Sonntagsmesse
Und 80 % davon Alte (die keine Sünden mehr machen können) und Kleinkinder mit ihren Eltern (Kleinkinder sind überhaupt zu jung zum beichten, und ihre glücklichen Eltern werden wohl auch kaum Sünden begehen)

Früher waren in der Kirche 200 Leute - altersmäßig bunt gemischt, etwa 100 im "gefährlichen Alter" wo Seitensprünge denkbar sind

Heute sind in derselben Kirche 50 Leute - 40 Alte die kaum noch gehen können, dann 4 Kleinkinder und 6 zugehörige Mamas und Papas

Daß da keine Schlangen vor den Beichtstühlen stehen, ist wohl verständlich . . .
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#4
(08-03-2019, 15:20)konform schrieb: sollte eigentlich all jene Christen nachdenklich machen, die glauben, die übrigen der in 3. Mose 23 gebotenen Feiertage seien nicht verbindlich.

Kannst Du eine Liste machen ?
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#5
Die unangenehme Botschaft welche mit dem Aschenkreuz verbunden ist war traditionell bei vielen Christen außer Frage gestellt. Nach meinem Eindruck hat dies mit den Lebensgewohnheiten vielmehr zu tun. Das die Aschenkreuz-Ausgabe so schlechte Resonanz hatte trotz eines Messtermins um 19 Uhr verstehe ich aber nicht - sogar in alten kirchlichen Hochburgen ist diese Tendenz sichtbar geworden.

In der Vergangenheit war der Aschenmittwoch m. E. durchaus der Schlußpunkt zum ausgiebig genossenen Karneval. Das macht die gravierenden Abschwächungen für mich noch unverständlicher.

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Wenn richtig unterrichtet bin kann man eine Beichte auch auf Termin mit dem Pastor inzw. vereinbaren.
Eine diskrete Abwicklung ist also jederzeit möglich - aber die Beichte ist für viele eine Welt von gestern geworden
welche nicht mehr zum Zeitgeist passt.

Ich bin mir im übrigen sicher, dass mancher Christ sogar die Befugnis zum Sündenerlass dem örtlichen Pastor absprechen.

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Bitte nicht vergessen : der Aschermittwoch ist ja auch der Startschuß zur christlichen Fastenzeit
und damit ein Signal für einen Übergang zur inneren Besinnung. Ich meine so wurde mir das
seinerzeit einmal seitens der Theologen erklärt.
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#6
(08-03-2019, 18:16)Kreutzberg schrieb: Das die Aschenkreuz-Ausgabe so schlechte Resonanz hatte trotz eines Messtermins um 19 Uhr verstehe ich aber nicht


Ich vermute, der schlechte Besuch war nicht "trotz" eines Messtermins um 19 Uhr - sondern wegen der unmöglichen Stunde !

Welcher berufstätige Mensch, welche Mutter sitzt bitteschön an einem Werktag von 19 Uhr bis 20 Uhr in der Kirche ?


(08-03-2019, 18:16)Kreutzberg schrieb: . . . die Beichte ist für viele eine Welt von gestern geworden
welche nicht mehr zum Zeitgeist passt.


Keine Ahnung. Menschen gehen regelmäßig zum Psychotherapeuten, zum Psychiater, zur Lebensberatung, zum Familienberater, und wie die alle heißen . . . da ist eine ganze INDUSTRIE entstanden. Offenbar ist sehr großer Bedarf vorhanden. Die Leute tragen sehr viel Geld dort hin. So viel ich weiß, legt man sich dort auf eine Couch und beichtet seine Perversionen, Ehebruch, Trunksucht etc.


(08-03-2019, 18:16)Kreutzberg schrieb: Bitte nicht vergessen : der Aschermittwoch ist ja auch der Startschuß zur christlichen Fastenzeit
und damit ein Signal für einen Übergang zur inneren Besinnung. Ich meine so wurde mir das
seinerzeit einmal seitens der Theologen erklärt.

