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Hinweise auf die Existenz Jesu vor den Aposteln
#1
Hallo und einen guten Abend miteinander,

eine Frage, welche mich beschäftigt ist die, ob Jesus tatsächlich gelebt hat.
Was ist alles bekannt von ihm, als er... sagen wir mal 20-25 Jahre alt war.

Bitte keine Begründungen, welche nach dem 30. Lebensjahr von Jesus gekommen sind. Gibt es aus der Zeit vielleicht Schriften bei den Römern oder Juden?
Wenn der Sohn Gottes auf Erden wandelt.... das muss doch aufgefallen sein.

Einen Grund, warum ich die Frage stelle ist folgende: Für mich ist Gott ein Schöpfer.
Ich denke mir, dass alles Großartige, was Menschen bewusst erschaffen, das tun sie, damit die Schöpfung einen Zweck erfüllt. Ich kann es mir leider nur so vorstellen, dass Gottes Schöpfung einem Zweck dient.

Und in der Gesamtheit der Schöpfung ist alles enthalten. Warum sollte der Schöpfer seinen Sohn senden, der das Werk dann zum "Guten" verändern sollte?
Das wäre ja so, als ob ein Schriftsteller, der ein grandioses Lebenswerk erstellt, seinem Sohn einen Tintenkiller in die Hand drückt, so dass dieser alle "nicht guten Stellen" ausradiert.

Könnt ihr mir hier weiter helfen?
Für alle Antworten danke ich Euch schon jetzt.
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#2
(11-05-2019, 01:53)Harakd Knieper schrieb: Und in der Gesamtheit der Schöpfung ist alles enthalten. Warum sollte der Schöpfer seinen Sohn senden, der das Werk dann zum "Guten" verändern sollte?
Das wäre ja so, als ob ein Schriftsteller, der ein grandioses Lebenswerk erstellt, seinem Sohn einen Tintenkiller in die Hand drückt, so dass dieser alle "nicht guten Stellen" ausradiert.

Interessante Fragestellung


(11-05-2019, 01:53)Harakd Knieper schrieb: Gibt es aus der Zeit vielleicht Schriften bei den Römern oder Juden?

Ja, solche Schriften gibt es:

Flavius Josephus (eine schillernde Persönlichkeit) Jüdischer General des Aufstands gegen Rom, ein Sadduzäer der dann Pharisäer wurde (ein extrem selterner Vorgang; umgekehrt kommt zwar auch nicht häufig vor, aber es gibt alle hundert Jahre so einen Fall, daß ein Pharisäer zum Sadduzäer wird)
Dann lief Flavius Josephus zu den Römern über (um sein Leben zu retten) und schrieb "historische" Werke nach dem Geschmack des römischen Kaisers. Vor lauter Kriecherei und um seine Loyalität zu zeigen, nahm Josephus ben Mathitjahu ha Kohen (wie er wirklich hieß), den Gentilnamen des Kaisers an (der Kaiser gehörte der altrömischen Sippe der Flavier an)
Flavius Josephus schrieb historisch hochwertige Abhandlungen über das Judentum und das Christentum; die inhaltliche Verläßlichkeit mag allerdings angezweifelt werden. Er lebte quasi als Geisel in Rom und schrieb in vorauseilendem Gehorsam

Im Jahre 93 n. Chr. schrieb er in den Antiquitates Judaicae im Buche 18, Verse 63f:
"Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mann, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er vollbrachte nämlich ganz unglaubliche Taten und war der Lehrer aller Menschen, die mit Lust die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Dieser war der Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorhergesagt hatten. Und bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort."

