(01-03-2014, 02:17)Ulan schrieb: Wie modern kann die christliche Lehre werden, aber immer noch die Herzen ansprechen?
das ist eine interessante frage
denn zur zeit kann man ja doch beobachten, daß kirchen, die in ihrer lehre einen "moderne(re)n" zugang zum glauben vertreten, wie die evangelischen landeskirchen, eher noch mehr unter dem allgemein beobachtbaren mitgliederrückgang der großkirchen leiden als etwa die rkk, welche ja doch noch einen beachtlichen traditionalistischen flügel aufweist und diesen auch bedient bis hin zu eher obskuren partikularen gruppen
klar scheint, auch angesichts der (allerdings nur bedingt breitenwirksamen) konjunktur an charismatischen und fundamentalistischen glaubenszirkeln wie auch des esoterik-booms, ein bedürfnis an spiritualität zu bestehen. die frage ist also eigentlich, ob die kirchen sich in die lage bewegen (können), dieses zu befriedigen, ohne dabei in die durchaus "bewährten" strukturen einer strenggläubigen dogmatik zu verfallen, die sie andererseits von der gesellschaft als ganzes abkoppeln
noch mal anders formuliert: wie spiritualität an den gläubigen gekoppelt glaubhaft vermittelt werden kann und nicht an den auferlegten glaubensvorgaben. zur zeit scheint es ja weitgehend so, als wäre glaubensenge der preis für christliche spiritualität
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