So ähnlich hat Luther die Fastenzeit erklärt.
"Die Fastenzeiten in den evangelischen Kirchen
„Im evangelischen Bereich heißen die Vierzig Tage Passionszeit – Zeichen dafür, dass das Motiv der Passion Jesu die gesamte Vorbereitungszeit auf Ostern bestimmt. Ursprünglich war solche Prägung auf die Karwoche beschränkt.“ . . . Die Passionszeit. In: Evangelisches Gottesdienstbuch, Ergänzungsband, S. 164
Die Reformatoren standen in der spätmittelalterlichen Tradition einer verinnerlichten Frömmigkeit: nicht die quantifizierbaren äußeren Akte seien wichtig, sondern die Gesinnung."
Fastenzeit - Wikipedia

Ich denke, daß das Fasten für viele Christen sehr wichtig ist - auch wenn sie sich nicht vorgestern am Mittwoch von 19 bis 20 Uhr in die Kirche gesetzt haben

Im Frühmittelalter bedeutete "Fasten" wenig essen - andere Konsummöglichkeiten gab es kaum. Heute ist "gutes Essen" kein Wert mehr - eher uninteressant. Heute gibt es tausende andere Verlockungen

So unschuldig ist das Aschenkreuz auch wieder nicht - das Spenden des Aschenkreuzes ist eine Schocktherapie !
Und das ist nicht jedermanns Sache an einem Werktag von 19 bis 20 Uhr wenn dann am nächsten Morgen der Wecker läutet
"Der Spender spricht bei der Bezeichnung mit dem Aschenkreuz zu jedem Einzelnen die Worte: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“" Aschermittwoch - Wikipedia
Das ist kein leeres Gerede, das wird gesagt, um Menschen aufzurütteln! Die Menschen sehen die schwarzen Aschenkreuze auf der Stirn der anderen Meßbesucher - das geht vielen unter die Haut und das ist ja auch sicher so beabsichtigt. Siehe das aufrüttelnde Bild in Aschermittwoch - Wikipedia

Wäre das Aschenkreuz an einem Sonntag Vormittag, dann könnten die Meßbesucher nachher die Gemeinschaft genießen, bei Kaffee und Kuchen im Pfarrheim ihre Gedanken dazu austauschen

Ich stelle es mir sehr deprimierend vor, wenn jemand spätabends um 20 Uhr das Aschenkreuz mit den Worten „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ auf seine Stirne bekommt

Zwar wird immer auch ein Termin um ca. 16 Uhr angeboten (für die Kinder) - aber da hat kein berufstätiger Mensch Zeit !

Wie ich schon sagte, ist das Aschenkreuz schon sehr alt - das Datum des Aschermittwochs stammt aus dem Jahre 600

Zu erwarten, daß mitten unter der Woche große Menschenmassen von 19 bis 20 Uhr in der Kirche sitzen, ist allzu optimistisch - wie man sieht


Was Du über den "Übergang zur inneren Besinnung" andeutest, dürfte für viele Christen sehr wichtig sein - ein bewußtes sich abkoppeln von der Welt des Konsums, der Mode, der Werbung, der Begierden, der glitzernden Angebote, der Gier, der ständigen Musikberieselung, der Hektik, des Fernsehens, des Radios, der Millionen blöden Apps, des essens aus Langeweile, des trinkens zum Zeitvertreib, des rauchens zum kurzfristigen Genuß . . .  

Pathetisch und biblisch kann man auch sagen, ein bewußtes sich abkoppeln vom Tanz um das Goldene Kalb
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#7
(08-03-2019, 16:29)Sinai schrieb:
(08-03-2019, 15:20)konform schrieb: sollte eigentlich all jene Christen nachdenklich machen, die glauben, die übrigen der in 3. Mose 23 gebotenen Feiertage seien nicht verbindlich.

Kannst Du eine Liste machen ?

An erster Stelle ist der wöchentliche Ruhetag genannt, der Sabbat, der auch den kommenden Weltsabbat - das Tausendjährige Reich - symbolisiert.