Das pharisäische Judentum widmete Jesus ebenfalls viel Aufmerksamkeit, was sich dann im später verschrifteten Talmud widerspiegelt:
"Ultraorthodoxe Juden assoziieren mit Jesus einen abtrünnigen Juden, einen Erzfeind des jüdischen Volkes, den Gründer einer destruktiven Religion.
Der babylonische Talmud (Entstehung des babylonischen Talmuds – der Mischna ca. 2. Jhdt. n.Chr.)  berichtet in Sanhedrin 43a wie folgt von Jesus: Er wird meist nur mit „jener Mann“ beschrieben. Zudem wird er als falscher Prophet, Verführer Israels, der Zauberei trieb, der über die Weisen spottete und fünf Jünger hatte, dargestellt. Am Vorabend des Pessach sei er gehängt worden, nachdem sich nach einer vierzigtägigen Suche kein Entlastungszeuge für ihn finden ließ (Mk. 14,53-64). Die Herkunft Jesu wird als Fehltritt Marias gedeutet. Demnach habe sie sich mit einem römischen Legionär eingelassen; das dabei entstandene Kind wurde dann dem „Heiligen Geist“ zugeschrieben. Dementsprechend war Maria für die talmudischen Rabbiner eine „Hure“. Jesus sei somit durch den römischen Vater „nicht nur ein Bastard, sondern der Sohn eines Nichtjuden“"
Quelle:
Was denken Juden über Jesus? | Institut für Israelogie
israelogie.de/2014/was-denken-juden-ueber-Jesus
Freie Theologische Hochschule Gießen (FTH)
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#3
(11-05-2019, 01:53)Harakd Knieper schrieb: Hallo und einen guten Abend miteinander,

eine Frage, welche mich beschäftigt ist die, ob Jesus tatsächlich gelebt hat.
Was ist alles bekannt von ihm, als er... sagen wir mal 20-25 Jahre alt war.

Bitte keine Begründungen, welche nach dem 30. Lebensjahr von Jesus gekommen sind. Gibt es aus der Zeit vielleicht Schriften bei den Römern oder Juden?
Wenn der Sohn Gottes auf Erden wandelt.... das muss doch aufgefallen sein.

So etwas gibt es nicht. Ausserhalb der Bibeltexte haben die Taten von Jesus selbst keine geschichtlichen Erwaehnungen gefunden. Die einzige Ausnahme zu dieser Aussage ist das von Sinai genannte Testimonium Flavianum aus einem Werk des Josephus, das meist in die Jahre 93/94 datiert wird. In der uns vorliegenden Form ist es eine fuer jedermann offensichtliche Faelschung, die ihrerseits ihre erste geschichtliche Erwaehnung bei Eusebius (4. Jhdt.) fand. Ob in dieser Passage eine wahrer Kern stecken koennte oder ob es sich um eine Komplettfaelschung handelt, ist in der Fachwelt umstritten.

Was merkwuerdig erscheint, ist, dass selbst Paulus, dessen Briefe einen grossen Teil des NT ausmachen, nie irgendwelche Taten oder Aussagen Jesu zitiert, ausgenommen Abendmahlritual und Kreuzigung.

(11-05-2019, 01:53)Harakd Knieper schrieb: Einen Grund, warum ich die Frage stelle ist folgende: Für mich ist Gott ein Schöpfer.
Ich denke mir, dass alles Großartige, was Menschen bewusst erschaffen, das tun sie, damit die Schöpfung einen Zweck erfüllt. Ich kann es mir leider nur so vorstellen, dass Gottes Schöpfung einem Zweck dient.

Und in der Gesamtheit der Schöpfung ist alles enthalten. Warum sollte der Schöpfer seinen Sohn senden, der das Werk dann zum "Guten" verändern sollte?
Das wäre ja so, als ob ein Schriftsteller, der ein grandioses Lebenswerk erstellt, seinem Sohn einen Tintenkiller in die Hand drückt, so dass dieser alle "nicht guten Stellen" ausradiert.

Könnt ihr mir hier weiter helfen?
Für alle Antworten danke ich Euch schon jetzt.

Das ist eventuell ein Ueberbleibsel der altkanaanaeischen Vorstellung von der Opferung des Erstgeborenen, die ja auch in der Isaak-Geschichte angeschnitten wird. Die Zeiten, wo Kindsopfer unter den Eckpfeilern der Haeuser zur Segnung vergraben wurden, waren zwar vorbei, aber die Idee schien noch in den Koepfen praesent zu sein. Die Kirche steht halt auf dem Eckpfeiler des Opfers eines Erstgeborenen.
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#4
(11-05-2019, 07:08)Ulan schrieb:
(11-05-2019, 01:53)Harakd Knieper schrieb: Hallo und einen guten Abend miteinander,

eine Frage, welche mich beschäftigt ist die, ob Jesus tatsächlich gelebt hat.
Was ist alles bekannt von ihm, als er... sagen wir mal 20-25 Jahre alt war.

