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Gott und die Welt
#1
Hallo :) 

Ich bin neu in diesem Forum. Um ein bisschen einen Überblick zu bekommen, dachte ich mir, ich stelle euch mal eine eher allgemeine Frage. 

Mich als Atheist würde interessieren, wieso ihr alle so an Gott glaubt (oder woran ihr glaubt) und warum? Was hat euren Glauben gefestigt oder erschüttert? 

Ich bin im Christentum aufgewachsen und ging Sonntags oft in die Kirche, habe jeden Abend mit meinen Eltern gebetet usw. Jedoch haben die Scheidung meiner Eltern, Die Einstellung und der Einfluss wichtiger Menschen in meinem Leben und meine eigene persönliche Entwicklung dazu beigetragen, dass ich mich nicht mehr als Christ identifizieren kann. Dennoch erfahre ich gerne mehr über verschiedene Religionen, da ich ein Weltoffener Mensch bin. 

Freue mich auf eure Antworten!!  Icon_cheesygrin Icon_cheesygrin
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#2
Deine Frage (wieso glaubt ihr an Gott) ist zwar an die Gläubigen hier im Forum gerichtet.. und die werden dir auch allerhand persönliche Gründe dafür nennen können.. aber wenn ich dich im Gesamtkontext zur neu eröffneten Themendiskussion richtig verstanden habe, ist das dann eigentlich auch wieder nur Nebensache.

Gott und unsere Emotionen:  Die Mobilisierung von Glücksgefühlen mittels Glaube als  sehr effizientes Polarisationsfilter. (Weltanschauung)  Unter den Bedingungen der meist sehr schwierigen Lebensumstände unserer Vorfahren eine schmerzlindernde, (heilende) und von daher sicher auch sinnvolle Strategie.

Heutzutage ist Religion und Glaube in vielen Fällen auch ein Narzissmusproblem. (Auserwählten-Syndrom)
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#3
(04-05-2020, 12:06)Wassermelone23 schrieb: Mich als Atheist würde interessieren, wieso ihr alle so an Gott glaubt (oder woran ihr glaubt) und warum? 

Ich bin im Christentum aufgewachsen und ging Sonntags oft in die Kirche, habe jeden Abend mit meinen Eltern gebetet usw. 

Du wirst nicht viele Antworten in diesem Forum erhalten - weil hier nicht viele mitschreiben. Und wenn überhaupt, werden die wenigen Selbstauskünfte, die Du liest,  noch höchst unterschiedlich sein. Man kennt ja seine Pappenheimer. 

Zum Beispiel bin ich im Gegensatz zu meinem "Vorredner" @Geobacter nicht der Meinung, dass mein Glaube in mir Glücksgefühle auslöst oder Ausweis eines Narzissmus-Problems ist.  Eusa_naughty  Eher beobachte ich genau das Gegenteil, das Eingeständnis eigener Unsicherheit und Ohnmacht , was Zukunft und Lebenssinn betrifft .

Bevor ich aber deine Frage exakt beantworten kann, muss man Deinen Rückzug aus einer doch sehr intensiv betriebenen jahrelangen Glaubenspraxis mit Sonntags-Kirchgängen und sogar regelmäßigem Beten nachvollziehen können. 

Was war es für Dich genau, das einen Salto rückwärts verursacht hat. Erst der "fleißige" Christ und dann der überzeugte Atheist.  Fast ein Saulus/Paulus Deja-Vu.  

Fremdereignisse wie Elternscheidung, Umgebungseinfluß usw. können doch keinen Glaubensabfall auslösen? 

MfG
Gott ist der einzige Herr der Welt, der weniger zu sagen hat als seine Diener (Deschner)
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#4
(04-05-2020, 15:45)Davut schrieb: Zum Beispiel bin ich im Gegensatz zu meinem "Vorredner" @Geobacter nicht der Meinung, dass mein Glaube in mir Glücksgefühle auslöst oder Ausweis eines Narzissmus-Problems ist.  Eusa_naughty  Eher beobachte ich genau das Gegenteil, das Eingeständnis eigener Unsicherheit und Ohnmacht , was Zukunft und Lebenssinn betrifft .