Es folgt das Passahfest, der Todestag  Jesu.  Danach die “Tage der ungesäuerten Brote” , die den Reinigungsprozess der Nachfolger Jesus symbolisieren. Die Bedeutung des Pfingstfestes dürfte allgemein bekannt sein.

Weniger verstanden wird der Sinn der ins Spätjahr fallenden “jüdischen” Feiertage. Merkwürdig, dass der Posaunentag von der Christenheit so gut wie nicht genannt wird. Immerhin wird der Schrift zufolge der zur Erde zurückkehrende Messias zu diesem Zeitpunkt die politische Macht über die Erde antreten.

Der Versöhnungstag (Jom Kippur) steht für die Inhaftierung Satans und dessen Gefolge, das sich daran anschließende Laubhüttenfest für das Tausendjährige Reich.

Der letzte Tag symbolisiert die neue Welt - die winzige Erde gibt es dann nicht mehr, auch nicht mehr das brüchig gewordene Universum...
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#8
(08-03-2019, 15:20)konform schrieb: sollte eigentlich all jene Christen nachdenklich machen, die glauben, die übrigen der in 3. Mose 23 gebotenen Feiertage seien nicht verbindlich.

. . . der ins Spätjahr fallende Feiertag Rosch ha-Schana (Posaunentag).

(09-03-2019, 14:37)konform schrieb: Merkwürdig, dass der Posaunentag von der Christenheit so gut wie nicht genannt wird. Immerhin wird der Schrift zufolge der zur Erde zurückkehrende Messias zu diesem Zeitpunkt die politische Macht über die Erde antreten.

Der Versöhnungstag (Jom Kippur) . . . Laubhüttenfest . . .


Interessante Meinung, die man selten hört. Nicht einmal die berühmten Zeugen Jehovas feiern diese jüdischen Feste

Ich denke, das taten nur die Judaisierer
"Judaisierer ist ein Begriff aus der frühchristlichen Literatur und bezeichnet Judenchristen und Heidenchristen, die an jüdischen antiken Bräuchen und am Judentum festhielten. Sie hielten die für Juden verbindlichen Mitzvot (Gebote) ein, heiligten den Schabbat und ließen sich beschneiden.
hristlichen Feiertagen ( . . . )
Paulus verurteilte die von Missionaren der „judaisierenden Christen“ verbreiteten Lehren im Galaterbrief."
Judaisierer - Wikipedia

Es gibt ja jetzt schon sehr viele Feiertage in Europa, verglichen mit Japan sind wir daher in der Industrie schwer konkurrenzfähig - wenn nun all diese von Dir geforderten Feiertage dazukämen, würde die deutsche Industrie aufjaulen

Zu den vielen christlichen Feiertagen (Ostern, Pfingsten, Allerheiligen, Weihnachten) dann noch die ganzen im 3. Buch Mose festgeschriebenen Feiertage ?

Die Arbeitnehmer würde es freuen - dann wären wir wirklich Weltmeister bei den Feiertagen

Aber ich bin mir sicher, daß das politisch nicht durchgeht

Die meisten Deutschen würden diese Idee zwar sehr angenehm finden (ein Drittel des Jahres ist arbeitsfrei; dazu noch die Urlaubswochen für die Fernreisen), aber sie würden diese Idee dennoch ablehnen, da sie die deutsche Industrie ruinieren würde

Klar könnte man sagen, diese vielen Feiertage sollen nur außerhalb der Industrie gelten - aber dann würde wohl kein Mensch mehr in der Industrie arbeiten wollen . . .

Oder schwebt Dir ein Tausch vor?
Willst Du die christlichen Feiertagen (Ostern, Pfingsten, Allerheiligen, Weihnachten) in Deutschland oder gleich in ganz Europa abschaffen und durch die ganzen im 3. Buch Mose festgeschriebenen Feiertage ersetzen ?