Bitte keine Begründungen, welche nach dem 30. Lebensjahr von Jesus gekommen sind. Gibt es aus der Zeit vielleicht Schriften bei den Römern oder Juden?
Wenn der Sohn Gottes auf Erden wandelt.... das muss doch aufgefallen sein.

So etwas gibt es nicht. Ausserhalb der Bibeltexte haben die Taten von Jesus selbst keine geschichtlichen Erwaehnungen gefunden. Die einzige Ausnahme zu dieser Aussage ist das von Sinai genannte Testimonium Flavianum aus einem Werk des Josephus, das meist in die Jahre 93/94 datiert wird. In der uns vorliegenden Form ist es eine fuer jedermann offensichtliche Faelschung, die ihrerseits ihre erste geschichtliche Erwaehnung bei Eusebius (4. Jhdt.) fand. Ob in dieser Passage eine wahrer Kern stecken koennte oder ob es sich um eine Komplettfaelschung handelt, ist in der Fachwelt umstritten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fer...on_Nazaret

Tacitus’ “Annalen” liegt vor mir. Soll ich ein wenig daraus vorlesen?

(11-05-2019, 07:08)Ulan schrieb: Was merkwuerdig erscheint, ist, dass selbst Paulus, dessen Briefe einen grossen Teil des NT ausmachen, nie irgendwelche Taten oder Aussagen Jesu zitiert, ausgenommen Abendmahlritual und Kreuzigung.

Für Paulus war Jesus zweifellos der Sohn Gottes, der Messias.  Er konnte mit Fug und Recht davon ausgehn, dass die Gemeinde um das Wirken Jesu wusste, zumal die Evangelien weit früher niedergeschrieben wurden, als von den meisten Theologen angenommen. Das Matthäusevangelium John A.T. Robinson zufolge ("Wann entstand das Neue Testament", S. 363) möglicherweise schon um das Jahr 40.
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#5
Zitat:Knieper: "Und in der Gesamtheit der Schöpfung ist alles enthalten. Warum sollte der Schöpfer seinen Sohn senden, der das Werk dann zum "Guten" verändern sollte?"


Jesus sollte nicht verändern, sondern lediglich den Weg aufzeigen, der zur Veränderung führt.
Jesus lt. Bibeln: "Niemand kommt zum Vater denn durch mich" (durch mein Wort)
Gehen muss jeder Mensch diesen Weg selbst.
Für die jedoch, die sich nur auf`s bequeme Glauben verlassen, wird es eines Tages wohl lauten: Dumm gelaufen!

Aber die Gnade ist ja grösser als "Dummheit und Sünde".

Dann heißt es wieder: Auf zur nächsten Runde! Eusa_boohoo
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#6
Zitat:Knieper: "Könnt ihr mir hier weiter helfen?   Für alle Antworten danke ich Euch schon jetzt."

Knieper, Sie werden zahlreiche, jedoch unterschiedliche Antworten erhalten.
Wie filtern Sie nun die Wertvollen von den weniger Wertvollen heraus?
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#7
Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen über die Zeit und Dokumente der Urchristen bzw. der Urgemeinden (ca. 70-130 n.Chr.). Da denke ich wird klar, dass eine solche Inspiration, die diese Menschen erhalten haben, nur auf ein sehr starkes lebendes Vorbild zurückgeführt werden kann.
Die absolute Höhe waren ja die unzähligen Märtyrer. Der wahrscheinlich authentischste Bericht darüber soll der über Polycarp sein.
+http://www.kleine-spirituelle-seite.de/files/template/pdf/das_martyrium_des_polycarp_polykarp.pdf
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#8
(11-05-2019, 01:53)Harakd Knieper schrieb: - - -
Für mich ist Gott ein Schöpfer.
Ich denke mir, dass alles Großartige, was Menschen bewusst erschaffen, das tun sie, damit die Schöpfung einen Zweck erfüllt. Ich kann es mir leider nur so vorstellen, dass Gottes Schöpfung einem Zweck dient.
- - -

1. Mose 1,26-27 (Luther):
Zitat:Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.

Johannes 10,34-36 (Luther):
Zitat:Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter "?
35 So er die Götter nennt, zu welchen das Wort geschah, und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden,
36 sprecht ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: "Du lästerst Gott ", darum dass ich sage: Ich bin Gottes Sohn ?

