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Schulpflicht in Frage stellen
#16
Ulan schrieb:Schule soll ja gerade auch soziales Lernen beinhalten, und Homeschooling verhindert den taeglichen Kontakt mit anderen Menschen, der fuer soziales Lernen notwendig ist.

Weiß nicht ob das so ein gutes Argument ist. Genauso kann innerhalb der Schulen, die nach Einzugsgebiet besetzt sind, die soziale Vermischung zu kurz kommen.

Ulan schrieb:Das Thema ist ja wohl auch deshalb gerade mal wieder aktuell, weil Hausunterricht zum wiederholten Mal furchtbar schiefgelaufen ist. Sozialkontrolle ist ja bei Unterricht zu Hause weitgehend ausgeschaltet, was allen moeglichen Fehlentwicklungen Tuer und Tor oeffnet.

In Österreich ist es schief gelaufen?
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#17
(04-11-2019, 20:36)eddyman schrieb: Weiß nicht ob das so ein gutes Argument ist. Genauso kann innerhalb der Schulen, die nach Einzugsgebiet besetzt sind, die soziale Vermischung zu kurz kommen.

Nun, es ist auf alle Faelle mehr als nur Eltern und Geschwister, weshalb das Argument allemal steht.

Ulan schrieb:In Österreich ist es schief gelaufen?

Ein Todesfall. *https://www.derstandard.at/story/2000109929025/kritik-an-heimunterricht-nach-tod-von-13-jaehriger
Hier wurde die fehlende Sozialkontrolle zum toedlichen Problem.

Das ist Sinais Aufhaenger fuer diesen Thread.
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#18
(04-11-2019, 13:17)eddyman schrieb:
Bion schrieb:Als Maria Theresia die Schulpflicht (gedacht als Bildungspflicht) einführte, war der Hausunterricht als Privileg für Adelsfamilien gedacht.

Es ist schon so, dass Schulpflicht nicht mehr zeitgemäß ist. Aber Hoffnung, dass sich das im sehr regulierten Deutschland kurzfristig ändern wird, gibt es wohl nicht.


Wenn es in der übrigen EU und sogar in Österreich geht, kann es in Deutschland nicht mehr allzu lange dauern

Der Unmut in der Bevölkerung wächst langsam aber unaufhaltsam, viele Eltern wollen sich nicht mehr damit abfinden, daß das Kind jeden Tag heulend mit Blutergüssen heimkommt und von der Schule berichtet daß es wieder neue Sätze gelernt hat "deine Mutter ist eine Hure", "fick deine Mutter", daß sie mit 8 Jahren (!) bereits hören müssen was es für perverse Sexualpraktiken gibt, daß in den Klassen die Scheren blitzen (zur Drohung)

Auf diese "soziale Durchmischung" wollen die meisten Eltern gerne verzichten
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#19
Es werden bei Abschaffung der Schulpflicht in Deutschland keineswegs 90 % der Eltern ihre Kinder von der Schule befreien - keine Angst um die Lehrer!

Dennoch ist es meines Erachtens ein Menschenrecht, bestimmen zu dürfen, in welcher Gesellschaft das Kind aufwächst

In Österreich steht das Recht auf Unterricht zu Hause in der Verfassung.
Beitrag # 3
(03-11-2019, 11:51)Bion schrieb: In Österreich steht das Recht auf Unterricht zu Hause in der Verfassung. Auf Antrag kann jeder seine Kinder selbst unterrichten. Die Bewilligung wird in der Regel erteilt.
Trotzdem geht in Österreich die überwiegende Mehrheit der Kinder in die Schule
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#20
Ulan schrieb:
eddyman schrieb:Weiß nicht ob das so ein gutes Argument ist. Genauso kann innerhalb der Schulen, die nach Einzugsgebiet besetzt sind, die soziale Vermischung zu kurz kommen.

Nun, es ist auf alle Faelle mehr als nur Eltern und Geschwister, weshalb das Argument allemal steht.

Das natürlich emergente Kind kann ja seinen Interessen und Fähigkeiten gemäß im Fußballverein sein oder in der Musikschule, muss doch nicht immer Zuhause sitzen (obwohl Geschwister natürlich vorteilhaft sind).
In der Schule gäbe es Grüppchenbildung, in einem Eck die Türken, im anderen die Syrer, im anderen die Deutschen, was wiederum kein gutes "soziales Lernen" wäre. Aber beim Fußballspielen, da ist der Achmed, der zwar nicht richtig deutsch kann, aber dafür richtig gut Tore schießen...

Ulan schrieb:Ein Todesfall. Hier wurde die fehlende Sozialkontrolle zum toedlichen Problem.
Das ist Sinais Aufhaenger fuer diesen Thread.