Von (D)ich und (Dein) Mir war in meiner Aussage, dass heutzutage Religion und Glaube in "vielen Fällen auch ein arges Narzissmusproblem haben.. auch gar nicht mal die Rede. Wobei  ganz besonders auch auf die Betonung "In vielen Fällen" zu achten ist.  Diese meine Aussage gründet sich ja nicht nur auf meiner eigenen persönlichen Meinung.

Und selbstverständlich gibt es zwischen unserer individuellen Weltanschauung und unserem ganz persönlichen emotionalen Gleichgewicht einen biologischen/hormonellen Rückkopplungsfaktor. Solange die ganzen Hormondrüsen welche dabei wirksam sind, für sich selbst und auch im Verhältnis zueinander normal und gesund zusammenarbeiten..  bleibt der Ausschlag in Richtung Stimmungsextreme immer auf einem "gesunden", bzw. relativ gewohnheitserträglichen Mittelwert..

Bekanntestes Beispiel: "sich selber in Rage reden". Blutruck steigt.. Adrenalinwerte im Blut steigen usw. usf. Der Autor seiner eigenen Gedanken projiziert dabei nichts anderes als ein "Gefahrenszenario", das eigentlich gar nicht da ist, aber trotzdem die Hormondrüsen seiner körpereigenen Chemielabors veranlasst die entsprechenden Botenstoffe ins Blut zu pumpen, welche dafür zuständig sind, dass Gedankengan und Stimmungslage wieder halbwegs zusammen passen.

Darüber nachzudenken, was das auch für Sie, @Davut, und dem Vergleich in Ihrer Beanstandung meiner Aussage bedeuten könnte, überlasse ich Ihnen selber. Ich komme damit so, oder auch anders zurecht.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#5
(04-05-2020, 12:06)wassermelone23 schrieb: Ich bin neu in diesem Forum. Um ein bisschen einen Überblick zu bekommen, dachte ich mir, ich stelle euch mal eine eher allgemeine Frage.
Hallo 'wassermelone',
herzlich willkommen in unseren Diskussionsrunden! Es ist immer eine gute Idee, sich einen Überblick in einer neuen Umgebung zu verschaffen. Aber eine "allgemeine Frage" scheint mir die deine nicht zu sein, sondern eher schon ein Bekenntnis oder eine Selbstauskunft.
Das ist natürlich auch zu begrüßen!

Für einen Überblick würde ich persönlich das Portal lesen und in den Unterforen die Titelbeiträge überfliegen. Schließlich kann man unsere Suche-Funktion benutzen, um Stichworte wie "Atheismus", Gott AND Christ, Kirche AND Christ suchen und einige der vielen Beiträge lesen.

Also zur Selbstauskunft: Was veranlasst einen gewesenen Christen dazu, sich nicht mehr als solchen zu "identifizieren". Das wirft nämlich die Frage auf, was macht den Christen denn aus?
Ist es die unsägliche Mission, die nahezu überflüssige Frage nach dem Jenseits (Weiterleben nach dem Tod), die Marienverehrung oder vielleicht doch eher die Philosphie hinter der so genannten "Bergpredigt", das Soziale, die Solidarität?

Dann gewinnt "Weltoffenheit" eine neue Dimension, nämlich die Solidarität mit den Ausgenutzen. Damit ist dann weder der Gottesglaube noch die Ablehnung einer Gottheit von irgend welcher Relevanz!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#6
(04-05-2020, 23:05)Ekkard schrieb: Also zur Selbstauskunft: Was veranlasst einen gewesenen Christen dazu, sich nicht mehr als solchen zu "identifizieren". 

Dann gewinnt "Weltoffenheit" eine neue Dimension, nämlich die Solidarität mit den Ausgenutzen. 
Wer ist 'Christ'? Nicht automatisch der, der/die In eine Kirche rennt! Hat uns schon Albert Schweizer beigebracht:
Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage fährt. 

Die radikal-ethische Herausforderung der Bergpredigt gefällt mir als christliche Duftmarke schon besser, erhebt aber keinen Anspruch auf christliche Exklusivität. Das können Nicht-Christen auch.

 Was den Verzicht auf ein Weiterleben nach dem Tod angeht, davon müssten wir  etliche andere Religionen auch noch überzeugen. An den, der diesem Glauben seinen Namen gegeben hat, sollten wir allerdings
schon glauben können - in einer Vorbildfunktion vielleicht?