Menschen sind also Götter. Derzeit noch sterbliche Götter. Der Weg zu unsterblichen Göttern ist mühsam, wäre ohne das Opfer Jesu von vornherein unmöglich.

Die gegenwärtige winzige Erde dient nur als Ausbildungsplatz für die künftigen Mitglieder der Gott-Familie, die auf der neuen, weit größeren Erde ewig leben werden. Dafür erschuf Gott den Menschen. Vermutlich gäbe es den Menschen nicht, wenn nicht ein Teil der Söhne Gottes (Satan und dessen Anhänger) gegen Gott revoltiert hätte.
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#9
(11-05-2019, 13:13)konform schrieb: https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fer...on_Nazaret

Tacitus’ “Annalen” liegt vor mir. Soll ich ein wenig daraus vorlesen?

So etwas ist keine Quelle zu Jesus. Tacitus informierte sich, was diese Christen, gegen die Nero vorging, eigentlich sind. Dass diese Christen zugaben, einen verurteilten Schwerkriminellen zu verehren, reichte ihm als Charakterisierung. Fundamentalistische Christen missbrauchen solche Quellen immer wieder, aber eigentlich besagt dies nur, dass Tacitus zu der Zeit, als er seinen Text schrieb, von Christen gehoert hatte.

(11-05-2019, 13:13)konform schrieb: Für Paulus war Jesus zweifellos der Sohn Gottes, der Messias.  Er konnte mit Fug und Recht davon ausgehn, dass die Gemeinde um das Wirken Jesu wusste, zumal die Evangelien weit früher niedergeschrieben wurden, als von den meisten Theologen angenommen. Das Matthäusevangelium John A.T. Robinson zufolge ("Wann entstand das Neue Testament", S. 363) möglicherweise schon um das Jahr 40.

Robinson ist ein notorischer Fruehdatierer, ja. Dieses Geschwurbel ueber die Motivation des Paulus habe ich schon oft gehoert, und sie versagt einfach den Plausibilitaetstest. Viele Fragen, die Paulus gestellt wurden, haette er einfach anhand von Jesusworten beantworten koennen; er kannte aber offensichtlich keine. Die Evangelien existierten zu seiner Zeit noch nicht, und anscheinend gab es auch keinerlei Geschichten, die innerhalb der Gemeinden in Jerusalem und sonstwo darueber ausgetauscht wurden.
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#10
(11-05-2019, 13:13)konform schrieb: https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fer...on_Nazaret

Tacitus’ “Annalen” liegt vor mir. Soll ich ein wenig daraus vorlesen?


Ja Bitte. Warum eigentlich nicht?
Tacitus deutete lange nach dem Tode Neros an, daß Nero seine eigene Hauptstadt Rom in Brand stecken ließ und die Schuld den Christen in die Schuhe schieben wollte. Ein blödes Geschwurbel - denn kein Diktator auf dieser Welt ist so dumm, seine eigene Hauptstadt zu ruinieren . . .

Der Kinoschinken wo der übergewichtige Peter Ustinov den Nero spielte, mit Szenen wo dieser Mensch aus dem Fenster sah und sich in unsympathischer Weise über die brennende Stadt belustigte, Grimassen schnitt und dabei beschwipst Harfe spiele und ein Lied grölte, war leicht durchschaubare Manipulation.

