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Unterschied zw. Sekte und Glaubensgemeinschaft
#1
Guten Tag,

... ich möchte einmal die Gelegenheit ergreifen den Unterschied herauszuarbeiten zw. Sekte und Glaubensgemeinschaft.
Soweit ich das überhaupt sagen kann stellt die Glaubensgemeinschaft eine Abspaltung von einer Hauptreligion dar.

Das bedeutet, dass sie sich aus einer Konfession herausgelöst hat um seine Eigenheiten besser leben und bekennen zu
können. Vor diesem Hintergrund erfüllen bspw. die Zeugen Jehowas diese Voraussetzungen.

Eine Sekte dagegen wäre im Gegensatz dazu eine Religionsalternative zum Establishment. Die Aufnahmebedingungen sind
hier strenger und es gibt hier in der Regel das Instrument der sozialen Kontrolle.

Dieser Rückschluß ergibt sich aus meinen Beobachtungen, weniger aus dem Schulwissen wie es bspw. im Fach Religion
früher versucht wurde zu vermitteln.
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#2
Hm? "Glaubensgemeinschaft" ist jede Gemeinde. Im Allgemeinen sind "Glaubensgemeinschaften", menschliche Partialgesellschaften, die eine gemeinsame Tradition von Überzeugungen teilen. "Glaubensgemeinschaft" ist der übergreifende Begriff. Anscheinend hast du ganz bestimmte, vielleicht "kleine" Glaubensgemeinschaften im Hinterkopf. Die Zeugen Jehovas oder besser die Wachtturmgesellschaft dürfte eher einer Kirche entsprechen.

Sekten (von lat. secta = Richtlinie, sequi = folgen) sind auch Glaubensgemeinschaften aber mit von den "großen" Kirchen abweichenden Organisationsstrukturen und im Laufe der Zeit besonderen Traditionen und Ideologien. Die Übergänge von Sekten zu eigenständigen Kirchen ist fließend.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#3
Von der Wortbedeutung her sind auch die katholische Kirche oder sogar das Christentum selbst Sekten. Der Begriff ist im Prinzip nicht eindeutig definiert, und er wird heutzutage meist vermieden. Im Prinzip geht's dem Staat da eher darum, inwieweit Religionsgemeinschaften in den staatlichen Apparat integriert sind.
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#4
Das heißt der Begriff Glaubensgemeinschaft ist moderner und hat eine positive Ausstrahlung
> ist das soweit richtig wiedergegeben ?!

Im Prinzip umfassen diese wohl dann auch die Klosterorden welche man allgemeinhin so kennt.
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#5
"Glaubensgemeinschaft" ist einfach ein neutraler Ausdruck, der erst einmal keinerlei Wertung beinhaltet. Differenzieren kann man dann anhand von handfesten Kriterien. Hier in Oesterreich gibt es folgende Kategorien, die ihren rechtlichen Status beschreiben (mit abnehmenden rechtlichen Status):

  1.     gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgesellschaften
  2.     eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaften
  3.     religiöse Vereine
Mormonen oder Zeugen Jehovas gehoeren dabei uebrigens, genau wie die RKK, in die Kategorie 1.
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#6
Das ist eine plausible Erklärung ; dennoch ist an dieser Stelle für mich noch unklar,
weshalb mit dem Begriff Sekten immer noch so eine heftig-negative Vorstellung
verbunden ist.

Nach meinem Eindruck waren Sekten früher ja als Opposition zum Mainstream zu
verstehen und wurden wie ein Gegner wahrgenommen. Das war sicherlich eine
problematische Darstellung aus heutiger Sicht.
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#7
(10-09-2019, 17:07)Kreutzberg schrieb: Das ist eine plausible Erklärung ; dennoch ist an dieser Stelle für mich noch unklar,
weshalb mit dem Begriff Sekten immer noch so eine heftig-negative Vorstellung
verbunden ist.



Mir ist das schon klar. Christliche Sekten nehmen folgenden Bibelvers sehr ernst:
"Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter" Matthäus 10,35 (Einheitsübersetzung)

Und die ostasiatischen Sekten sind auch nicht besser
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#8
(10-09-2019, 17:07)Kreutzberg schrieb: Das ist eine plausible Erklärung ; dennoch ist an dieser Stelle für mich noch unklar,
weshalb mit dem Begriff Sekten immer noch so eine heftig-negative Vorstellung
verbunden ist.

Die mangelnde staatliche Einbindung war sicherlich eines der problematiischeren Kriterien. Daneben gibt es aber auch ganz handfeste, echte Probleme. Jehovas Zeugen sind zwar eine anerkannte Religionsgesellschaft und eine Koerperschaft des oeffentlichen Rechts, aber einige ihrer Methoden gelten halt immer noch als grenzwertig. Das psychische Elend, das mit solchern Religionsgemeinschaften verbunden ist, kann ziemlich gross sein.
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#9
Das hört sich so an, als ob hier ggf. auch der Entzug der Gemeinnützigkeit irgendwann anstehen könnte, korrekt ?!

