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Atheistisch an Gott glauben
#31
(01-01-2014, 20:10)Geobacter schrieb: Ich z. B. bin Südtiroler und bei uns in Südtirol ist Gott nicht einfach Gott, sondern Gott ist bei uns der "Herrgott". Wenn man bei uns nicht an Gott glaubt, ist das kein Thema. Wenn man hier aber nicht an den Herrgott glaubt, dann ist man ein Vaterlandsverräter, ein schäbiger Leugner des Tiroler Heldentums, ein Abtrünniger  des deutschen Stammbaumes
und je nach dem, auch ein komplett ausgegrenzter Aussätziger. Deswegen kommt es vor, dass bei uns viele Atheisten Sonntags noch in die Kirche gehen und auch sonst ein eher unauffällig a-religöses Leben führen.
In dem Sinne kann man dann natürlich darauf schließen, dass Religion überall dort wo sie Gesellschaftlich dominiert, stets für ein friedliches soziales Miteinander sorgt.


Ich kannte einen weisen alten Mann, der den 1. WK, die Illusion von 1918 und ihre giftigen Früchte, die verheerende Weltwirtschaftskrise 1929, die Gestapoüberwachung, den 2. WK, die Russischen "Befreier" erlebt hat. Er kannte die Schlechtigkeit der "Bestie Mensch"

Er gab mir zwei Weisheiten mit:

1. Weisheit:  "Sei freundlich zu jedem Menschen. Du weißt nie, für was du ihn einmal brauchen wirst."

Er sagte mir, daß in seinem Leben mehrmals ein verachteter Mann der Unterschicht auftrat, der dann über Nacht allmächtiger Herr über Leben und Tod war.
Ein armseliger obdachloser stinkender Gelegenheitsarbeiter aus 1929 der verzweifelt um Brot für seine hungernde Familie bettelte, war plötzlich Blockwart und Gestapofreund der sich nun an den Hartherzigen bitter revanchierte, bei den Nächstenliebenden die er kannte, aber immer ein Auge zudrückte, wenn sie etwa im Laden aufs laute Grüßen vergaßen . . .

Und da war ein polnischer Ostarbeiter am Bahnhof seines Ortes, ein Kofferschlepper, der mehr Schläge als Brot bekam. Er schenkte dem armen Teufel immer heimlich eine Zigarette, wenn er morgens zur Arbeit fuhr und wenn er abends von der Arbeit kam. Auf einmal war die Russische Soldateska da und wütete fürchterlich! Ihm geschah nichts, denn der arme Sklave war ein Machatschek in der Kommandantura, der höchste Gott im Radius von 10 Kilometer

2. Weisheit:  "Ob es einen Gott gibt, kann ich nicht entscheiden, ist letztlich aber auch egal. Wichtig ist, daß es eine Religion gibt, um die brutalste Bestie auf der Welt, den Menschen, in Schach zu halten. Ihm muß man mit der Hölle Angst machen, sonst gibt es nur mehr Raub, Mord, Vergewaltigung, Ehebruch, Gewalt"
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#32
(14-12-2013, 17:56)Haevelin schrieb: So ein Aufsatz von D. Sölle; sie schreibt: "In einem Satz gefaßt, ließe sich die Problematik gegenwärtiger Theologie beschreiben als ein "atheistisch an Gott glauben". Der paradoxe Ausdruck will sagen, daß Glauben hier als eine Art Leben verstanden wird, das ohne die supranaturale, überweltliche Vorstellung eines himmlischen Wesens auskommt, ohne die Beruhigung und den Trost, den eine solche Vorstellung schenken kann: eine Art Leben, also ohne metaphysischen Vorteil vor den Nicht-Christen, in dem trotzdem an der Sache Jesu in der Welt festgehalten wird."
Ist eine solche Vorstellung heute noch relevant? Wie hält man an der Sache Jesu fest, ohne einen Glauben?
Ich würde die Religion komplett zurückweisen. Nicht nur das spirituelle.  Jesus gehört zu der übernatürlichen Komponente. Was bleibt überhaupt noch? Ist wirklich total schräg dieser Ausdruck.  Die Problematik der Tabakindustrie ist folgendes:
Man soll durch Nicht-Rauchen aufs Rauchen aufmerksam machen. Tabak soll man weglassen. Symbolisch ist die Zigarette jedoch im Leben noch einflussreich.
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#33
Zitat:Jesus gehört zu der übernatürlichen Komponente.

übernatürlich wurde Jesus erst posthum durch die Mission bei den Juden


Zitat:Man soll durch Nicht-Rauchen aufs Rauchen aufmerksam machen. Tabak soll man weglassen. Symbolisch ist die Zigarette jedoch im Leben noch einflussreich.


die Buddhisten versuchen, durch das nicht-Wollen auf die Willkür aufmerksam zu machen
den menschlichen Willen wollen sie weglassen
bei den Christen schließlich ist nur Gottes Wille im Leben einflußreich
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#34
Also sollen wir die Geschichte des Jesu in zwei Teilen und fertig. Er behauptet ja immer noch er sei der Sohn Gottes. Hat  nichts mit Atheismus zu tun. Ebenso der Glaube an ihn als Menschen, der vor 2000 Jahren was gutes tat, ist unbegründet und überflüssig. Es leben gute Menschen auch heute. Wieso ihnen nicht Glauben? Weshalb irgendeinen Hippie aus der Vergangenheit hinterherlaufen?