Aber ist das ein Topf, Sozialkontrolle und Schulpflicht? Jemand der immer mal wieder zuhause vorbeischaut könnte doch vielmehr mitkriegen. Ist immer verführerisch, nach Extremfällen zu pauschalisieren.
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#21
(04-11-2019, 23:50)Sinai schrieb: Wenn es in der übrigen EU und sogar in Österreich geht, kann es in Deutschland nicht mehr allzu lange dauern

Der Unmut in der Bevölkerung wächst langsam aber unaufhaltsam, viele Eltern wollen sich nicht mehr damit abfinden, daß das Kind jeden Tag heulend mit Blutergüssen heimkommt und von der Schule berichtet daß es wieder neue Sätze gelernt hat "deine Mutter ist eine Hure", "fick deine Mutter", daß sie mit 8 Jahren (!) bereits hören müssen was es für perverse Sexualpraktiken gibt, daß in den Klassen die Scheren blitzen (zur Drohung)

Auf diese "soziale Durchmischung" wollen die meisten Eltern gerne verzichten

Heute Leben der Welt ca. 7,3 Milliarden Menschen und es werden in den nächsten 10 -20 Jahren auch noch immer mehr dazukommen.
Es wird nicht nur für Kinder schwieriger werden, ihre soziale Rangordnung in der Gesellschaft zu finden und auch einzunehmen, sondern ebenso für Erwachsene. Wir müssen also unsere Kinder  schon mal "abhärten" und ihnen selbst die Chance geben, zu lernen, wie sie sich an diese großen Veränderungen am allerbesten anpassen können.



Eltern, welche auf diese soziale Durchmischung  also verzichten wollen, kann man einfach nur als "strunzdumm" bezeichnen, weil die ihren Kindern keinen Gefallen damit tun.

Auch Kinder müssen lernen, mit diesen großen Umwälzungen durch eine immer rasantere (exponentielle) Zunahme der Bevölkerungsdichte auf unserem Planeten, allein zurechtzukommen.

Die Flüchtlingswellen der letzten 7-8 Jahre waren nur ein unbedeutender Vorgeschmack,....von dem was uns Europäern in den kommenden 20-30 Jahren noch bevorsteht, wenn mal der Klimawandel so weit fortgeschritten ist, dass in vielen Regionen unseres Planeten das Leben für viele Menschen kaum noch möglich ist.

Und Religionsgemeinschaften, die in unseren Tagen auch heute noch ihren Gottheiten wie z.B. dem Jehova Menschenopfer darbringen.. unter welchem Vorwand auch immer.. die gehörten eigentlich heute schon nach Amerika ausgesiedelt, wo sie herkommen.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#22
(04-11-2019, 13:17)eddyman schrieb: . . . Schulpflicht nicht mehr zeitgemäß . . .

Früher war das eine entscheidende Neuerung, und ohne eine breite Bildung kann man sich gesellschaftlichen Fortschritt nicht vorstellen. Nur heute sind die Eltern keine mittellosen Analphabeten mehr

Das ist sehr wahr
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#23
(05-11-2019, 00:34)Sinai schrieb:
(04-11-2019, 13:17)eddyman schrieb: . . . Schulpflicht nicht mehr zeitgemäß . . .

Früher war das eine entscheidende Neuerung, und ohne eine breite Bildung kann man sich gesellschaftlichen Fortschritt nicht vorstellen. Nur heute sind die Eltern keine mittellosen Analphabeten mehr

Das ist sehr wahr
Es geht aber nicht darum..

Unsere Kinder werden in einer Zukunft leben, wo lesen und schreiben können, einfach nicht mehr reicht, um ein Menschen-würdiges Dasein zu fristen.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#24
Beitrag # 9
(04-11-2019, 13:30)eddyman schrieb: Kein Kind ist von Natur aus faul, wie es viele Eltern traurigerweise von ihren Kindern behaupten würden. Jedes Kind . . . ist neugierig, will die Welt erkunden, und in diesem ganz natürlichen Drang, der aus dem Inneren des Kindes kommt, lernt es auch, und zwar immer genau das, was "ansteht".

In der Schule ist das nicht so: Jetzt interessieren wir uns alle für 45 Minuten für dies, und beim Gongschlag 45 Minuten für das, usw. usf. Es ist doch vielmehr in so einem systemischen Lernprozess, dass Kinder faul werden.