MfG
Gott ist der einzige Herr der Welt, der weniger zu sagen hat als seine Diener (Deschner)
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#7
Beitrag # 5
(04-05-2020, 23:05)Ekkard schrieb: Dann gewinnt "Weltoffenheit" eine neue Dimension, nämlich die Solidarität mit den Ausgenutzen. Damit ist dann weder der Gottesglaube noch die Ablehnung einer Gottheit von irgend welcher Relevanz!


Jesus stellte extrem hohe Anforderungen an die, die ihm nachfolgen wollten: etwa die Feindesliebe

Eine schier unerfüllbare Anforderung, aber aufgrund des Glaubens an die Auferstehung versuchten die Christen, das zu akzeptieren

Die Menschen werden niemals einfach so - ohne einen starken Glauben - bereit sein, all die Strapazen der Bergpredigt auf sich zu nehmen.

Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; / denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.

(Einheitsübersetzung)
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#8
(05-05-2020, 02:01)Davut schrieb:  Was den Verzicht auf ein Weiterleben nach dem Tod angeht, davon müssten wir  etliche andere Religionen auch noch überzeugen. An den, der diesem Glauben seinen Namen gegeben hat, sollten wir allerdings
schon glauben können - in einer Vorbildfunktion vielleicht?

Daran, dass es ein Weiterleben nach dem Tod gibt, gibt es (für mich persönlich) eigentlich ja überhaupt keinen Zweifel. Das Leben geht auch dann weiter, wenn unsere genetischen Erzeuger verstorben sind. Sowohl in ihrem Genpol wie auch in vielen ihrer Ideen, Erfahrungen, Memen, Vorurteilen, Weltaunschauungsphilosopien usw. usf. In allem dem leben sie in uns weiter.. als Wurzelstöcke, bzw. auch als Fundamente neuer Sichtweisen, Erkenntnisse, Verbesserungen und Ähnliches. Selbst ihre blödesten und dümmstem Irrtümer haben für uns den allergrößten Nutzen, weil wir diese Irrtümer nicht mehr zwingend alle selber begehen müssen, um schlauer zu werden.

Und wenn man sich mal versucht vorzustellen, dass es überhaupt keinen großen Unterschied machen würde, ob ein ICH ein DU, oder ein DU ein ICH ist,  weil man diesen Unterschied aus nur eigener Perspektive gar nicht mal bemerken "täte", bin ich mir absolut sicher, dass das Leben auch nach dem individuellen Ableben im "Hier Jetzt" noch immer irgendwie weiter geht. Die Frage für mich und wahrscheinlich für uns alle.. ist nur, wie wir uns hier und jetzt die Zukunft unserer Welt gestalten, in der wir auch dann noch immer irgendwie weiterleben werden.

Rücksichtsloser ICH-Glaube bis hin zum allergöttlichsten Auserwähltenwahn, wird letztendlich nur dazu führen, dass unsere Welt -in jetzt schon absehbarer Zeit- sich immer mehr zu einer unwirklichen Hölle entwickelt, in der die Überlebensbedingugen  für Lebewesen mit einem etwas komplexeren Reflexionsbewusstsein, sehr unangenehm werden könnten.

Und da gerade auch die Religionen im ganz Besonderen diese egozentrische Ich bin ICH- Einzigartigkeits-Illusion suggerieren, welche bei den allermeisten meiner Mitmenschen die meist eh schon unterentwickelte Lateral-Wahrnehmung (kritischen Realismus) vollkommen abdunkelt, wäre ich wirklich froh, wenn es zumindest für mich kein Weiterleben nach dem Tod mehr gäbe. *https://hpd.de/artikel/hatte-jesus-narzisstische-persoenlichkeitsstoerung-17526
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#9
(04-05-2020, 21:53)Geobacter schrieb: Bekanntestes Beispiel: "sich selber in Rage reden". Blutruck steigt.. Adrenalinwerte im Blut steigen usw. usf. Der Autor seiner eigenen Gedanken projiziert dabei nichts anderes als ein "Gefahrenszenario", das eigentlich gar nicht da ist, aber trotzdem die Hormondrüsen seiner körpereigenen Chemielabors veranlasst die entsprechenden Botenstoffe ins Blut zu pumpen, welche dafür zuständig sind, dass Gedankengan und Stimmungslage wieder halbwegs zusammen passen.
Natürlich! An anderer  Stelle hast Du* ja auch noch den Säbelzahntiger ins Gespräch gebracht. Wo früher in der Evolution die Fäuste und die Pfeile flogen, wachsen heute die Magengeschwüre. Man "tut das"ja nicht mehr - das mit dem ererbten Flucht- oder Angriffsreflex. Dafür haben halt  die Magen- und Darmspiegelungen Hochkonjunktur.

