14-01-2014, 00:48
(13-01-2014, 16:25)Harpya schrieb: Jesus ... war dann einfach zu faul was aufzuschreiben oder hielt seine Worte nicht fürDiese Bemerkung hätte ich fast überlesen. Sie ist aber wichtig:
wichtig genug sie schriftlich festzuhalten.
Was wir heute glauben, ist der "verkündete Christus". Und es ist durchaus möglich, dass dem ursprünglichen (historischen) Wanderprediger die mündliche Tradition, in erster Linie in Gestalt seiner eigenen Verkündigung weit wichtiger war, als eine geschlossene Lehre, die aufzuschreiben sich lohnt. Ich denke, man sollte die Bibel insbesondere das Neue Testament als eine Art Sonntagspredigt lesen - und nur die Essenz mit nach Hause nehmen (also einige Grundregeln, eingebettet in das heutige Leben).
Im Islam ist das Gleiche passiert. Was Muslime glauben, ist das, was vom Propheten übrig geblieben ist (tradiert wurde). Dabei geht die ständig erforderliche Erneuerung der Lehre flöten. Sie erstarrt in der Gussform der Spätantike. Damals war die Verkündigung neu, aufregend, eine echte Lebenshilfe. Heute bleiben viele Fragen in einem unsäglichen Gerangel um die wahre Lehre stecken, so dass man sich vorsichtig an das moderne Leben mit hoher Mobilität und Migration heran tastet.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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