Sehen wir der Wahrheit ins Auge: im Nahen Osten predigten Umstürzler und verherrlichten Gewalt.
Die Provinz Judäa war ein Nest von Umstürzlern, dort kursierten die schlimmsten Haßpredigten
In der Geheimen Offenbarung (Apokalypse) wird ganz ungeniert davon geredet, daß ein Malach ein Drittel der Menschheit ausrotten wird.
"Da wurden die vier Engel losgebunden, die auf Jahr und Monat, auf Tag und Stunde bereitstanden, um ein Drittel der Menschheit zu töten." Offenbarung (Einheitsübersetzung)
(Was hier in der Geheimen Offenbarung mit dem symbolischen Wort Engel umschrieben wurde ist übrigens unklar)
Ähnliche Haßpredigten kursierten schon damals mündlich in ganz Judäa.
In Lukas 10,11f finden wir eine Drohung gegen eine Stadt: "Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt." (Einheitsübersetzung)
(Anm.: In Sodom hat es brennenden Schwefel geregnet, die Stadt wurde Raub der Flammen . . . )

Und plötzlich brannte Rom. Was für ein Zufall !
Nero hatte voll recht, die Schergen auf diese Umstürzler zu hetzen. Heute kommen Haßprediger schließlich auch nach Guantanamo

Die Christen waren in der Zeit von 40 bis 120 sehr gewaltverherrlichend. Die Krönung war die Niederschrift und Verbreitung des Textes der Geheimen Offenbarung (Apokalypse)

Doch dann erlosch die Glut des Hasses

Am Bar Kochba Aufstand (132 -136) beteiligten sie sich nicht mehr, worauf alle Judenchristen als "Verräter" aus den Synagogen ausgestoßen wurden (136). Die Trennung von Ecclesia und Synagoge war erfolgt

Das frühe Christentum hatte es sehr schwer. Nach dem Jahre 33 zuerst die Furcht vor den Juden
"Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!" Joh 20,19 (Einheitsübersetzung)

Dann nach dem Brande Roms im Jahre 64 die Furcht vor den Römern, die sofort nach dem Brande Roms eine Strafexpedition nach Judäa schickten, Jerusalem eroberten und den jüdischen Tempel niederbrannten

Die Römer unterschieden nicht zwischen Juden und Judenchristen

Dann die Greuel im Gefolge des Bar Kochba Aufstandes. Die Römer vertrieben alle Juden (darunter alle Judenchristen) aus Jerusalem

Dann die Verstoßung der Judenchristen aus den Synagogen - als Strafe dafür, daß sich diese nicht der Aufstandsbewegung des Sterns untergeordnet hatten  

Aber diese Verstoßung der Judenchristen aus den Synagogen half den Christen nichts - bereits im Jahre 193 begann eine schwere Christenverfolgung unter Kaiser Septimius Severus

Durch die Verstoßung der Judenchristen aus den Synagogen verloren die Frühchristen sehr rasch die Kunst der Bibelauslegung. Ohne Schulung in Hebräisch konnte das Christentum mit der "Merkaba" (fragwürdiger Übersetzungsversuch: Thronwagen Gottes) nichts mehr anfangen, der griechische Text gibt nichts her "Die Lebewesen änderten beim Gehen ihre Richtung nicht: Jedes ging in die Richtung, in die eines seiner Gesichter wies" Ezechiel 1,9 (Einheitsübersetzung)

Erst die Hinwendung zu jüdischen Gelehrten im Zuge der Reformation brachte wieder Hebräischkenntnisse
All dies begann mit Johannes Reuchlin
"Er gilt als der erste bedeutendere deutsche Hebraist christlichen Bekenntnisses. Er war ein Großonkel von Philipp Melanchthon.
In Linz lernte Reuchlin auch den kaiserlichen Leibarzt und wissenschaftlich gebildeten Juden Jacob ben Jechiel Loans kennen, der ihn in der hebräischen Sprache unterrichtete."
Johannes Reuchlin - Wikipedia

"Philipp Melanchthon . . . lutherischer Theologe" siehe: Philipp Melanchthon - Wikipedia
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#11
(11-05-2019, 22:12)Sinai schrieb:
(11-05-2019, 13:13)konform schrieb: https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fer...on_Nazaret

Tacitus’ “Annalen” liegt vor mir. Soll ich ein wenig daraus vorlesen?


Ja Bitte. Warum eigentlich nicht?