Nun zum Forum und diesem Thread: Wir sind hier in einem Religionsforum und betrachten a priori die Welt zunächst mal unter dem Aspekt transzendenten Glaubens. Sonst hießen wir ja Atheisten- oder Esoterikforum. Da Transzendenz außerhalb des vernünftig Erfassbaren stattfindet, verbietet sich auch jede Kritik am Glauben,  an der Haltung des anderen. Überdies: Beweisbar ist weder das eine noch das andere.

So habe ich meinen Beitrag auf @Geobacter auch gemeint. Kritisch war das keinesfalls, im Gegenteil: von der Vielfalt der Meinungen (wenn man bei uns wenigen überhaupt von Vielfalt sprechen kann) lebt ja die Debatte. An einer Schlafwagen-Diskussion mit gegenseitigen Beweihräucherung kann doch niemand ernstlich interessiert sein. 

Schlimm wird es erst, wenn man auf Fundamentalismus jedweder Couleur beißt.  Dann schwillt der Kamm. Also: Nur zu mit der Lieferung unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse. Jedes ist willkommen.

MfG

* Vorgestern hat mich das System zum Senior Member ernannt. Herzlichen Dank! Bei der Beförderungsfeier haben wir uns doch alle an der Bar  zugeprostet, und ich habe das "Sie" feierlich begraben. Ihr werdet es am eigenen Leib erfahren. Oder war ich da betrunken?
Gott ist der einzige Herr der Welt, der weniger zu sagen hat als seine Diener (Deschner)
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#10
(05-05-2020, 09:04)Davut schrieb: Schlimm wird es erst, wenn man auf Fundamentalismus jedweder Couleur beißt.  Dann schwillt der Kamm. Also: Nur zu mit der Lieferung unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse. Jedes ist willkommen.

Fundamentalisten sind ja wir alle, wenn es um die eigene Selbstbespiegelung geht. Gerade auch die Agnostiker loben sich bezüglich ihrer Sicht der der Dinge selbst oft überaus großzügig. Und wobei sie auch immer - wie ebenso -  sehr großzügig, gegen all jene austeilen, deren eigener Standpunkt nicht so ganz dem des idealen Agnostiḱers entspricht. Icon_smile

Für das alles gibt es natürliche auch eine Erklärung, die aber leider nicht ganz so einfach ist,...
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#11
(04-05-2020, 12:06)wassermelone23 schrieb: Ich bin neu in diesem Forum.

Auch von mir ein herzliches Willkommen in unserer Runde.
MfG B.
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#12
(05-05-2020, 08:34)Geobacter schrieb: Rücksichtsloser ICH-Glaube bis hin zum allergöttlichsten Auserwähltenwahn, wird letztendlich nur dazu führen, dass unsere Welt -in jetzt schon absehbarer Zeit- sich immer mehr zu einer unwirklichen Hölle entwickelt, in der die Überlebensbedingugen  für Lebewesen mit einem etwas komplexeren Reflexionsbewusstsein, sehr unangenehm werden könnten.

Der rücksichtslose Ich-Glaube begegnet uns täglich auch im nichtreligiösen Bereich. Ich und rücksichtslos verschmelzen oft zu einer egoistischen, minderwertigen Symbiose. Das ist nicht die Domäne der Religionen allein.

Religionsspezifisch ist allerdings das "allergöttlichste Auserwähltsein". Diese Erfahrung habe ich sehr oft bei christlichen Fundamentalisten gemacht. Sie wähnen sich wirklich im Besitz der allein seligmachenden Gnade (festzumachen auch an dem einen oder anderen hier im Forum). Wenn sie in kritischer Diskussion dann in die Ecke gedrängt sind, kommt Bedauern:    "Sie sind (noch) nicht errettet!" zum Beispiel.  Oder noch gönnerhafter: "Ich bete für Ihr Seelenheil". Man kann die Uhr danach stellen, dass es so und nicht anders endet. Dafür können sie eigentlich nichts, denn es wurde ihnen ja auch eingebleut - von der Kirche seit Jahrhunderten. Die haben Schuld an dieser Geisteshaltung.