Der Versuch der Buddhisten durch Nicht-Wollen etwas zu tun. hmm. Das Beispiel mit den Zigaretten stellt es Absurd da, weil es absurd ist.
Schon mal durch Nicht-Rauchen und ich meine einfach Nicht-Rauchen versucht eine Botschaft rauszuhauen. Wenn Nicht-Raucher zum Rauchen aufrufen und dann einfach nur mitstehen und sagen ich pfege das Nicht-Rauchen als Hobby. Nicht weil ich Rauchen HASSE, sondern weil ich es als Hobby betrachte. Atheisten wollen nichts demonstrieren oder etwas erreichen. Sie lehnen die BIBEL ab, weil die Religion als Konzept schlecht belegt und realitätsfern betrachtet wird.  Einfach nein. Ich bestreite die Existenz Gottes und die einer absoluten Religion. Wie kann man eine Verneinung zur Religion als ganzes als einen neuen Religionsansatz betrachten, welcher gerade durch diese Verneinung abgelehnt wird ?
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#35
(24-07-2017, 15:22)augustinus schrieb: Also sollen wir die Geschichte des Jesu in zwei Teilen und fertig.
Keine Ahnung, was du damit sagen wolltest! Atheismus oder Theismus sind nur zwei Seiten einer Medaille. Beide setzen einen Mythos (eine Reihe von Gottes- oder Göttergeschichten) voraus, den "man" dann als Quelle der Inspiration akzeptiert (Theismus) oder ablehnt (Atheismus). So ist das bei "...ismen"!

Der Glaube besteht ja nicht darin einen Mythos als wahr anzuerkennen - der große Irrtum, dem auch Kirchenleute erliegen. Sondern der Glaube ist die denknotwendige Grundlage dessen, was wir gemeinhin als "anständig", fair, gerecht usw. empfinden und wie wir uns dazu stellen oder gar selbst verpflichten. Letztlich müssen wir in einer Gesellschaft leben, in der sich das Gros der Menschen "anständig" und fair verhält. Wenn ein Mythos dazu geistige Impulse liefert, dann bitte!

(24-07-2017, 15:22)augustinus schrieb: Atheisten ... lehnen die BIBEL ab, weil die Religion als Konzept schlecht belegt und realitätsfern betrachtet wird.
Mag sein, verkennt aber, was Glaube ist und welche Aufgabe Glaube hat. Ohne diesen gibt es keine humane Gesellschaft.

(24-07-2017, 15:22)augustinus schrieb: Ich bestreite die Existenz Gottes und die einer absoluten Religion.
Das ist vollkommen gleichgültig! Die Frage lautet vielmehr: Was wäre eine hilfreiche Vorstellung, um ein förderliches Glied der Gesellschaft im oben angeführten Sinne zu sein, zu werden oder unter schwierigen Bedingungen zu bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#36
(24-07-2017, 23:34)Ekkard Zitat 1 schrieb: Keine Ahnung, was du damit sagen wolltest! Atheismus oder Theismus sind nur zwei Seiten einer Medaille. Beide setzen einen Mythos (eine Reihe von Gottes- oder Göttergeschichten) voraus, den "man" dann als Quelle der Inspiration akzeptiert (Theismus) oder ablehnt (Atheismus). So ist das bei "...ismen"!


Der Glaube besteht ja nicht darin einen Mythos als wahr anzuerkennen - der große Irrtum, dem auch Kirchenleute erliegen. Sondern der Glaube ist die denknotwendige Grundlage dessen, was wir gemeinhin als "anständig", fair, gerecht usw. empfinden und wie wir uns dazu stellen oder gar selbst verpflichten. Letztlich müssen wir in einer Gesellschaft leben, in der sich das Gros der Menschen "anständig" und fair verhält. Wenn ein Mythos dazu geistige Impulse liefert, dann bitte!

(24-07-2017, 15:22)augustinus Zitat 2 schrieb: Atheisten ... lehnen die BIBEL ab, weil die Religion als Konzept schlecht belegt und realitätsfern betrachtet wird.
Mag sein, verkennt aber, was Glaube ist und welche Aufgabe Glaube hat. Ohne diesen gibt es keine humane Gesellschaft.

