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ehemals Gläubige
#76
(10-01-2013, 22:52)Mustafa schrieb: Wieso das ?
Mythologie zeichnet sich doch gerade dadurch aus, erlebte/erlebbare Realität in Bilderwelten abzubilden (statt analytischer Abbildung nach Messungen).

Wenn man erlebte Realität in Bilderwelten (also anschaulich) darstellen will, kommt man ja auch ganz gut ohne mythische Ausschmückungen aus. Es gibt ja nicht nur die Möglichkeit Mythen oder Messung.

Mythen enthalten aber immer Elemente die schlicht und einfach erfunden sind.
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#77
(10-01-2013, 22:38)Glaurung40 schrieb: Ein Mythos beinhaltet für mich immer etwas, dass der Fantasie entstammt, also mit der erlebten Realität niemals etwas zu tun haben kann.
Ich hatte "Mythos" ein Bisschen zugeschnitten auf die persönliche Ebene. Genauere Ausführungen stehen in unserem Lexikon. Grob gesagt, ist ein Mythos eine
Helden- oder Göttersage, also durchaus etwas aus der realen Welt. Das Wesensmerkmal des Mythos ist die Typisierung von Personen (z. B. Herrschern) und des Erlebten oder mindestens Erlebbaren.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#78
(09-01-2013, 23:51)Ekkard schrieb: Zumindest fällt den aufgeweckteren Menschen irgendwann auf, dass eine ganzheitliche Betrachtung praktisch darauf angewiesen ist, der Welt mit Vorurteilen zu begegnen

weshalb ich auch immer mißtrauisch werde, wen jemandmit "ganzheitlichkeit" daherkommt. meistens ist das nur der aufhänger, irgendwelchen esoterischen mist verkaufen zu wollen

(09-01-2013, 23:51)Ekkard schrieb: Der Nachteil der Modelle ist eine Diversifizierung der Welt in Einzelaspekte. Der Mensch wird damit wieder aus einem seiner Paradiese gewiesen

welches paradies wäre das?

das der religiösen kuschelfantasien?

tja, irgendwann sollte man halt auch erwachsen werden, und mit seiner "geworfenheit" umzugehen lernen

(09-01-2013, 23:51)Ekkard schrieb: Umgekehrt sind wir Menschen darauf angewiesen, in einer komplexen Welt möglichst so zu agieren, dass wir die kleinstmöglichen Nebenwirkungen verursachen, insbesondere anderen keinen Schaden zufügen.

Und an dieser Stelle kommen zwangsläufig eine ganzheitliche Weltvorstellung und die Tradition ins Spiel: Welches Verhältnis habe ich zur Gesellschaft, zur Welt, zur Gesundheit, zu unterschiedlichen Vorstellungen anderer? Welche Erfahrungen gibt es bereits? Dies würde ich als klassische Domäne der Religion betrachten, wobei es auf den Mythos im Einzelnen gar nicht ankommt, sondern auf die Vor-Erfahrungen, Verhaltensregeln, abgeleitete Gesetze und Ausführungsbestimmungen.

nein, eben nicht!

sondern darauf, diese zu hinterfragen, reflektieren und sich generell seines eigenen verstandes zu bedienen, um zu einem weltbild zu kommen, das auch einer rationalen betrachtung und damit den anforderungen der realität gerecht wird

der wunschtraum nach imaginären freunden hilft da nicht weiter
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#79
(10-01-2013, 22:52)Mustafa schrieb: Mythologie zeichnet sich doch gerade dadurch aus, erlebte/erlebbare Realität in Bilderwelten abzubilden (statt analytischer Abbildung nach Messungen).

seit wann?

was bitte ist an der griechischen mythologie (um mal eine der bekanntesten zu erwähnen) rund um zeus etc. erlebt/erlebbar oder hat gar was mit realität zu tun?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#80
(11-01-2013, 14:54)petronius schrieb:
(10-01-2013, 22:52)Mustafa schrieb: Mythologie zeichnet sich doch gerade dadurch aus, erlebte/erlebbare Realität in Bilderwelten abzubilden (statt analytischer Abbildung nach Messungen).

seit wann?

was bitte ist an der griechischen mythologie (um mal eine der bekanntesten zu erwähnen) rund um zeus etc. erlebt/erlebbar oder hat gar was mit realität zu tun?

Meine Rede, das würde mich auch mal interessieren.
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#81
(11-01-2013, 08:25)Glaurung40 schrieb: Wenn man erlebte Realität in Bilderwelten (also anschaulich) darstellen will, kommt man ja auch ganz gut ohne mythische Ausschmückungen aus. Es gibt ja nicht nur die Möglichkeit Mythen oder Messung.

