07-11-2013, 12:05
(07-11-2013, 02:34)paradox schrieb: Warum dieser extreme, radikale Meinungswandel?Nun, nehmen wir das Beispiel des Apostels Paulus! Je exzessiver ein Mensch eine bestimmte Ideologie verfolgt (Paulus als Saul), je intensiver ist das plötzliche Erwachen, dass daran "etwas nicht stimmt". Der Charakter, nämlich bestimmte Vorstellungen exzessiv zu verfolgen, ändert sich durch das Aha-Erlebnis natürlich nicht, sondern nur die Stoßrichtung eines solchen Verhaltens.
(07-11-2013, 02:34)paradox schrieb: Jemand, der etwas hasst und verabscheut, liebt dieses dann doch.Bestenfalls setzt er oder sie sich mit dem Verhassten besser auseinander als andere. Die angemessene Erkenntnis wäre eigentlich, dass beide Extreme ganz allgemein nicht die Wahrheit über Menschen sind, sondern nur ideologisch verstärkte Sichtweisen. Doch hier bleibt Extremist eben Extremist. Auf den Inhalt kommt es schon fast nicht mehr an!
Wie kann das sein?
(07-11-2013, 02:34)paradox schrieb: Sollten wir in unsere Herzen schauen, wenn wir wissen wollen, wer wir eigtl. sind?Nun ja, das ist so ein nichtssagender Spruch! Wer sind wir "eigentlich". Der Anhänger ideologisch verfestigter Vorstellungen ist "eigentlich" innerlich unsicher und sucht Halt. Er/sie kommt mit multivalenten, stets leicht variierenden Wertvorstellungen nicht zurecht. Also ist er/sie sehr schnell bereit, einer ggf. religiösen Ideologie zu folgen, wenn sie sich als plausibel und "führend" darstellt.
Anhänger strenger Ideologien sind nicht eigentlich Anhänger der Inhalte, sondern einfach Suchende nach Führung. Deshalb überraschen mich auch solche Umschwünge nicht besonders. Im Gegenteil, sie sind zu erwarten. Nur dass sie sich spektakulär und öffentlich abspielen, dürft selten sein.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