 
Kritik an der buchstabengetreuen Bibelauslegung ist noch ein ganz anderes  typisches Thema bei den Fundis.. Ich denke aber, dass dies mit der jetzigen Generation beerdigt wird.

MfG
Gott ist der einzige Herr der Welt, der weniger zu sagen hat als seine Diener (Deschner)
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#13
@wassermelone23 Herzlich willkommen auf dem Forum!

Gerade die etwas fundamentalistischer angehauchten Christen auf diesem Forum schreiben zu ihrem Glauben im allgemeinen nichts (ein Beispiel gibt's ja auch in diesem Thread Icon_cheesygrin ).

Bei mir ist's so, dass ich in einem sowieso nicht besonders religioesen Elternhaus aufgewachsen bin, wobei ich aber katholisch erzogen wurde, inklusive kurzer Messdiener-"Karriere". Allerdings hat mich gerade die Beschaeftigung mit der Bibel und mit anderen Religionen dazu gebracht, das Ganze als reichlich subjektives Spielfeld aller moeglichen Ideen zu begreifen, so dass ich das mit dem Glauben irgendwann ad acta gelegt habe.

Trotz alledem fasziniert mich Religion, vor allem, wie sich solche Glaubensmodelle entwickeln und die Menschen in sich einbinden, die sozialen Mechanismen am Werk, etc.

Existenzielle Fragen interessieren mich natuerlich auch, aber da muss man die Ideen wohl woanders suchen.
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#14
(05-05-2020, 08:28)Sinai schrieb: Jesus stellte extrem hohe Anforderungen an die, die ihm nachfolgen wollten: etwa die Feindesliebe

Eine schier unerfüllbare Anforderung, ...
Hallo 'Sinai',
du bist doch sonst auch ein "Übersetzungsfetischist". Übersetze mal "Feindesliebe" mit einer Art "anständigem Verhalten", "Achstsamkeit", "Solidarität" oder Ähnlichem. Dann siehst du, dass beispielsweis unsere Rechtordnung bereits "Feindesliebe" kennt. Selbst Betrüger und Mörder werden in ihrem Dasein in gewissem Rahmen geschützt. Und ihr "Fall" wird wird im Angesicht ihrer Entwicklung betrachtet und gewürdigt, auch wenn die Gesellschaft nach maximaler Rache dürstet.

Also soooo unerfüllbar ist diese Forderung Jesu keineswegs!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#15
(05-05-2020, 09:04)Davut schrieb: Nun zum Forum und diesem Thread: Wir sind hier in einem Religionsforum und betrachten a priori die Welt zunächst mal unter dem Aspekt transzendenten Glaubens. Sonst hießen wir ja Atheisten- oder Esoterikforum. Da Transzendenz außerhalb des vernünftig Erfassbaren stattfindet, verbietet sich auch jede Kritik am Glauben,  an der Haltung des anderen. Überdies: Beweisbar ist weder das eine noch das andere.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie Du den ersten Satz meinst, aber wenn wir mal das "under dem Aspekt" weglassen, dann stimmt es schon, dass wir uns hier mit Systemen des Glaubens an das Transzendente beschaeftigen. Atheisten und Esoterik fallen unter die Kategorie uebrigens auch. Zwar ist Atheismus keine Religion, aber es ist ja trotzdem eine Definition, die an das Verhaeltnis eines Menschen zum Transzendenten, hier speziell des Glaubens an einen oder mehrere Goetter, gebunden ist, und insofern sind natuerlich auch Atheismus und Esoterik Konzepte, die auf diesem Forum diskutiert werden. Wobei Esoteriker hier wohl einen etwas schweren Stand haben.

Kritik am Glauben ist uebrigens trotzdem zulaessig. Das betrifft sicherlich nicht den Glauben an das Transzendete an sich, aber wenn es um spezifische Punkte geht, die mit spezifischen Begruendungen verknuepft werden, sind diese Verknuepfungen natuerlich kritisierbar.

Das nur als Anmerkung.
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