Für so eine Idee wirst Du nie die erforderliche Mehrheit bekommen

Heute gibt es die Messianischen Juden, ich vermute daß sie keine oder nur wenige christliche Feiertage haben:
"Messianische Juden sind Menschen überwiegend jüdischer Abstammung, die an Jesus Christus als ihren Messias glauben, sich aber dennoch weiterhin mit fortführender Zelebrierung jüdischer Bräuche als Juden verstehen. Die Bibel – dazu gehören für sie sowohl das Alte Testament (im Judentum: Tanach) als auch das Neue Testament – bildet für sie die Grundlage ihres Glaubens, der Lehre und der Lebensführung. Sie sind der Überzeugung, dass die Bibel in ihrer Ganzheit durch Gott inspiriert ist. ( . . . )"
Messianische Juden - Wikipedia

Oder erwartest Du, daß die Arbeitgeber freiwillig - zusätzlich zu den christlichen Feiertagen - auch die im 3. Buch Mose festgeschriebenen Feiertage frei geben?

Ich weiß nicht was Du meinst

Was sagst Du zum Verbot des Schweinefleischs und zu den vielen Bekleidungsvorschriften (Verbot des Mischgewebes von pflanzlicher / Leinen und tierischer Herkunft / Wolle)

Noch eine Frage: wie stehst Du zur Beschneidung ?
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#9
Die Beichte wurde früher so abgehalten, daß der "Sünder" erklärte, er hätte beim duschen auch den Schniedel gewaschen. Dann kam die Frage wie oft und wie lange. Zehn "Vater Unser" und Fünf "Gegrüßet seist du Maria" und alle Sünden waren verschwunden.
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#10
Ich denke manche Kritik ist ja auch berechtigt : eine Schuld eingestehen sollte ja auch der Startschuss
einer "Kartasis" sein : leider habe ich bei der Aschenkreuzausgabe noch nie die Mahnung gehört, dass
Leben endlich ist und daher bewusster gestaltet werden sollte. Das wäre sicherlich "sinnstiftend" und
überdies auch konstruktiv.

Die Beichte kennt meines Wissens auch keinen Hinweis des Pastors welches als Signal für einen Neuanfang
verstanden werden kann ; hier scheint die Sühne der allein (seeligmachende Dreh- und Angelpunkt) zu sein.
Das überzeugt mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Das man für die eigenen Taten Verantwortung über-
nehmen müssen sagen schließlich auch die Humanisten und damit verwischt schleichend offenkundig
der Unterschied zw. theologischen und atteististischen Weltanschauungen.
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#11
Der Aschermittwoch ist dem katholischen Heilgen "Blasius" geweiht. Dem katholischen Schutzpatron gegen Halskrankheiten.

Am Aschermittwoch haben  HNO-Artzte meist  immer "eine volle Praxis".. Genauso wie an allen andern Wochentagen auch.
Da Freiberufler und Bedienstete aus dem Rotlicht sind ja dafür bekannt. nicht besonders katholisch katholisch zu sein... und in der katholische Kirche wird Sex ohnehin nur als eheliche Notwendigkeit zur (un)-reinen Fortpflanzung geduldet,

...deswegen gehen die meisten jungen Frauen heutzutage auch lieber sofort zum Hals-Nasen-Ohren-Artzt, wenn mal was im Hals kratzt.. anstatt bis Aschermittwch zu warten.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#12
Ich habe mal kurz gegurgelt was Kartasis bedeuten soll. Zuerst dachte ich an Karies, dann las ich "Reinigung", also doch Karies, eine prof. Zahnreinigung.
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#13
Katharsis ist ein in Philosophie und Psychologie gelaeufiger Begriff, der emotionale Reinigung bezeichnet. Bei Aristoteles war aber zum Teil durchaus noch die medizinische Reinigung gemeint. Die Uebertragung der Bedeutung hat ihre Wurzel in der griechischen Humoralpathologie, wie sie auch noch durch das ganze Mittelalter bis in die Neuzeit gelehrt wurde und das medizinische Denken der Leute fuer lange Zeit bestimmte. Bald war die Anwendung aber auf Emotionen beschraenkt. Ansonsten findet man das Wort heutzutage haeufiger in Buch- oder Filmbesprechungen, meist natuerlich als deutsches Adjektiv "kathartisch".