Zitat gekürzt. Bitte keine Vollzitate unmittelbar vorherstehender Beiträge./Bion

Und, bringt und das Heute weiter? Confused
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#12
Ich denke schon, daß es wichtig ist, die Geschichte des Christentums zu kennen
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#13
(11-05-2019, 13:13)konform schrieb: Tacitus’ “Annalen” liegt vor mir.

Sueton (Claud. 25,4) nannte den Anführer jener, die unter Claudius Radau gemacht hatten.  Einen Mann namens Chrestos.

Und Tacitus schrieb von "Chrestianern" (Chrestianos), die unter Nero unter Verdacht kamen, "Abscheulichkeiten zu verüben". So jedenfalls ist es in den ältesten Handschiften überliefert. Fromme Abschreiber hatten das später in "Christianos" geändert.

"Dieser Name (Chretianos) stammt von Christus, der unter dem Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden war", erläutert Tacitus.

Das war wohl eine Fehleinschätzung. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Tacitus den Amtstitel des Pilatus (Prokurator anstatt, wie es richtig heißen hätte müssen, Präfekt) falsch wiedergibt. Die Sache war ihm offenbar keine Recherche wert gewesen. Zu erklären ist das, zumal die ritterlichen Statthalter seit der Wiedererrichtung der Provinz Judäa ab 44 nC den Amtstitel Prokurator trugen.

Alles in allem ein dürftiges Zeugnis für einen Mann, der auf dem Wasser gehen, Tote auferwecken, Speisen wunderbar vermehren und Wasser in Wein verwandeln konnte.

Zu Christus/Chrestos siehe HIER (klick!).
MfG B.
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#14
(11-05-2019, 22:43)Bion schrieb: Alles in allem ein dürftiges Zeugnis für einen Mann, der auf dem Wasser gehen, Tote auferwecken, Speisen wunderbar vermehren und Wasser in Wein verwandeln konnte.


Daß die Christen von den Römern nicht geachtet wurden, ist bekannt

Sie wurden eigentlich von niemand außerhalb ihrer Religionsgemeinschaft geachtet
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#15
Vielen Dank für die fleißigen Ausarbeitungen.
Leider muss ich alle Bezüge ausschließen, die nach dem 26 Lebensjahr von Jesus vorhanden sind. Das schließt auch die Evangelien ein.
Was ich nicht verwerten werde ist folgende Aussage:
(11-05-2019, 07:08)Ulan schrieb: So etwas gibt es nicht. Ausserhalb der Bibeltexte haben die Taten von Jesus selbst keine geschichtlichen Erwaehnungen gefunden. Die einzige Ausnahme zu dieser Aussage ist das von Sinai genannte Testimonium Flavianum aus einem Werk des Josephus, das......

@Ulan: Für mich gilt dennoch... dass wenn ich keinen Beweis habe, bedeutet für mich nicht, dass es dennoch wahr ist.

Der Hintergrund, warum ich Fragen (unter anderen) in diesem Forum stelle ist, dass ich auf der Suche einem möglichen Wahrhaltsgehalt eines Traums bin, den ich mit 16 Jahren hatte. Der Traum wiederholte sich, als ich 34 Jahre alt war. Nun, mit 53 Jahren spüre ich seit zwei Jahren wieder eine aufkommende Angst, einen Drang, der mich Fragen stellen lässt (bei Priestern, Imamen, Arbeitskollegen usw.). Bisher habe ich einfach gewartet, dass ich den Traum vergesse. Ich habe ein glückliches erfülltes ...geniales Leben, mit Liebe und allem was man sich denken kann. An meinem Leben liegt dieser Drang nicht.

Damit wir keine unnötigen Energien hier vergeuden stelle ich die Fragen konkreter.

A) Mit welchen Personen hat Jesus im Alter zwischen 20 und 25 nachweislich gelebt.
B) Sind Handlungen von Jesus im Alter zwischen 20 und 25 Jahren nachweislich bekannt, die sich nicht durch die Evangelien beziehen oder von Ihnen beeinflusst worden sind.

PS: Danke, vielen Dank für eure bisherigen Antworten.
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