Die Werbe-Versuche wirken ja unverfänglich. Die Medien behandeln diese Glaubensgemeinschaften aber in der Regel
kaum - kein Wunder also, dass viele Bürger hierüber relativ wenig wissen.
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#10
(12-09-2019, 11:59)Kreutzberg schrieb: Das hört sich so an, als ob hier ggf. auch der Entzug der Gemeinnützigkeit irgendwann anstehen könnte, korrekt ?!

Die Werbe-Versuche wirken ja unverfänglich. Die Medien behandeln diese Glaubensgemeinschaften aber in der Regel
kaum - kein Wunder also, dass viele Bürger hierüber relativ wenig wissen.

Der Begriff Sekte mag zwar ein bisschen aus der Mode gekommen sein, aber er beschreibt trotzdem das kollektive psychologische Manipulations-System von gewissen §Religinsgemeinschaften§, in denen das einzelne Mitglied sich in seiner ganzen persönlichen Willensfreiheit der hierarchischen Ordnungsstruktur solcher Sekten unterwerfen muss.

Dass die Medien über solche "Relegionsgeminschaften" wenig bis gar nichts "Genaues" zu berichten wissen, liegt nicht ihrer Schuld. Das Bild welches diese "Religionsgemeinschaften" von sich nach "Außen" zeigen, ist eben nicht die Wirklichkeit.

Wenn man sich über solche §Religionsgemainschaften§ besser informieren will, muss man Aussteiger "zuwort" kommen lassen. *https://www.oliverwolschke.de/ein-reisebericht-zum-ich/
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#11
Ein solcher Ansatz interessieren insbesondere Wissenschaftler. Es ist an dieser Stelle nicht klar,
ob in den meisten Fällen Sektenführer einen höheren Anspruch bezgl. Kontrolleinfluss haben.
Dieser Eindruck  wird medial jedenfalls regelmäßig vermittelt.

Daraus resultiert natürlich auch die Wahrnehmung, dass hier zwischenmenschliches Vertrauen
im Prinzip gar keine Rolle spielt sondern vielmehr die soziale Kontrolle.

Weshalb Sekten dann in bestimmten Zeiträumen sehr populär waren wird dadurch rätselhaft  ;
> Vertrauensentzug ist kein Merkmal von Attraktivität sondern eher kontra-produktiv.

Es ist aber doch auch so, dass gerade Atheisten immer wieder anführen, dass Offenheit in den
beiden großen Konfessionen ja auch nur geheuchelt wird um sich als Weltoffen zu präsentieren.
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#12
(12-09-2019, 15:01)Kreutzberg schrieb: . . . dass hier zwischenmenschliches Vertrauen im Prinzip gar keine Rolle spielt sondern vielmehr die soziale Kontrolle.

Weshalb Sekten dann in bestimmten Zeiträumen sehr populär waren wird dadurch rätselhaft 



Ich glaube, Vertrauen und soziale Kontrolle stehen in keinem Zusammenhang.
Eine Sekte kann durchaus Vertrauen zu ihren Mitgliedern haben; aber dennoch sehr klare Normen festlegen

Das Verbot von Sex ohne Ehe, das Verbot von Homosexualität, das Verbot Drogen zu konsumieren, das Verbot des Minirocks ist diktatorisch, ist soziale Kontrolle im Sinne von sozialer Lenkung - und wird von der erdrückenden Mehrheit der Mitglieder gut geheißen !
Diese Verbote haben aber nichts mit mangelndem Vertrauen zu tun

Es sind eben klare Normen der betreffenden Religionsgemeinschaft und nicht mehr und nicht weniger

Das engl. Verb "to Control" bedeutet eben nicht "kontrollieren" - sondern "lenken"
"Soziale Kontrolle" ist eben stümperhaft übersetzt, hat sich so eingebürgert, ist aber eben eine Falschübersetzung !

"Soziale Lenkung" oder "soziale Steuerung" wäre der sinngemäß richtige Ausdruck

--

Sektenmitglieder lieben diese strengen Normen

Wenn die "Amish" Elektrizität verbieten, murren die Mitglieder nicht. Sie sind heilfroh und dankbar, daß es in ihren Haushalten kein Radio, keinen Fernseher und kein Internet gibt - da neben "Informationen" auch Lügen, Werbesignale und sexuelle Reize ins Wohnzimmer kommen wo auch die Kinder sitzen
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#13
(12-09-2019, 15:01)Kreutzberg schrieb: Daraus resultiert natürlich auch die Wahrnehmung, dass hier zwischenmenschliches Vertrauen
im Prinzip gar keine Rolle spielt sondern vielmehr die soziale Kontrolle.

"Sozial Kontrolle" .. soziale Kontrolle wäre ja akzeptabel. Aber in "Sekten" geht es um die absolute psychische Kontrolle.
Macht über Gedanken Gefühle der Mitglieder. "Sie wollen immer nur dein Bestes".... könnte man auch sagen.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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