Von dieser Seite habe ich die Schulen noch gar nicht betrachtet, aber da steckt wohl sehr viel Wahrheit dahinter

Wenn sich ein Kind für etwas interessiert, dann soll man froh darüber sein und dies fördern und es ist sicher kontraproduktiv, das zu unterbrechen, dem Kind eine Zwangspause zu verordnen ("iß jetzt Deinen Apfel das ist gesund") und dann ein ganz anderes Fach zu beginnen

Man verlangt, daß sich das Kind alle Stunden thematisch umstellt

Ein derart durchorganisiertes Szenario mag für Fabriken passend sein (die Erwachsenen sind dort aber auch nicht glücklich) oder für Abendschulen für Erwachsene, aber so ein Fachunterricht entspricht halt nur den Interessen der Lehrerschaft. Dieser Stundenplan ist für die Lehrer gut. Der Mathelehrer weiß: von 8 bis 9 bin ich in der Klasse X und von 9 bis 10 in der Klasse Y usw. Für die Kinder ist das sicher nicht gut
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#25
Sinai schrieb:Trotzdem geht in Österreich die überwiegende Mehrheit der Kinder in die Schule

Ja, sie müssen aber nicht. Das ist noch so in Kanada, USA, Frankreich, Dänemark, Schweiz (überwiegend),  Belgien, Finnland, Irland, Italien, Norwegen, Polen, Portugal, - also man hätte da ja was auszuwerten wie es da so läuft.
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#26
(05-11-2019, 00:43)eddyman schrieb:
Sinai schrieb:Trotzdem geht in Österreich die überwiegende Mehrheit der Kinder in die Schule

Ja, sie müssen aber nicht. Das ist noch so in Kanada, USA, Frankreich, Dänemark, Schweiz (überwiegend),  Belgien, Finnland, Irland, Italien, Norwegen, Polen, Portugal, - also man hätte da ja was auszuwerten wie es da so läuft.

Hier in Italien gilt die absolute Schulpflicht.. da kann niemand seine Bengel zu Haus behalten! Sonst kommen die Carabinieri.. und dann wirds mächtig teuer. Im allerschlimmsten Fall wird einem sogar die Elternschaft abgesprochen.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#27
Geobacter schrieb:Wir müssen also unsere Kinder  schon mal "abhärten" und ihnen selbst die Chance geben, zu lernen, wie sie sich an diese großen Veränderungen am allerbesten anpassen können.

Das ist auch immer so ein Punkt in dieser Diskussion, nach dem Motto: Ich fand Schule schon scheiße, jetzt solls Dir auch nicht besser gehen!
Die Bindungsforschung kommt da auf ein viel positiveres Bild. Es geht darum, dass ein Kind in einer förderlichen Atmosphäre alle Bindungsphasen durchlaufen kann, um dann ein eigenständiger reifer Erwachsener zu werden. "Abhärten" bezieht sich auf eine böse Welt, der man dann gegenüberstehen wird, aber man kann davon ausgehen, dass sich v.a. ein unreifer Mensch daran zu reiben haben wird. Nochmal: man sollte ein positives Menschenbild zugrundelegen, und nicht die eigene Negativität auf die Situation der Kinder übertragen.
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#28
Geobacter schrieb:Hier in Italien gilt die absolute Schulpflicht.. da kann niemand seine Bengel zu Haus behalten! Sonst kommen die Carabinieri.. und dann wirds mächtig teuer. Im allerschlimmsten Fall wird einem sogar die Elternschaft abgesprochen.
+https://en.wikipedia.org/wiki/Homeschooling_international_status_and_statistics#Italy
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#29
(05-11-2019, 00:20)eddyman schrieb: Aber ist das ein Topf, Sozialkontrolle und Schulpflicht? Jemand der immer mal wieder zuhause vorbeischaut könnte doch vielmehr mitkriegen. Ist immer verführerisch, nach Extremfällen zu pauschalisieren.

Ein Kind, das taeglich zur Schule geht, wird von zig anderen Personen jeden Tag gesehen. Da faellt im allgemeinen schon auf, wenn etwas Grundlegendes nicht stimmt.

In diesem spezifischen Fall haette das wohl aber auch nicht viel genutzt. Die anvisierte Loesung ist ja wohl auch staerkere Kontrollen der Verhaeltnisse bei den Leuten zu Hause. Was wohl auch nicht immer hilft. In einem anderen neulichen Fall wurden die misshandelten Kinder immer weggeschickt, wenn die Kontrolle kam. Die waren dann "grad spazieren".
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#30
(05-11-2019, 00:52)eddyman schrieb: Nochmal: man sollte ein positives Menschenbild zugrundelegen, und nicht die eigene Negativität auf die Situation der Kinder übertragen.

Das machst du doch selber. Da da draußen ist die große weite Welt und dass ist unser Lebensraum. Dieser Lebensraum ist nicht besonders positiv im Sinne von Menschfreundlichkeit, wenn man zu naiv ist. Und wenn man sein Kinder von aller Negativität abschottet und ihnen Märchen erzählt, in denen das Gute stets über das Böse siegt, dann ist man als Elternteil ein strunzdummer Vollhorst, der selber keine Ahnung von der Wirklichkeit hat.

Unter solchen Voraussetzungen sollte man seine Kinder lieber nicht selber unterrichten, weil ihnen das später nämlich nichts nützen wird.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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