Mythen enthalten aber immer Elemente die schlicht und einfach erfunden sind.

Warum sollte man auf mythologische Bilder verzichten, wenn man mit ihnen Dinge besser veranschaulichen kann ?

Ein Amor mit seinen Pfeilen vermittelt zum Thema "Liebe" immer noch mehr als Modelle über neurologische/hormonelle Vorgänge.

Und bei Berichten von z.B. Konzerten geht es selten um Stromfluss und Schallwellen. Stattdessen stehen da z.B. "Götter auf der Bühne".

Von "freien Erfindungen" kann man da nur sprechen, wenn man die Begriffe wörtlich naturalistisch nimmt, und etwa meint, da soll tatsächlich jemand mit Pfeilen rumschießen. Das kommt dann aber einem "nicht verstehen" gleich.
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#82
Die griechischen Mythen erzählen von Göttern und Helden, von ihren Beziehungen und Beziehungskrisen in einer dem Theater ähnlichen Beschreibung. Und damit erzählen sie vom Menschen und von nichts sonst.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#83
(11-01-2013, 21:10)Mustafa schrieb: Warum sollte man auf mythologische Bilder verzichten, wenn man mit ihnen Dinge besser veranschaulichen kann ?

Ein Amor mit seinen Pfeilen vermittelt zum Thema "Liebe" immer noch mehr als Modelle über neurologische/hormonelle Vorgänge

aber nicht besser als die erzählung auspersönlicher erfahrung heraus

(11-01-2013, 21:10)Mustafa schrieb: Und bei Berichten von z.B. Konzerten geht es selten um Stromfluss und Schallwellen. Stattdessen stehen da z.B. "Götter auf der Bühne"

also ich war noch auf keinem solchen konzert

um den genuß einer musikalischen darbietung empfinden und/oder schildern zu können, brauche ich keine gottesmetaphern oder sonstigen kulturbezogenen bildwelten

zeig einem amazonas-indio deinen amor mit pfeil, und er wird genau gar nichts in bezug auf "liebe" verstehen
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#84
(11-01-2013, 21:16)Ekkard schrieb: Die griechischen Mythen erzählen von Göttern und Helden, von ihren Beziehungen und Beziehungskrisen in einer dem Theater ähnlichen Beschreibung. Und damit erzählen sie vom Menschen und von nichts sonst.

daß mythen auch nicht mehr als menschliche projektionen sind, ist eine binsenweisheit

deswegen bilden sie aber noch lange keine realität ab, sie leiten sich nur (eben qua projektion) aus einer solchen ab
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#85
Mit der Bewertung ist es immer schwierig. Früher war ich Christ und auch Ministrant.

Wie bewerte ich das?

Gar nicht. Für mich wäre das eine sehr schlechte Angewohnheit, die mich an die klassische Religion erinnert, Lebenswege, die mit dem aktuellen kompatibel sind oder nicht, in gut oder schlecht zu teilen und zu bewerten.
Als Gläubiger sieht man den Glauben als Geschenk, da es auch einen Zweifel gibt.
Als Ungläubiger sieht man den Zweifel als Geschenk, der einem vor manch merkwürdiger Entscheidung bewahrt hat.
In der praktischen Religion sehe ich keinen Unterschied. Die Menschen gestalten ihre Religionen immer so, wie es zu ihren Lebensüberzeugungen und -zielen passt. Nur der Rahmen ist ein anderer. Entsprechend der eigenen Ziele kann ein gewählter Rahmen förderlich oder eher herausfordernd sein.
Schwierig wird es dort, wo man sich einen Rahmen gewählt hat, in dem viele Menschen herumturnen, die einen daran hindern wollen, zu tun was man tun möchte. Dann wird es herausfordernd.
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#86
(12-06-2016, 14:52)Reisender schrieb: Früher war ich Christ und auch Ministrant.

Wie bewerte ich das?

Also ich war ebenfalls Ministrant. Für einen katholisch erzogenen Jungen war das ja annähernd Pflicht. Aber was bekannten wir als Ministranten im "Confiteor"? "Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa"! Und was war unsere übergroße Schuld? Das habe ich mich recht früh gefragt. Vor Eintritt in die Pubertät hatte ich solch übergroße Schuld durch Äppelklau Icon_lol auf mich geladen und nachher, naja, durch Aktivitäten, die ein Pubertierender halt so tut, und was mir anfangs auch Angst vor Strafe im Jenseits verursachte. Aber diese Angst hielt nicht lange an. Ich hinterfragte und distanzierte mich recht bald vom Katholizismus, später vom Christentum generell und noch später von jeglichem Glauben an die von Religionen behauptete Existenz irgendwelcher transzendenter Wesen.
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