Eine auch nur annaeherende Aehnlichkeit zu Karies besteht offensichtlich nicht, denn die Reinigung von etwas ist nicht dasselbe wie das Ding, das durch die Reinigung entfernt wird, was alles Moegliche sein kann.

Die Fastenzeit und der Gedanke an Katharsis sind natuerlich eng miteinander verbunden. Fuer uns heutzutage ist das mit der Fastenzeit natuerlich ein groesserer Willensakt als frueher, wo am Ende des Winters oft genug eh nichts mehr zu essen uebrig war. Wer weiss, vielleicht war das sogar in gewisser Weise fuersorglich gemeint, damit die Leute nicht am Ende des Winters ihr Vieh schlachten und dann im naechsten Jahr nichts mehr hatten.
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#14
Das ist ein guter Ansatz : das weltliche Christentum scheint nun einen Weg zu gehen bei denen der Verzicht als Form des Fastens Einzug hält. Das ist sicherlich gut : aber wo ist die konkrete Zielrichtung zu sehen : viele machen ja nach Ostern den Fehler und verfallen in den alten Trott.

Eine vergleichbare Falle beruht auf den Umstand, dass Vorhaben zum Jahresbeginn als "Balast" empfunden werden. Ab Neujahr mit einer Erwartungshaltung zu starten die als Hypothek empfunden wird ist bedrückend und muss zwangsläufig scheitern. Der Wille ein Ziel zu erreichen muss reifen, denn nicht jeder hat eine ausgeprägte Selbstdisziplin.

Die Gefahr besteht dass dies als Modetrend sich wandelt und das Fasten der ursprünglichen Form verloren geht. Weniger essen macht ab und zu ja auch Sinn und schärft die Sinne : einmal habe ich das zumindest erfahren : ist aber recht lange her !!!

Daher überzeugt mich der Verzicht auf HANDY - PC oder PKW ehrlich gesagt nicht wirklich !!!
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#15
(15-03-2019, 14:14)Kreutzberg schrieb: Das ist ein guter Ansatz : das weltliche Christentum scheint nun einen Weg zu gehen bei denen der Verzicht als Form des Fastens Einzug hält. Das ist sicherlich gut : aber wo ist die konkrete Zielrichtung zu sehen : viele machen ja nach Ostern den Fehler und verfallen in den alten Trott.


Na ja, die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern ist eine schwere Belastung
Und am Ostersonntag ist sie zu Ende !

Nun die Sache umzudrehen und zu kritisieren, daß die Menschen dann wieder normal weiterleben, ist ein starkes Stück

Aus einer kurzfristigen Extrembelastung eine Dauereinrichtung machen zu wollen, war und ist immer sektenhaft

Das war schon vor 2000 Jahren so, als manche Christen das baldige Reich Gottes erwarteten.
Sie verschenkten ihr ganzes Hab und Gut

Wie dem auch sei. Aus vorösterlichem Fasten eine Dauereinrichtung machen zu wollen, geht zu weit
Da spielt Dir doch keiner mit. Sollen Myriaden Christen jetzt zu Asketen werden ??
Da macht vielleicht eine Minderheit von 1 Prozent der Christen mit, der Rest springt ab. Dann ist das Christentum wieder eine winzige Minderheit. Willst Du das ?

Menschen, die berufstätig sind, können - ohne Gefahr des Jobverlustes - nicht das ganze Jahr fasten !
Die Leute sind ja keine Bettelmönche und brauchen eine ordentliche Ernährung, die auch schmecken soll

Klar ist das kein Freibrief für die heutige Konsumgesellschaft. Die Konsumgesellschaft ist in vielerlei Hinsicht sehr schlecht. Gesundheitlich, sozial, umweltmäßig (Vergeudung von Rohstoffen)

Die Konsumgesellschaft kann aber nicht mit "christlichem Fasten" bekämpft werden. Ich denke, das sind zweierlei Themen, die man nicht vermengen soll
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