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Modernes Christentum
#4
Es ist zunächst einmal fest zu halten, dass das wörtlich Nehmen biblischer Geschichten weder die Auslegungstradition berücksichtigt noch dem Wandel der Denkweise Rechnung trägt. Wörtliche Interpretation ist tatsächlich nichts anderes als "Anbetung der Asche" (uralter kultureller Prägungen).
Im Übrigen ist Christ, wer getauft ist.

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 1. Theismus, als ein Weg Gott zu beschreiben, ist tot. Deshalb ist das meiste theologische Reden ueber Gott heutzutage bedeutungslos. Es muss eine neuer Weg gefunden werden, ueber Gott zu reden.
... würde ich aus guten Gründen unterschreiben (z. B. falsche Blickrichtung, mythologische Prägungen, sich widersprechende Eigenschaften)

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 2. Da Gott nicht laenger in theistischen Begriffen erfasst werden kann, wird ...
Gewiss, das ist die logische Konsequenz.

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 3. Die biblische Geschichte von der perfekten und fertigen Kreation, aus der die Menschen in Suende fielen ist prae-darwinische Mythologie und post-darwinischer Unsinn.
Ja, das ist so, auch nach meiner Meinung.

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 4. Die jungfraeuliche Geburt, im biologischen Sinne gesehen, macht Christus' Goettlichkeit, wie sie traditionell verstanden wird, unmoeglich.
Ja, ist eine besondere Verehrungsform, importiert aus der Zeit der Pharaonen.

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 5. Die Wundergeschichten im Neuen Testament koennen in einer post-Newtonschen Welt nicht laenger als uebernatuerliche Ereignisse, die von einer inkarnierten Gottheit durchgefuehrt wurden, interpretiert werden.
"Wunder" sind psychologischer Natur. Ihre Erzählung muss rein mythologisch, also Sinn gebend, verstanden werden. In Bezug auf den Wundertäter: Er/Sie war mehr als ein "normaler Mensch".

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 6. Das Bild des Kreuzes als Symbol des Opfers fuer die Suenden dieser Welt ist eine barbarische Idee, die auf einer primitiven Gottesvorstellung beruht, und muss als solche verworfen werden.
Wird sie ja auch durch eine Reihe anderer (moderner) Theologen. Das Bild des Kreuzes ist ein christliches Missverständnis jüdischer Opfer-Theologie (wie sie sich z. B. bei den Nasiräern zeigt). Jesu Leben und Wirken war der Verkündung des väterlichen Gottes "verschrieben" (geopfert). Dass er von der römischen Justiz als Aufrührer unter Mitwirkung der jüdischen Theokratie hingerichtet worden ist, ist eher eine Konsequenz der politischen Verhältnisse (deren Vorhandensein bis in die jüngste Neuzeit hinein fest zu stellen ist!).

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 7. Die Auferstehung ist ein Akt durch Gott. Jesus wurde als neue Gottesvorstellung auferstehen gemacht. Deshalb kann keine physische Wiederbelebung im Rahmen menschlicher Geschichte gemeint sein.
... passt sowieso nicht in meinen Kopf. M. E. hat sich hier eine anfängliche Depression in den Jesus-Gemeinden in einen Personenkult verwandelt. Und dieser hat sich verselbständigt.

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 8. Die Geschichte von der Himmelfahrt ...
versteht heute sowieso keiner mehr. Siehe unter 7.

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 9. Es gibt keinen externen, objektiven, offenbarten Standard, geschrieben in den heiligen Schriften oder auf Steinplatten, der unser ethisches Verhalten auf alle Zeiten leiten wird.
Meine Rede (sinngemäß, Hinweis auf die gegenwärtige kulturelle Entwicklung z. B. der Erziehungswissenschaft)

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 10. Das Gebet kann nicht aus einer Bitte an eine theistische Gottheit um einen bestimmten Akt in der Geschichte eines Menschen bestehen.
Richtig! Das Gebet muss quasi ein Nachdenken über das Problem beinhalten. Alles andere ist Verlagerung der Verantwortlichkeit.

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 11. Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tode muss fuer immer von der Mentalitaet einer Verhaltenskontrolle durch Belohnung und Bestrafung abgetrennt werden. Die Kirche muss es deshalb aufgeben, sich auf Schuld als Verhaltensmotivation zu verlassen.
Da sind die rheinischen Protestanten weiter als andere, obwohl ich viele "andere" kenne, die mit der ganzen Sündenlehre nichts mehr anfangen können. Im Gegenteil, deren Bischöfe sahen sich vor ein paar Jahren veranlasst, den Menschen mal wieder mit der Hölle zu drohen. Ich persönlich halte dies für schlechten Stil des Matthäus-Evangeliums, den man nicht braucht.

(28-02-2014, 02:28)Ulan schrieb: 12. Alle Menschen ...
Diese These stammt allerdings nicht aus dem NT, sondern lässt sich aus dem Schöpfungsmythos ableiten. Dort gibt es nur "Menschen", geschaffen als Mann und Frau. Alles andere sind Bildungen der Kulturen quer durch die Geschichte - also wandelbar. Hier sich an das moderne Menschenbild zu halten, ist höchste Zeit!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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