(24-07-2017, 15:22)augustinus Zitat 3 schrieb: Ich bestreite die Existenz Gottes und die einer absoluten Religion.
Das ist vollkommen gleichgültig! Die Frage lautet vielmehr: Was wäre eine hilfreiche Vorstellung, um ein förderliches Glied der Gesellschaft im oben angeführten Sinne zu sein, zu werden oder unter schwierigen Bedingungen zu bleiben.
Zitat 1

Durch die ismen Wendung wird die Realität nicht unbedingt anders. Schweiß die beiden Begriffe ruhig zusammen. Man braucht immer einen Sachverhalt zu dem man ja oder nein sagt. Allerding ist die Ablehnung einer These nicht die automatische Anerkennung des Glaubens. Wenn man nein sagt, meint man nein. Und ich meine das ich Jesus als ganzes übernatürlich betrachte  und deswegen ohne dem übernatürlichen nichts bleibt IHN DER RELIGION (außer Geschichten. bzw Mythos), woran man glauben kann. Ebenso Ablehnung eines Glaubens ist kein Glaube. Das ist der Punkt. Ein Mythos allein ist kein Glaube. Ich habe noch nie an Schneewittchen geglaubt.
 Ebenso was der Glaube für dich bedeutet. also Anstand, Fairness und gerecht ist für mich nicht zutreffend. Vor allem das du das Wort wir benutzt. Ich sehe es als Meinung. Für wen glaubst du zu sprechen? Nicht für mich. Für mich kann man moralisch ohne Glauben sein. Sonst wäre ich ja ohne Anstand,Fairness oder Gerechtigkeit (Glaube an die Religion nicht an Ideale). Der Glaube als solches der diese ideale anstrebt hat für mich nichts mit der Religion zu tun. Eigentlich widersprichst du mir nicht. Du beschreibst einfach nur was sich positives aus der Bibel schöpft. Ebenso in der Bibel stehen einige schlechte Sachen aus heutiger Sicht. Unsere Gesetze sind viel weiter. Es sei denn du befolgst nur die Hälfe der Gesetze, weil du die andere Hälfe für unfair hältst. Ebenso glaubst du an die 7-Zwerge und ihren Anstand. Oder nur gerade die aus der Bibel. Wir haben ja keine Gebetshäuser für die Grimm-Brüder. Dies ist der Unterschied zwischen Mythos und Religion. Jetzt wieder zur Moral.

Diese Moral hat man  schon vor diesem Mythos durch zusammenleben und Gesetze erdacht. Vor den Mythos lebten wir auch zusammen, aber ja du ich gebe dir Recht. Religion war die erste Form die Welt zu ordnen. Es geht besser und zwar ohne Glauben. Du suchst dir ja aus was fair und anständig ist. Du warst vor diesen Mythos schon moralisch. Der Mythos bestätigt es nur. Ja, als Geschichte und zum Nachdenken ist es ok. Es ist dann allerdings nicht der Glaube wie in einer Religion. Man kann Ideale und Glauben für mich trennen (ab und zu überschneiden ist ok). Allerdings Ideale und Gott  gehören definitiv getrennt (Meine Meinung. Es gibt viele moralische Werke). Wie die Gesellschaft drüber denkt ist für meine Meinung nicht bedeutend.  Die Bibel ist ein altes Gesetzbuch und ist dermaßen lückenhaft wie man nur sein kann. Deshalb auch Glauben und nicht Wissen. Auch ist unsere Gesellschaft mehr als nur Glauben. Bei Glauben alleine wären wir im *******. Gesetze, Strafen,Soziale  Anerkennung, Psychologie und Umwelt sind viel größere Bindeglieder als Glauben.

Zitat 2

Wie verkenne ich was ich vom Glauben zu halten habe und ihn interpretiere? Für mich ist Glauben religiös (für die meisten Menschen, aber wenn die Mehrheit sich irrt hat die Minderheit  recht. ). Sonst ist es eher: Glaube an das Lottorad (Glück). Glaube an Fairness (Hoffnung)
Du hast mir hier nicht wirklich wiedersprochen. Aber Glaube und ebenso Ideale sind realitätsfern. Für unsere Gesellschaft braucht es mehr als Glauben und Ideale um sie Zusammenzuhalten. Mach mal alle Gesetze weg und erkläre diese Ideale für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Das macht aus Deutschland 3.Welt-Land.

Zitat 3

Man kann also ohne Glauben oder Ideale kein förderliches Glied der Gesellschaft sein. Ohne Glauben keine Ideale. Ohne Ideale kein Anstand. Ohne Anstand kein förderliches Glied der Gesellschaft. Für mich problematisch, weil ich Glauben und Ideale (glauben ist nicht die Grundlage weshalb ich heute bin wie ich bin. Ideale etwas aber die Realität ist viel einflussreicher als Ideale ) zwar durchhabe, aber auch ohne gibt es weit bessere Möglichkeiten anderen zu helfen. Ebenso die Gesellschaft in diesem Kontext hört sich auch nach einen Ideal an. Ich möchte die Ideale ja eher meiden. Ab und zu ja, aber  nur Ideale ist verträumt.
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#37
Ich widerspreche dir ja gar nicht. Glaube im engeren, religiösen Sinn gibt nicht das wieder, was die Gesellschaft zusammen hält. Das sind auch nicht die Gesetze. Diese sind nur eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für das Zusammenleben. Genauso not-wendig sind jene Überzeugungen und Vorstellungen, die unser Vertrauen ineinander rechtfertigen.

Ja - und das ist nur meine Meinung, herausgefiltert aus allen Büchern und Medien, die ich mal "konsumiert" habe. Aber es hat keinen Sinn, dies unter jeden Post zu setzen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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